09.03.2021 - 18:40 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab: "Für mich war es eine lehrreiche Erfahrung"

Es war ihr erster Auftritt bei den Frauen bei einer EM. Im Vorlauf über 400 Meter schied Corinna Schwab aus, mit der 4x400-Meter-Staffel landete sie auf Platz sechs: "Die Enttäuschung ist überwunden. Man ist als Mensch keine Maschine."

Corinna Schwab (Zweite von rechts) im Vorlauf der 400 Meter bei der Hallen-Europameisterschaft in Polen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Dass Corinna Schwab schneller laufen kann als bei der Hallen-Leichtathletik-EM in Polen, hat sie vorher eindrucksvoll bewiesen. Aber über die 400 Meter war die Deutsche Meisterin in Torun bereits am Freitag im Vorlauf ausgeschieden - in 53,06 Sekunden. Ihre Hallen-Bestzeit liegt bei 52,01. "Es hilft nichts, wenn ich jetzt lange enttäuscht bin. Es gibt demnächst auch wieder viele Chancen, wo ich schnell sein kann", erklärt die 21-Jährige aus Hiltersdorf.

Ein komisches Rennen

"Ich weiß nicht, was da los war. Ich bin das Rennen gut angegangen, hatte auch immer die Chance, Zweite zu werden. Es war ein komisches Rennen, über das man noch nachdenkt."

Das erste internationale Rennen in der Halle, da kämen viele kleine Faktoren zusammen, "und schwupps ist man auf einmal Vierte." Für Corinna Schwab waren die letzten Meter im Vorlauf ärgerlich, weil sie hier sich noch hätte retten können. Sie räumt ein, dass ihr sicher noch die Erfahrung in einem solchen Rennen fehle. "Wenn man auf die Geschichten der anderen Läuferinnen schaut, dann sieht man, dass die auch schon mal in einem Vorlauf rausgeflogen sind. Und jetzt wissen sie, wie es läuft - und stehen dann im Finale oder nehmen sogar die Medaille mit."

Ein anderes Niveau

Bei einer Meisterschaft, so Schwab, könne immer alles passieren. Manche würden über sich hinauswachsen, andere wiederum sind gescheitert. Wie einige, die in der Bestenliste von der Zeit her vor ihr lagen. "Jetzt habe ich leider live erleben müssen, wie es auch laufen kann. Ich ziehe meine Schlüsse daraus, für mich war es eine lehrreiche Erfahrung", erklärt die Athletin, die für LAC Erdgas Chemnitz startet. Bei einer Erwachsenen-Meisterschaft, sagt Schwab, starten eben Frauen, die besser sind, die ein Rennen schneller angehen, die überholen. "Das ist ein anderes Niveau, das muss man erstmal lernen. Dass ich mich auch in einer Situation mal durchsetze. Das habe ich sonst nicht, nicht auf deutscher Ebene. Das internationale Niveau ist extrem gestiegen, wenn man die Zeiten sieht im Vergleich zu den vergangenen Jahren."

"Das internationale Niveau ist extrem gestiegen, wenn man die Zeiten sieht im Vergleich zu den vergangenen Jahren."

Corinna Schwab

Corinna Schwab

Eigentlich eine gute Zeit

Mit der Staffel belegte Corinna Schwab am Sonntagabend den sechsten Platz. Sie als Startläuferin, dann folgten Laura Müller (SV Go! Saar 05), Brenda Cataria-Byll (LG Olympia Dortmund) und Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (VfL Oldenburg). Die Zeit konnte sich dabei sehen lassen: 3:31,47 Minuten hätten bei den vergangenen drei Hallen-Europameisterschaften mindestens zu Bronze gereicht. 2015 wäre es sogar Silber gewesen. Corinna Schwab absolvierte ihre 400 Meter in schnellen 52,2 Sekunden, blieb damit knapp über ihrer Hallen-Bestzeit von 52,01 Sekunden: "Da habe ich gezeigt, was ich kann. Eine kleine Wiedergutmachung, da habe ich meine Leistung aus Dortmund bestätigt. Das war zumindest für mich erfreulich." Sie übergab den Staffelstab auf Platz drei liegend an Laura Müller. Von Brenda Cataria-Byll auf Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß gab's einen kleinen Wechselfehler - "und schon war sie auf einmal fünf Meter hinter den anderen" (Schwab). Jeder kleine Fehler werde sofort bestraft.

Erstmal Slalom laufen

"Es hat auch das Quäntchen Glück gefehlt. Beim Wechsel von Ruth standen zwei Menschen im Weg, sie musste erstmal Slalom laufen. Das kann man nicht planen. In der Halle ist alles viel enger, viel mehr Gewusel. Da war auch einfach Pech dabei", erklärt Corinna Schwab. Und: Das deutsche Quartett startete zum ersten Mal in dieser Formation, da würde auch die Feinabstimmung noch ein bisschen fehlen.

Nach Gran Canaria

Als nächstes geht die Reise für Corinna Schwab am 20. März nach Gran Canaria ins vierwöchige Trainingslager - sofern es Corona erlaubt. Am ersten Mai-Wochenende steht die Staffel-WM an - wieder in Polen.

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