16.09.2019 - 12:58 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

"Storm-Crusher-Zeit" in der O'Schnitt-Halle Wurz

So ganz andere Klänge dringen vergangenes Wochenende aus der O'Schnitt-Halle, die regelrecht erbebt. Es ist "Storm-Crusher-Zeit" in Wurz - ganz besondere Tage in dem kleinen Ort.

von Tom KreuzerProfil

Schon bei der Anfahrt zur O'Schnitt-Halle merkt man, dass alles ganz anders ist als sonst. Der Parkplatz ist belagert mit Zelten und Wohnmobilen. Viele kleine Grüppchen sitzen zusammen, quatschen, kochen, essen oder hören Musik. Unzählige Bauzäune grenzen Campingplatz, Parkplatz und O'Schnitt-Halle ab.

Auto-Kennzeichen aus ganz Deutschland und darüber hinaus sind zu entdecken. Ordner und Security als Ansprechpartner an jeder Ecke. Bereits zum dritten Mal hat der Etzenrichter Heavy-Metal-Verein "Storm Crusher" die O'Schnitt-Halle für ein großes Festival gemietet. Die rund 40 Mitglieder sind Profis auf ihrem Gebiet und organisieren mit über 100 freiwilligen Helfern bereits zum achten Mal dieses Spektakel. Aber auch die Wurzer Bewohner haben bereits Freundschaften mit den Heavy-Metal-Fans geschlossen und bieten ihre Dienste an wie Frühstück oder Duschmöglichkeiten.

Nicht umsonst wird der Ort mittlerweile "Little-Wacken" genannt. Der inoffizielle Einlass begann bereits am Donnerstag. Rund 200 Gäste reisten zur Album-Release-Party der Vilsecker Lokalmatadoren von "Atlantean Kodex" an, die in der Szene weltweit einen herausragenden Ruf besitzen und als bekannteste Underground-Band gelten.

Die Schlange vor den Fanartikel-Ständen war so lange, dass sie sich bis außerhalb der Halle erstreckte. Die weiteren der insgesamt 800 Besucher schlugen dann am Freitag in Wurz auf. Bei herrlichem Wetter ging das Headbangen schon um 14 Uhr los. Die Eröffnung lag in den Händen von "God's away on business", die den Band-Contest gewonnen haben. Weiter ging es mit "Küenring" aus Österreich, "Freeways", "Metalian", "Ironflame", "Mass", "Bulldozer", "The Ealted Piledriver" bis gegen Mitternacht der absoluten Höhepunkt nahte, als Rocklegende und Gitarrengott Uli Jon Roth mit seiner Band die Bühne betrat. Von 1973 bis 1978 war er Gitarrist und Songwriter der deutschen Hardrock-Band "Scorpions". Mit seinen Gitarrensets aus seiner Scorpions-Zeit sorgte er für den absoluten Kracher des Abends.

Die Performance war atemberaubend und manch Metal-Fan war fast zu Tränen gerührt wegen der Leistung auf der Bühne. Der Samstag begann bereits um 13 Uhr mit "Nekrovault". Weitere Hochkaräter waren "Blackslash", "Blind Illusion", "Helvetets Port", "Magister Templi", "Stalker", "Necros Christos" und "Lord Vicar". Headliner waren "Atlantean Kodex" und "Demon" aus England. Sie gelten als Legenden des New Wave of British Heavy-Metal und ließen die Halle nochmal erbeben, bevor ein unvergessliches Wochenende in Wurz mit internationalen Bands aus Kanada, Neuseeland, USA, Finnland, Schweden, Italien und Österreich zu Ende ging.

Das Besondere an diesem Festival ist aber auch der soziale Gedanke von "Storm Crusher" und seinen Hauptverantwortlichen Matthias Gmeiner, Benjamin Gebhardt, Andreas Putz und Ralf Teichmann. Sämtliche Einnahmen werden gespendet.

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