03.08.2020 - 16:53 Uhr
AmbergSport

Erstes Testspiel-Wochenende im grünen Bereich

Hygiene und Abstand: Der Amateurfußball in der Region ist bei der Rückkehr auf die Sportplätze seiner Verantwortung gerecht geworden. Die Spielleiter verteilen viel Lob.

Eine schnelle Finte, sich vom Gegenspieler lösen: Endlich können die Raffinessen des Fußballs wieder Mann gegen Mann eingesetzt werden. Das erste Testpiel-Wochenende unter Corona-Bedingungen ging problemlos über die Bühne.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Allen Unkenrufen zum Trotz findet der Amateurfußball allmählich zurück in die Normalität. Behutsam und mit Maske zwar, aber immerhin. "Es hat alles gut geklappt. Ich habe keine negativen Rückmeldungen bekommen", fasst Kreisspielleiter Albert Kellner das erste Testspiel-Wochenende im Fußballkreis Amberg/Weiden zusammen. Sein Eindruck: "Die Mannschaften sind heiß darauf, Fußball zu spielen." Die vielfach geäußerte Befürchtung, in der Coronakrise würden ältere Spieler die Fußballschuhe an den Nagel hängen und die Jüngeren keine Lust mehr haben, habe sich nicht erfüllt. "Im Gegenteil. Mir wird von Vereinen berichtet, dass so viele Spieler wie noch nie im Training sind."

Dabei waren die Hürden gar nicht so niedrig, um nach der langen Corona-Zwangspause endlich wieder den Ernstfall üben zu können. Es galt nicht nur, die lange Liste an Vorschriften und Hygienemaßnahmen abzuarbeiten, auch ein neuer elektronischer Spielberichtsbogen (ESB) wartete auf Funktionäre und Schiedsrichter. "Damit sind aber alle gut zurechtgekommen", sagt Kellner. Allerdings sei die Zahl der Testpartien noch überschaubar gewesen: "Das war ungefähr ein Drittel von dem, was sonst in der Vorbereitungszeit an Spielen anfällt. Einige haben sich das zunächst in aller Ruhe von der Ferne angeschaut." Kellner erwartet eine deutliche Steigerung am nächsten Wochenende: "Dann werden mehr Teams einsteigen."

Die Zurückhaltung hat laut dem Kreisspielleiter einen einfachen Grund. Manche Klubs hätten "ganz einfach Angst", bei den Hygienevorschriften etwas falsch zu machen. Um die Vorbehalte abzubauen, biete der Bayerische Fußballverband in dieser Woche drei Online-Schulungstermine "Zurück auf dem Platz" an: "Wer unsicher ist, bekommt dort die wichtigsten Informationen." Kellner ist froh, dass der Fußball in der Region die Zeichen der Zeit erkenne. "Natürlich hat jeder seine eigene Meinung, aber unsere Vereine verschließen sich nicht den Notwendigkeiten."

Der TSV Detag Wernberg und die SV Grafenwöhr machen es richtig:

Wernberg-Köblitz

Zur Vorbereitung auf die geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs Anfang September lädt Kellner am Samstag, 15. August, ins Sportheim des SV Etzenricht ein. Dort will er - unter Einhaltung der Hygienevorschriften – mit den Vereinsvertretern die Restsaison plus Ligapokal besprechen, sich Sorgen und Nöte anhören. "Videokonferenzen sind schön und gut, aber man braucht auch das persönliche Gespräch."

Noch auf Sparflamme kochte zuletzt der Testspielbetrieb im Fußballkreis Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth. Mehr als eine Handvoll Partien fand nicht statt. Spielleiter Peter Kemnitzer war bei der Begegnung zwischen dem FC Trogen und der SG Regnitzlosau selbst vor Ort und begeistert: "Die haben die Hygieneregeln vorbildlich beachtet." Grundsätzlich habe er den Eindruck, dass die Vereine bestrebt seien, die Vorgaben einzuhalten: "Die machen das sorgfältig und korrekt. Das wird auch so bleiben, weil alle endlich wieder kicken wollen."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.