09.04.2021 - 16:31 Uhr
AmbergSport

Radprofi Andreas Schillinger: "Das war zum Einstieg richtig sportlich"

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Nach dem schweren Trainingsunfall am Gardasee hat Andreas Schillinger wieder sein erstes Radrennen bestritten. Ins Ziel beim Sprintklassiker "Scheldeprijs" kam er allerdings nicht - das hat aber einen anderen Grund.

Andreas Schillinger im Trikot seines Teams Bora-hansgrohe.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Der Haselmühler Radprofi Andreas Schillinger hat sein erstes Rennen nach dem schweren Unfall am Gardasee bestritten: den Scheldeprijs. "Das war zum Einstieg richtig sportlich", sagt Schillinger über das Ein-Tages-Rennen über 194 Kilometer. Von Terneuzen in den Niederlanden nach Schoten in Belgien - ein Sprint-Klassiker.

"Am Anfang sind wir durch einen Tunnel gefahren, der war sieben Kilometer lang. Dann raus in den Gegenwind, direkt in die Kante rein", beschreibt Schillinger die Herausforderungen. Nach dem Start war das Feld bei starkem Wind zwischenzeitlich auseinandergebrochen. Zudem kam es zu Stürzen und einige Fahrer mussten das Rennen beenden.

"Ich war nicht so sicher auf dem Rad, wie ich es von mir gewohnt bin. Vor dem Positionskampf habe ich noch einen gewissen Respekt", erklärt der 37-Jährige, der sich beim Trainingsunfall in Italien mehrere Wirbel gebrochen hatte. "Die Beine waren ganz okay. Zur Rennhärte fehlt es aber noch weit. Stand jetzt bin ich aber zufrieden."

Schillinger fuhr nicht wie ursprünglich gemeldet auf Rang 104 ins Ziel, das wurde vom Veranstalter korrigiert. Denn der Oberpfälzer Radprofi musste aushelfen, und das kostete ihn die Zieleinfahrt: "Ein Teamkollege von mir hatte einen Schaden am Hinterrad, das war so bei Kilometer 150. Der kam zu mir in die Gruppe zurück", berichtet Schillinger. Ein wichtiger Mann fürs Finale, der von ihm das Hinterrad seines Rennrades bekam - damit der Teamkollege weiter sprinten konnte. "Da war das Rennen für mich gelaufen", erklärt Schillinger.

Zum Verständnis: Die Reihenfolge der Begleitfahrzeuge der einzelnen Rennteams ist vorgegeben, und die wird am Tag vorher gelost. Das Team Bora-hansgrohe hatte von 24 Mannschaften die Nummer 23 gezogen, die vorletzte. "Das dauert dann eine halbe Ewigkeit, bis das Auto kommt. Deswegen haben wir vorab vereinbart, wenn etwas sein sollte mit bestimmten Fahrern, die im Finale wichtig sind, soll ich mit denen das Rad wechseln. Das ist so passiert."

Schillinger bekam vom Begleitfahrzeug ein Ersatz-Hinterrad - aber das Rennen war vorbei. Er fuhr dennoch hinterher. Im Zielort Schoten mussten dann noch drei Runden absolviert werden, ehe es nach 194 Kilometern zum Zielsprint kam. "Ich bin die Zielrunden dann nicht mehr gefahren, weil es keinen Sinn mehr gemacht hat", erklärt Andreas Schillinger.

Momentan hält er sich bis übernächste Woche zu Hause in Haselmühl auf, dann stehen zwei Klassiker an: am 21. April die "Flèche Wallone" und am 25. April "Lüttich- Bastogne-Lüttich". Er rechnet und plant mit seiner Teilnahme an diesen beiden Ein-Tages-Rennen, obwohl er noch nicht ganz fit ist. Denn der Unfall hat seine Spuren hinterlassen. "Ein paar Kleinigkeiten sind es noch, aber es ist zum Aushalten. Die Schultern und das Knie, das wird noch ein bisschen dauern", sagt er.

"Vor dem Positionskampf habe ich noch einen gewissen Respekt."

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