21.06.2017 - 20:06 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Akute Waldbrandgefahr schwebt wie ein Damoklesschwert über den Johannisfeuern: Brenzlige Angelegenheit

Der Markt Wernberg-Köblitz hat am Mittwoch gehandelt. Er ordnete an, dass "aufgrund der hohen Waldbrandgefahr zur Zeit keine offenen Feuer entzündet werden dürfen". Schon kurz davor hatte die Landjugend Saltendorf ihre Veranstaltung abgesagt. Keine leichte Entscheidung angesichts der bereits getroffenen Vorbereitungen.

Wegen der akuten Waldbrandgefahr können Johannisfeuer gefährlich werden. Wer seine Veranstaltung durchzieht, muss ausreichend Abstand zu Baumbeständen einhalten und sollte vorsorglich die Feuerwehr mit einem wasserführenden Fahrzeug zur Seite haben. Bild: exb
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Etliche Kommunen und Veranstalter sind verunsichert. Am Freitag wird in Raum Oberviechtach Meldestufe 4 und in Schwandorf die höchste Alarmstufe 5 prognostiziert. Was ist zu tun? Johannisfeuer müssen von den Kommunen genehmigt werden. Es gibt strenge Auflagen. "Das ist ganz im Sinne des Veranstalters. Er haftet schließlich", betont Franz Pfeffer, stellvertretender Pressesprecher des Landratsamtes. Er und Thomas Holzwarth, Abteilung Brand-und Katastrophenschutz, können nur raten - und sie raten ab. Staubtrockene Wälder brennen "wie Zunder", wenn Funken überspringen. Der Wind tut das seinige dazu. Wegen der Waldbrandgefahr sind die Luftbeobachter derzeit täglich im Einsatz. Laut Holzwarth bewegt sich auch der Graslandfeuerindex bei 4, teilweise 5. Für Holzwarth sind Johannisfeuer nur vertretbar, wenn sie in absolut sicheren Abständen abgebrannt werden und ein wasserführendes Fahrzeug der Feuerwehr positioniert ist.

"Das Wetter ist ungünstig für offenes Feuer. Gemeinde und Veranstalter müssen abwägen," meint Kreisbrandrat Robert Heinfling und bekundet "Respekt vor der Saltendorfer Landjugend". Doch jede Entscheidung sei von der Örtlichkeit abhängig zu machen. Für ihn ist die Kommunikation zwischen Veranstalter und Feuerwehr wichtig. Wenn der Platz den Kriterien entspricht und die Feuerwehr vor Ort ist, sieht er die Situation als beherrschbar an: "Die Feuerwehren passen schon auf". Johannisfeuer müssten aber bei der Integrierten Leitstelle (ILS) angemeldet werden.

Bei den derzeitigen Meldestufen wird das Feuermachen in Waldnähe unter 100 Metern grundsätzlich nicht erlaubt, so Alwin Kleber, Leiter der Forstverwaltung im Landkreis. Wegen der Trockenheit müssten größere Abstände eingehalten werden. Obwohl er leidenschaftlich gerne Johannisfeuer besuche, würde er heuer Veranstaltern, die keine unbedenklichen Plätze haben, abraten. Und auch Wiesenflächen brennen schnell. Hier sollen keine Autos abgestellt werden. Die Katalysatoren können zur Gefahr werden.

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