10.09.2004 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Pochwerk erinnert an frühere Zeiten - Bachlauf - Kunstsumme für "Glas-Eisenbarth": Goldwaschen im Museumshof

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die weiteren vier Abstimmungen zum Museum (Außenanlagen, Bau Pochwerk, ehrenamtlicher Ausbau Keller, Kunstwerk im Hof) erfolgten einstimmig. "An unseren grundsätzlichen Bedenken gegen den Neubau hat sich nichts geändert", betonte Reinhold Malzer und lobte das ehrenamtliche Engagement im Museumsverein.

Die CSU-Fraktion beriet sich in einer Sitzungsunterbrechung und nachdem keine Mehrkosten entstehen sollen, gab's auch von dieser Seite "grünes Licht". "Das wird ein Schmuckstück für unsere Stadt", sagte Fraktionssprecher Heinz Weigl. Es sei zwar ein finanzieller Kraftakt aber eine Entscheidung für die Zukunft: "Ich hoffe, dass sich das ehrenamtliche Engagement auf die Jugend überträgt".

Pavillion gegen Pochwerk

Die Außenanlagenplanung sieht einen vorgelagerten Parkplatzbereich vor. Kostensenkend werden nur zwei Pflastertypen (Granit am Gebäude und Betonpflaster mit Rasenfuge im weiteren Bereich) verlegt. Ein Kräutergarten mit Pflanzen zu Dr. Eisenbarth's Zeiten entsteht an der Giebelseite. Der Bereich zum Anwesen Ruml wird vom Ingenieurbüro Weiß geplant und mit einer Gabionenwand abgeschlossen.

Neu ist ein Nebengebäude zum Anwesen Bauer für Abfalltonnen und Informationstafeln. Um diesen Schuppenanbau ging es später in der nichtöffentlichen Sitzung. Neu ist auch die Idee für ein Pochwerk. "Oberviechtach war früher einmal das größte Goldabbaugebiet in Mitteleuropa", betonte Stadtrat Ludwig Berger. Eine Delegation reiste auf eigene Kosten nach Rumänien und brachte Fotos von noch laufenden Pochwerken zum Nachbau mit.

Neben ehrenamtlichen Stunden sind für Handwerkerlohn, Maschinen und Holz rund 25 000 Euro anzusetzen. "Wir tauschen Pavillion gegen Pochwerk", bekräftigte Thomas Gerl von der Stadtbau Amberg GmbH. "Auch die Förderstelle Leader plus zieht diese Alternative vor und so bleiben bei der Stadt nur 15 Prozent (4 000 Euro) der Kosten hängen." Engagiert stellte Architekt Christian Schönberger das geplante Pochwerk vor. Es wird vom Wasser des Marktweihers gespeist (Edelstahlrinne), "Das Wasserrad wird maximal 2,20 Meter hoch. Damit wird das Pochwerk bewegt, Sandstein zerkleinert und rausgeschwemmt". Die Kinder können im Bachlauf im Museumshof das Goldwaschen ausprobieren.

Zeichnung von Foißner

In den Gesamtbaukosten von 1,7 Millionen Euro sind auch 10 000 Euro für Kunstgewerke enthalten. "Wir werden diese Kunstsumme für ein Objekt verwenden", führte Architekt Josef Schönberger aus. Der Stadtrat war von den Plänen für ein lebensgroßes Eisenbarth-Relief (Glasplatte) auf Granitsockel sehr angetan, wozu Ludwig Berger ein Anschauungsobjekt geschaffen hatte. Die Vorlage stammt von einer Tuschezeichnung des Museumsgründers Apotheker Karl Foißner. Die handwerkliche Umsetzung wird von einer einheimischen Firma erfragt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.