24.09.2020 - 17:27 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an Alexander Heldrich (SV Illschwang)

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Der Spielertrainer des Kreisklassisten verrät in unserer Serie, warum er in der Corona-Pause so manche Tüte Chips brauchte und warum er sich selbst als "Möchtegern-Maradona mit der Zidane-Frisur" bezeichnet.

Natürlich im Argentinien-Trikot: "Möchtegern-Maradona" Alexander Heldrich, der Spiertrainer des SV Illschwang.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Opa Georg war Mitbegründer und Vorsitzender des FC Edelsfeld, Vater Gerhard Spartenleiter, Jugendtrainer, Betreuer und Kassier des Vereins. „Wir waren jedes Wochenende am Fußballplatz“, erinnert sich Alexander Heldrich (39). Mit vier Jahren begann er das Fußballspielen beim FCE, den er in der C-Jugend verließ, nach einer Saison beim 1. FC Amberg aber wieder zurückkehrte. Wie auch ein paar Jahre später, als der torgefährliche Mittelfeldspieler nach einem Jahr bei der DJK Ammerthal (Bezirksoberliga) Spielertrainer bei seinem Heimatverein wurde. Mit dem FCE folgten drei Aufstiege in Serie von der Kreisklasse in die Bezirksoberliga, danach zwei Abstiege in die Kreisliga. Diese wurde dann drei Jahre hintereinander jeweils erst in der Relegation gehalten. Seit 2015 ist Heldrich nun Spielertrainer beim Kreisklassisten SV Illschwang.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruhte monatelang der Spiel- und Trainingsbetrieb. Gingen Sie Ihrer Frau schon auf die Nerven?

Alexander Heldrich: Ihre Antwort auf diese Frage würde den Rahmen komplett sprengen. Von daher: nächste Frage bitte! (lacht)

ONETZ: 2. Konnten Sie die viele „Freizeit“ in der fußballlosen Zeit sinnvoll nutzen? Haben Sie ein neues Hobby entdeckt?

Alexander Heldrich: Ich habe mich auf einer anderen Plattform weiterhin voll und ganz dem Fußball gewidmet und in meinem Alter nochmals die Playstation für mich entdeckt. Hat mich einige Tüten Chips und zwei geschrottete Controller gekostet. Dazu wurden die Nerven meiner Frau aufgrund meiner Schimpftiraden arg strapaziert. Von meiner „geringen“ Gewichtszunahme ganz zu schweigen.

ONETZ: 3. Welche Fußballregel würden sie abschaffen, welche einführen?

Alexander Heldrich: Der Fußball ist so wie er ist nicht umsonst die schönste Nebensache der Welt. Von daher halte ich von oftmals überlegten Regeländerungen nicht viel.

ONETZ: 4. Was ist das Gesprächsthema im Auto beim Auswärtsspiel?

Alexander Heldrich: Da ich Trainer bin, will mit mir niemand im Auto sitzen. Gerade nach Niederlagen. Ist für den ein oder anderen Spieler manchmal auch besser so. Früher als Spieler lagen unser Fokus und unsere volle Konzentration natürlich einzig und allein auf dem bevorstehenden Spiel. Okay, hin und wieder wurde auch das Thema Frauen „angerissen“. Aber wirklich nur ganz, ganz kurz. (lacht)

ONETZ: 5. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Alexander Heldrich: Als wir mit Edelsfeld in der Bezirksliga völlig überraschend nach unseren zwei Aufstiegen in Folge als Tabellenzweiter zum Tabellenführer nach Plößberg fuhren. Wir hatten zahlreiche verletzte und kaum noch einsatzfähige Spieler. Keiner gab uns im Vorfeld auch nur den Hauch einer Chance, dennoch gewannen wir mit einer wahnsinnigen kämpferischen Mannschaftsleistung und zur Krönung dem entscheidenden Siegtor von mir und machten so den dritten Aufstieg in Folge so gut wie perfekt.

ONETZ: 6. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Alexander Heldrich: Ich mag es generell nicht, wenn Zuschauer die eigene Mannschaft oder einzelne Spieler nach einer misslungenen Aktion oder einem Misserfolg niedermachen. Dieses Privileg obliegt einzig und allein dem Trainer – wenn überhaupt. Ich wundere mich immer wieder, wie viele „Experten“ früher scheinbar nie Fehler machten, alles konnten, und somit eigentlich in der Bundesliga gespielt haben müssten. Bei genauerer Betrachtung haben diejenigen aber fußballerisch nicht unbedingt die allergrößten Bäume ausgerissen.

ONETZ: 7. Mit welchem Vergehen bereichern Sie die Mannschaftskasse?

Alexander Heldrich: Pünktlich zum Treffpunkt bei Auswärtsspielen einzutreffen entwickelt sich für mich mittlerweile jedes Mal zu einem Kampf gegen die Uhr. Hat mich leider schon einiges gekostet. Aber ich gelobe Besserung.

ONETZ: 8. In welcher anderen Sportart hätte aus Ihnen ein „Profi“ werden können?

Alexander Heldrich: Außer beim Fußball ist mit mir in anderen Sportarten relativ wenig anzufangen. Und da hat's ja bekanntlich nicht gereicht für den großen Wurf.

ONETZ: 9. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Alexander Heldrich: Gerade in jungen Jahren hab ich jeden Scheiß mitgemacht. Ich hatte rote, weiße, blaue und auch bunte Schuhe. Gelbe waren nicht darunter – und dabei wird's auch bleiben. In meinem Alter in der Kreisklasse mit gelben Schuhen rumzulaufen, fände ich dann doch ein wenig albern und grenzwertig. Ich halte mich da mittlerweile an dezentere Farben.

ONETZ: 10. Ihre Rückennummer ist die 18. Warum?

Alexander Heldrich: Ich hatte eigentlich immer die 10. Schon von klein auf, weil Diego Maradona mein großes Vorbild war. Ich spiele ja eine ähnliche Position, bin sozusagen der „Möchtegern-Maradona“, mittlerweile mit der Zidane-Frisur (lacht). In Illschwang trage ich jetzt die 18. Das hat sich angeboten, da der erste und der achte Buchstabe im Alphabet meine Initialen ergeben.

ONETZ: 11. Welches Erlebnis in Ihrer Karriere stinkt Ihnen heute noch?

Alexander Heldrich: Ich bereue ein wenig, dass ich im Jugendbereich die Möglichkeit nicht genutzt habe, zu einem richtig großen Verein zu wechseln. Ich wollte aber immer zusammen mit meinen Freunden in meinem Heimatverein spielen. Zudem weiß ich nicht, ob ich dann unter den gegebenen Umständen meine Frau kennengelernt hätte. Von daher habe ich letztendlich doch alles richtig gemacht.

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Amberg
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