07.12.2020 - 15:37 Uhr
AmbergSport

Für die Jugendhandballer ist die Saison beendet

Nach der Verlängerung des Lockdowns hat der Bayerische Handball-Verband die Jugend-Saison abgebrochen. Für die Erwachsenenteams gibt es dagegen noch Hoffnung, dass es weitergeht.

Die Punktspiele sind abgesagt, die Saison 2020/21 wird bei den Nachwuchshandballern eingestampft. Einzige Ausnahme: In der B-Jugend-Bayernliga, in der der HC Sulzbach spielt, könnte es eine Finalrunde geben, um den Teilnehmer an der deutschen Meisterschaft zu ermitteln.
von Autor ZYZProfil

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen sorgten für einen weiteren Nackenschlag für die bayerischen Handballvereine: Durch die Verlängerung des "Lockdowns Light" der Bundesregierung und die daraus resultierenden Trainings- und Spielverbote sieht sich der Bayerische Handball-Verband (BHV) gezwungen, die Saison 2020/21 im Jugendbereich - angefangen von der untersten Spielklasse bis hin zur Bayernliga - vorzeitig abzubrechen. Dies teilte der BHV in einem Rundschreiben den Vereinen mit.

  • Situation bei der Jugend

Der frühestmögliche Wiedereinstieg am 11. Januar 2021 in den Trainingsbetrieb lässt nach Angaben des Spielausschusses nicht einmal die Durchführung einer Einfachrunde - also Hin- oder Rückrunde - zu, da im Jugendbereich die Saison bis zum 31. März 2021 aufgrund des Jahrgangswechsels beendet sein muss.

Der BHV plant aktuell, die Qualifikation für die Saison 2021/22 mit den neuen Jahrgängen bereits vor den Osterferien, die am 27. März beginnen, zu starten. Bis dahin sollten sich die Teams mit Testspielen, sofern die Corona-Ampel es zulasse, auf die neue Runde vorbereiten. Ein Hintertürchen ließ der BHV noch für die Bayernliga-B-Jugend-Teams, die ja die Teilnehmer aus dem Freistaat an der deutschen Meisterschaft ermitteln. Hier sollen die Vereine, zu denen auch die männliche B des HC Sulzbach zählt, zeitnah abgefragt und gegebenenfalls eine Finalrunde absolviert werden.

  • Situation bei den Senioren

Bei den Seniorenteams besteht dagegen noch Hoffnung auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs in abgespeckter Form, da die Saison schon frühzeitig bis zum 30. Juni 2021 verlängert wurde. Für die Bayern- und Landesligen der Frauen und Männer legte der Spielausschuss verschiedene Szenarien fest.

  • Best-Case-Szenario

Hier würde der reguläre Spielbetrieb am 27. Februar wieder aufgenommen. Etwaige ausgefallene Partien der Spieltage 1 bis 3 der Hinrunde sollten laut BHV vor diesem Termin nachgeholt sein. Am Beispiel des Frauen-Landesligisten HC Sulzbach, der sich bislang Forchheim und Pleichach geschlagen geben musste, wäre dies eine noch zu nennende Partie aus dem Rasterspielplan. Mit Ausnahme dieser drei Begegnungen würde dann der Spielplan der Rückrunde bestritten.

  • Alternativ-Szenario

Bei einer späteren Aufnahme des Spielbetriebs würden keine Ergebnisse von bereits absolvierten Spielen mitgenommen. Stattdessen sollen an vier Wochenenden Turniere stattfinden, in denen Auf- und Absteiger ermittelt werden sollen.

Bereits erfolgte Mannschaftsrückzüge bleiben in beiden Szenarien bestehen, aufgrund "bereits gewechselter Spieler unter Wegfall der Wartefrist", heißt es in dem Schreiben. Sollte bis zum 9. Mai der Wettkampf-Spielbetrieb nicht aufgenommen werden, würde die Saison 2020/21 komplett nicht gewertet und im Herbst 2021 neu gestartet.

"Wir streben eine sportliche Wertung an, ohne dabei ein zu großes Risiko für unsere Mitglieder einzugehen."

BHV-Präsident Georg Clarke

  • Bezirksebene

Auf Bezirksebene gelten andere Fristen: Die Saison 2020/21 muss bis zum 28. Februar wieder aufgenommen werden, der Modus sieht laut Schreiben "eine Einfachrunde mit den Spielen des Rückrundenplans unter Anrechnung der bereits gespielten Vorrundenspiele" vor. Sollte dieser Startzeitpunkt nicht eingehalten werden können, wird die Saison annulliert, und es gibt keine Auf- und Absteiger.

BHV-Präsident Georg Clarke hofft auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs: "Der BHV versucht, den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb nach den Entwicklungen der Pandemie und den Entscheidungen der Politik auszurichten. Dabei streben wir eine sportliche Wertung an, ohne dabei ein zu großes Risiko für unsere Mitglieder einzugehen."

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Sulzbach-Rosenberg
  • Spielbeiträge

Um die Vereine zu entlasten, werden die Spielbeiträge für die Jugendmannschaften zurückerstattet, und die der Erwachsenenteams in Bayern- und Landesligen - je nach Saisonverlauf - überprüft. Die Handhabung der Spielbeiträge für den Spielbetrieb auf Bezirksebene überließ der Verband den Bezirken. Der Bezirk Ostbayern zieht nach einer Entscheidung der Bezirksspielleitung für die D-Jugend keine Spielbeiträge ein. Gleiches gelte auch erst einmal für die Erwachsenenteams. "Ob wir das eventuell doch noch tun und uns gegebenenfalls der Regelung für die Bayern- und Landesligen der Erwachsenen anschließen, hängt vom weiteren Verlauf der Saison beziehungsweise der Pandemie ab", verschob Bezirksvorsitzender Lothar Rauscher die Entscheidung darüber auf das kommende Jahr.

 

 

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