22.05.2019 - 14:15 Uhr
Wutschdorf bei FreudenbergOberpfalz

Primiz als Apollo 11 landete

Zur Kirwa musste sogar das Kloster warten: Karmeliter-Pater Robert Schmidbauer (76) feierte sein 50-jähriges Priesterjubiläum in seiner Heimatpfarrei Wutschdorf und erzählte Anekdoten aus seiner Jugend.

Der Musikverein Freudenberg gratulierte dem Jubilar (Zweiter von rechts) mit einem Standkonzert. Rechts im Bild Pfarrer Moses Gudapati.
von Autor (gri)Profil
Kindergartenkinder gratulierten Pater Robert Schmidbauer mit einem Gedicht zum 50-jährigen Priesterjubiläum.

Von Kindesbeinen an war Robert Schmidbauer mit Musik vertraut. Im Alter von 13 Jahren begann er, Basstrompete zu spielen. Natürlich auch zur Kirwa. Das wirkte sich aus, als er Anfang der 60er-Jahre zu den Karmelitern ging. "In Raigering haben sie unbedingt einen Musikanten gebraucht und so konnte ich eben nicht in die Schule gehen", erzählte er beim Festmahl im Gasthof Dotzler.

Die Pfarreiengemeinschaft Johannisberg feierte Schmidbauers Priesterweihe vor 50 Jahren. Genau an dem Sonntag, als Apollo 11 zur Landung auf dem Mond ansetzte, war in Wutschdorf die Primiz. Ein Film von diesem Tag weckte Erinnerungen an mit Girlanden geschmückte VW-Käfer, Chorsängerinnen mit Bubikopf, die kleine Primizbraut und stolze Familienangehörige. Vater Josef Schmidbauer war damals Bürgermeister der noch selbstständigen Gemeinde Wutschdorf und Chef der Freudenberger Raiffeisenbank.

Schmidbauer erzählte, dass eine Begegnung mit dem Wutschdorfer Missionspater Xaver Wagner prägend für ihn gewesen sei. "Da wollte ich auch Missionar werden." Die Karmeliter hätten aber gerade Leute für den Innendienst gebraucht. Um sein Interesse für die Missionsarbeit zu berücksichtigen, habe ihn der Orden mit der Finanzverwaltung in diesem Bereich beauftragt. Noch heute ist er als Missionsprokurator für die Kasse verantwortlich.

Dem Festmahl ging ein feierlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin voraus, den vier Geistliche mitzelebrierten, darunter natürlich Heimatpfarrer Moses Gudapati. Festprediger war Pfarrer Hans-Peter Heindl, der sich in Hahnbach zur Ruhe gesetzt hat - ein Studienkollege Schmidbauers. Er zitierte einen Liedtext von Udo Jürgens: "Ich würde es wieder tun". Das treffe auch auf Roberts Priesterleben zu. Vereine hatten ihre Fahnenabordnungen zum Altar entsandt, Kindergartenkinder gratulierten mit einem Gedicht. Der Obst- und Gartenbauverein hatte einen Blumenteppich gelegt.

Bürgermeister Alwin Märkl würdigte die Heimatverbundenheit des Jubilars. Ein Johannisbergfest ohne den Pater sei schlicht nicht vorstellbar. Oft habe er dabei die Hammerbachtaler Musikanten mit der Posaune begleitet. Heuer wird Schmidbauer am Sonntag, 23. Juni, die Festpredigt zum Patrozinium der Johannisbergkirche halten. "Du wirst immer einer der Unsrigen bleiben", sagte Märkl. Norbert Altmann überbrachte die Glückwünsche der Pfarreiengemeinschaft, Uli Piehler gratulierte stellvertretend für die Vereine.

Robert Schmidbauer war 1963 Novize im Kloster Reisach in Oberbayern, 1969 folgte die Priesterweihe, 1975 wurde er zum Missionsprokurator ernannt, 1985 zum Novizenmeister. Von 2001 bis 2008 war der gebürtige Wutschdorfer Prior im Kloster Reisach, seit 2013 lebt er im Karmelitenkloster in Regensburg.

Der Obst- und Gartenbauverein hatte vor der Kirche einen Blumenteppich für Robert Schmidbauer gelegt.
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