17.06.2020 - 18:29 Uhr
AmbergSport

Die letzte Verantwortung trägt die Stadt Amberg

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Viele Vereine haben nach den weiteren Lockerungen durch die bayerische Staatsregierung darauf gehofft, den Trainingsbetrieb in der Halle aufnehmen zu können. Die Stadt Amberg schiebt dem einen Riegel vor.

Die triMAX-Halle bleibt geschlossen wie die anderen Amberger Hallen auch.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Denn hier bleiben die Hallen bis Ende August geschlossen. Bernhard Scheidig, Leiter des Schul- und Sportamtes erläutert in einem Interview die Gründe.

ONETZ: Warum öffnet die Stadt Amberg nicht die Hallen für die Vereine, obwohl Hallensport erlaubt ist?

Bernhard Scheidig: Aktuell ist dies leider in der Stadt Amberg, die ausschließlich über Schulsporthallen verfügt, noch nicht möglich. Daher befinden wir uns mit dem Vorsitzenden des Stadtverbandes für Sport, Norbert Fischer, und mit Herrn Oberbürgermeister Michael Cerny in einem intensiven Abstimmungsprozess. Wir sind uns bewusst, dass es unter den gegebenen Umständen wenig befriedigend ist. Deswegen wollen wir die Vereine hier mitnehmen, und einen Gesprächstermin in den nächsten Wochen anberaumen. Wir wollen ein gemeinsames Konzept erarbeiten, das ist aber nicht von heute auf morgen machbar.

ONETZ: Das heißt, die Hallen werden nicht vor Anfang September geöffnet?

Bernhard Scheidig: Ja. Das hat folgenden Hintergrund: Der Schulsport ist nicht erlaubt bis einschließlich Ende des Schuljahres. Es ist damit schwer vermittelbar, wenn eine Schülerin oder ein Schüler in der Schule keinen Sport treiben darf, aber am Nachmittag oder Abend mit dem Verein in der Halle trainiert.

ONETZ: Aber dann hätten die Schüler zumindest einmal Sport, so haben sie gar keinen.

Bernhard Scheidig: Das ist richtig. Aber mit der Devise „Wir machen die Hallen einfach wieder auf“ ist es ja nicht getan. Es braucht entsprechende Konzepte. Es muss gewährleistet sein, dass die Regeln eingehalten werden, eine gewisse Überwachung müsste gegeben sein. Die Hallen müssten nach jeder Nutzung eines Kurses gereinigt und die Kontaktflächen samt Toilettenanlagen desinfiziert werden. Wer organisiert das? Wer trägt die Kosten? Das sind alles Fragen, die wir klären müssen. Die Hallen müssten gelüftet werden, die meisten verfügen über keine Lüftungsanlagen.

ONETZ: Der Bayerische Landessportverband hat einige Vorschläge und Verhaltensmaßnahmen den Vereinen an die Hand gegeben, unter anderem auch für Hallensport. Warum kann die Stadt Amberg nicht diese als Grundlage nehmen?

Bernhard Scheidig: Aktuell finden Gespräche statt. Von unserer Seite ist klar, dass es nur eine einheitliche Linie geben kann. Vom Kultusministerium gibt es die definitive Aussage, dass außerschulische Veranstaltungen nicht zugelassen sind. Diesen Aspekt muss man auch berücksichtigen.

ONETZ: Besteht nicht die Möglichkeit, dass die Stadt den Vereinen die Verantwortung überträgt? Dass diese und die Trainer in der Halle für die Einhaltung der Regeln verantwortlich sind?

Bernhard Scheidig: Man kann eine gewisse Verantwortung natürlich übertragen, aber die letztendliche obliegt stets dem Eigentümer. Es ist keinerlei Personal da, um die Hallen zu überwachen.

ONETZ: Wann sind die Gespräche mit den Vereinen anberaumt?

Bernhard Scheidig: Momentan finden noch interne Gespräche statt. Ich denke, dass wir nächste Woche die Einladungen verschicken können. Außer es gibt wieder andere Entscheidungen (weitere Lockerungen) der Ministerien. Gefühlt gibt es jede Woche neue Erkenntnisse.

ONETZ: Das heißt, dass Vereine dann früher in die Hallen dürfen?

Bernhard Scheidig: Das ist durchaus vorstellbar, sofern von der Staatsregierung die Entscheidung getroffen wird, dass es eine grundlegend umfassende Lockerung gibt, die grundsätzlich auch Sportarten mit Kontakt wieder zulässt.

Trotz Corona-Lockerung: In vielen Hallen ist kein Sport möglich

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