21.11.2019 - 14:25 Uhr
AmbergSport

Eine Mischung aus Tennis und Volleyball

Wenn am Samstag, 23. November, zwischen 10 und 16 Uhr in der triMAX-Halle die Bayrischen Meisterschaften im Fußballtennis der Reha-Sportgruppen stattfinden, werden sich viele fragen: "Was ist das denn?"

Beim Fußballtennis sind Taktik, Ballgefühl und Beweglichkeit gefordert. Die RSG-Spieler treffen sich jeden Donnerstag in der Sporthalle der Luitpoldschule zum Training
von Autor MZIProfil

"Die Spielregeln dazu passen sogar auf ein DIN-A4-Blatt" meint Markus Schreiner, der aktiv für die Amberger Reha-Sportgruppe antritt und selbst Fußballschiedsrichter ist. Er kennt daher auch das Regelwerk des "normalen" Fußballs, das einen mehrere Zentimeter dicken Ordner ausfüllt.

"Eigentlich ist es eine Mischung aus Tennis und Volleyball," beschreibt der Lagerist einer hiesigen Brauerei die Grundzüge des Sports. "Der Ball darf mit jedem Körperteil gespielt werden außer mit den Armen." Als Spielgerät dient ein Volleyball. Das Feld misst 20 mal 8 Meter und die beiden Spielhälften werden im Behindertensport durch eine in einem Meter Höhe gespannte Leine voneinander getrennt. Jedes Team hat vier Feldspieler. Es darf zweimal gewechselt werden. Die Spieldauer beträgt zwei mal sieben Minuten.

Wer darf aktiv an den Wettkämpfen der Reha-Sportgruppe im Fußballtennnis, das noch nicht paralympisch ist, teilnehmen? "Heute ist es so, dass es ein Punktesystem gibt. Jede Mannschaft braucht vier Handicap-Punkte, wobei es egal ist, wie die sich zusammensetzen," beschreibt der 49-Jährige die Rahmenbedingungen. Es gibt so eine Art Grad der Behinderung, der sich aus null bis drei Punkten innerhalb einer Mannschaft zusammensetzt. Das heißt, dass sich auch ein nicht körperlich Beeinträchtigter mit null Punkten genauso beteiligen darf wie ein Schwerbehinderter mit drei Punkten. Das war bis vor kurzem nicht möglich.

Gespielt wird in Bayern in zwei Ligen. Der Verbandsliga gehören der BRSV Gunzenhausen I und II, RSV Penzberg, RBSV Selb/Schönwald, RSG Kahl/Kleinwallstadt, TSV Kümmersbruck, BSV Fürth II und die RSG Ebern an. Zur Bayernliga gehören die RGSV Moosburg I und II (beide Abonnementsieger), BVS Weiden I und II, RSG Amberg, BVS Fürth I und die VSG Zirndorf.

Es gibt - Kilometer sparend und weitestgehend klimaneutral - nur vier Spieltage im Jahr. So wie am Samstag in Amberg, wo die RSG Amberg, eine Sparte von Inter Bergsteig, das Turnier ausrichtet und die 15 Teams aus beiden Ligen ihren Meister küren. Auf drei Feldern kämpfen gleichzeitig sechs Mannschaften um Punkte. Jeder gegen jeden.

Auch wenn es nur vier Turniere im Jahr sind: "Trainiert wird dennoch ganzjährig, einmalig wöchentlich," sagt Markus Schreiner, dessen 17-jähriger Sohn Sebastian deutlich den Altersdurchschnitt der Amberger senkt. "Die meisten sind eher über 50. Wichtig ist in erster Linie der Spaß." Zwölf Spieler sind im Training. "Noch mindestens zwei mehr, wäre noch besser. Dann könnte man auch noch eine zweite Mannschaft aufstellen, " wünscht sich Markus Schreiner.

Die ersten zwei Teams qualifizieren sich übrigens auch für die Deutsche Meisterschaft.

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