14.07.2021 - 16:45 Uhr
AmbergSport

Neue Corona-Regel: Das passiert, wenn ein Fußballer erkrankt

Auch wenn der Bayerische Fußball-Verband nach wie vor auf eine reibungslose Spielzeit 2021/22 hofft, hat er die Maßnahmen etwa bei positiven Corona-Fällen innerhalb einer Mannschaft angepasst.

Ab dem kommenden Wochenende wird auf den Fußballplätzen der Region wieder über Tore und Punkte gejubelt. Deshalb hat der Bayerische Fußball-Verband auch die Regelungen bei positiven Corona-Fällen innerhalb einer Mannschaft angepasst.
von Externer BeitragProfil

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat Paragraf 94 seiner Spielordnung, den sogenannten „Corona-Paragrafen“, beziehungsweise den entsprechenden Paragraf 54 seiner Jugendordnung aktualisiert. „Glücklicherweise haben wir aktuell allen Grund, auf eine weitestgehend störungsfreie Amateurfußball-Saison zu hoffen. Wir können Beeinträchtigungen etwa durch einzelne Corona-Infektionen, Quarantäne-Anordnungen oder lokale Lockdowns aber nicht gänzlich ausschließen und haben natürlich als Verband die Pflicht, auch solche Fälle vorab klar zu regeln und bestehende Regelungen den aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen – zumal heute niemand mit Gewissheit sagen kann, wie sich das aktuell glücklicherweise niedrige Infektionsgeschehen weiter entwickelt“, sagt der für Rechtsfragen zuständige BFV-Vizepräsident Reinhold Baier. Mit dem Beschluss ist der Vorstand dem Vorschlag der BFV-Satzungskommission gefolgt. Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

Was passiert, wenn Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden?

Entscheidend für eine mögliche Absetzung des Spiels durch den zuständigen Spielleiter ist grundsätzlich die Spielfähigkeit der betroffenen Mannschaft. Ist trotz der Infektion und möglicherweise durch die Behörden angeordnete Quarantänemaßnahmen die Mannschaft noch spielfähig, wird die Partie nicht abgesetzt. Wird die erforderliche Spieleranzahl nicht erreicht, wird die Partie zunächst auf den Status „Ausfall“ gesetzt. Der zuständige Spielleiter ist über den Ausfall der Spieler umgehend zu informieren und die entsprechenden Nachweise bis spätestens drei Werktage nach dem Spielausfall vorzulegen.

Wann ist eine Mannschaft spielfähig?

Spielfähig ist eine Mannschaft, wenn die entsprechend der Altersklasse und des Wettbewerbs vorgegebene Normzahl an Spielern zuzüglich zwei Auswechselspielern erreicht wird. Der jeweils zur Verfügung stehende Spielerkader wird auf Basis der in den vergangenen Spielen eines Wettbewerbs insgesamt eingesetzten Spieler ermittelt (maximal die letzten vier Spiele werden dafür herangezogen). Beispiel: Am 5. Spieltag der Meisterschaft fallen zwei Spieler aufgrund eines positiven Corona-Tests und behördlichen Anordnungen aus. An den ersten vier Spieltagen wurden vom Verein insgesamt 16 Spieler in der Meisterschaft eingesetzt. Die Normzahl für die Meisterschaft ist 11 Spieler plus zwei Auswechselspieler – also 13 Spieler. Von den insgesamt 16 Spielern fallen zwei aus, bleiben 14 Spieler übrig. Die Mannschaft ist spielfähig, selbst wenn noch es noch einen weiteren Ausfall geben sollte.

Welche Nachweise sind im Falle einer positiven Testung auf Covid-19 zu erbringen?

Es werden ein PCR-Test und ein bestätigter PoC-Antigen-Schnelltest (etwa Testzentrum, Arzt oder Apotheke) akzeptiert. Beide dürfen nicht älter als drei Tage sein (zurückgerechnet vom anstehenden Spiel). Bei einer offiziellen behördlichen Anordnung sind diese dem Spielleiter vorzulegen.

Was macht der Spielleiter nach der Meldung eines Vereins?

Meldet ein Verein seine Mannschaft beim zuständigen Spielleiter als nicht spielfähig, gibt der Spielleiter dem Spiel den Status „Ausfall“. Werden die nötigen Nachweise fristgerecht erbracht, wird das Spiel neu angesetzt. Werden die Nachweise nicht fristgerecht erbracht, wird das Spiel umgehend als „Nichtantritt“ an das Sportgericht gemeldet. Dieses entscheidet dann über eine mögliche Wertung oder eine Neuansetzung.

Was ist, wenn ein Spiel nicht mehr nachgeholt werden kann?

Für den Ausnahmefall, dass ein Spiel nicht bis zum Spieljahresende nachgeholt werden kann, wird das Spiel mit drei Punkten und 2:0 Toren für den Gegner gewertet. Eine Anzeige aufgrund Nichtantritt erfolgt in diesem Fall nicht.

Gibt es Ausnahmen für diese BFV-Regelungen?

Ja, für die Regionalliga Bayern gelten die Regelungen der Regionalligaordnung (Paragraf 43).

Gab es weitere Änderungen der Spielordnung?

Der BFV-Vorstand hat im Umlaufverfahren auch die Änderung des Paragraf 58 der Spielordnung beschlossen: Demnach dürfen Spieler, die von einem Sportgericht mit einer Sperre von mehr als vier Spielen/Wochen belegt worden sind, für diesen Zeitraum weder spielen noch sich in der Technischen Zone aufhalten und damit befristet auch keine Funktion oder eine Trainertätigkeit ausüben. „Mit dieser Regelung ist es beispielsweise Spielern möglich, gerade bei kleineren Vergehen – wie etwa einer Notbremse – und entsprechend geringer Sperre von weniger als vier Wochen/Spielen, weiterhin eine Jugendmannschaft zu coachen“, sagt Baier: „Genauso gilt fortan aber auch, dass Trainer oder Funktionsträger, die für ein Fehlverhalten in der Technischen Zone mit einem Innenraumverbot belegt worden sind, ab Erhalt der roten Karte nicht als Spieler zum Einsatz kommen dürfen.“

Bei der Einführung des Corona-Paragrafen 94 gab es im vergangenen Jahr durchaus Unstimmigkeiten

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