21.09.2020 - 16:31 Uhr
AmbergSport

Fußball mit Corona-Regeln: "Das ist auf Dauer nicht vorstellbar"

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Wie war’s am ersten Spieltag im Amateurfußball nach der Coronapause? Der eine oder andere Zuschauer musste auf den Fußballplätzen ermahnt werden – und nicht alle waren einsichtig. Manche sogar sehr uneinsichtig.

Ein Plausch unter Fußballfans im Stadion des FC Amberg: Ganz korrekt immer mit Abstand beim Spitzenspiel gegen den SC Luhe-Wildenau. Nicht ganz, denn zwei-, dreimal musste der Stadionsprecher die Zuschauer ermahnen, auf die nötige Distanz zu achten.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Das erste Wochenende, an dem der Amateurfußball wieder den Ligenbetrieb aufgenommen hat, ist vorüber. Die Hygienemaßnahmen haben bei vielen Vereinen gegriffen, die Abstandsregeln wurden eingehalten – meistens. Aber einige „schwarze Schafe“, vor allem unter den Zuschauern, gab es dennoch.

Der TSV Theuern hatte eine App zur Zuschauerregistrierung im Einsatz – und in der Praxis stellte sich heraus, dass die Theorie doch eine andere ist: „Wir sind in der ersten Hälfte beim Kreisklassenspiel gegen den SV Köfering gerade so herumgekommen“, erklärt Christian Schrott, der Vorsitzende. Beim nächsten Spiel wird der Verein wieder auf eine handgeschriebene Liste zurückgreifen und dann die Daten in die App eintragen. „Das geht einfach schneller als ins Handy tippen.“ Es sei ein enormer Aufwand, das gesamte Maßnahmenpaket wegen Corona, sprich Hygienekonzept und Abstandsregeln, umzusetzen. Schrott hat dazu eine klare Meinung: „Das ist auf Dauer nicht vorstellbar.“

Denn trotz aller Hinweise und Aushänge hätten sich einige Zuschauer nicht einsichtig gezeigt: „Es sind wenige, aber die fallen auf. Sie halten keinen Abstand, und ich kann mit ihnen nicht dauernd streiten.“ Er sei seiner Verantwortung nachgekommen und habe die renitenten Fans mehrfach auf die Regeln hingewiesen – und ihnen auch gesagt, wenn die Polizei käme, „dann seid ihr dran.“

Beim FC Amberg hielten sich die Probleme in Grenzen. „Unser Stadionsprecher musste ein paar Mal eine Durchsage machen, dass die Zuschauer den nötigen Abstand einhalten. Das hat dann auch geklappt, die Leute waren sehr vernünftig“, erklärt Matthias Schmien. Der Teammanager des FC Amberg betont, dass für das Top-Spiel der Bezirksliga Nord gegen den SC Luhe-Wildenau nur 200 Tickets ausgegeben wurden – obwohl genügend Platz im Stadion am Schanzl wäre. „Auf der Tribüne haben wir 150 Sitzplätze, auf der Gegengeraden 50 Stehplätze.“ Auf der Tribüne waren die Sitzplätze markiert, die nicht besetzt werden sollten.

Ein paar kleine Verbesserungen gäbe es noch, die dann beim nächsten Heimspiel zum Tragen kommen sollen: „Wir haben am Eingang eine Schleife aufgebaut und vier Registrier-Tische und dann erst die Kasse. Das hat zwar gut funktioniert, aber einige Leute haben sich nicht zum Registrieren angestellt, weil sie es nicht wussten. Wir konnten die Absperrbänder nicht so lange legen, wie die Schlange lang war“, räumt Schmien ein. „Sonst war nichts zu monieren“, ergänzt der Teammanager. Zehn Ordner waren im Einsatz, mehr als sonst. Sie sollten im Falle einer Rudelbildung eingreifen. „Das ist aber schwierig, weil man ja nicht weiß: Ist das eine Familie? Das kann man ja nicht direkt kontrollieren.“

Beim FC Wernberg, der den SV Raigering empfangen hatte, hielten sich alle an die Regeln, nicht nur die Spieler. Vorne am Eingangsbereich trugen alle vorbildlich Masken. Der ein oder andere Scherz wurde darüber gemacht. „Die Masken müssen sie tragen, bis sie an ihrem Platz sind“, erklärt Markus Weber, der Fußball-Abteilungsleiter des FC Wernberg.

„Ich denke, das mit dem Abstand hat sich doch schon eingespielt“, sagt Christian Wolfram. „Das kennen die Leute auch schon aus dem gesellschaftlichen Leben“, so der Bezirksspielleiter aus Weiden. „Ich denke schon, dass die Vereine die Konzepte gut umsetzen“, meinte er nach einem ersten Rundumblick. Aber klar sei auch: „Die Masken auf dem Fußballplatz sind natürlich gewöhnungsbedürftig.“

Einige nahmen es sogar ganz genau, um ja nichts falsch zu machen: Die Raigeringer Kicker setzten nach dem Warmmachen auf dem Weg vom Platz in die Kabine ihren Gesichtsschutz auf – obwohl sie das gar nicht müssten.

Vor dem Neustart im Fußball: "Wir haben bei allem etwas Bauchweh"

Amberg
Mit Masken beim FC Amberg im Einsatz: Ex-Vorsitzender Klaus Baier (rechts) und Ex-Teamarzt Dr. Werner Weiß (links).
Ausführliche Corona-Infos am Eingang zum Kunstrasenplatz des Pandurenparks. Was ist erlaubt, was nicht.
In Raigering: Korrekt auf der erweiterten Spielerbank im abgegrenzten Bereich. Und natürlich mit einer Maske.
Zuschauer-Registrierung beim TSV Theuern: Mit dem Handy wird ein QR-Code einer kostenlosen App eingescannt.
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