23.11.2021 - 09:11 Uhr
Wöllershof bei StörnsteinOberpfalz

Gedenkstunde am Versehrtenfriedhof des Bezirksklinikums

Bürgermeister Markus Ludwig (Mitte) verliest einen Augenzeugenbericht bei der Gedenkfeier am Versehrtenfriedhof des Bezirksklinikums.
von Gabi EichlProfil

Keine großen Reden schwingen, nur erzählen, wie es damals war. Das hat Bürgermeister Markus Ludwig getan, indem er einen Augenzeugenbericht über Flucht und Vertreibung vorlas bei der Gedenkstunde am Versehrtenfriedhof des Bezirksklinikums, die jedes Jahr eine Woche nach dem Volkstrauertag stattfindet.

Im ganz kleinen Rahmen gedachten der Bürgermeister, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, der Medbo-Regionalvertreter Peter Exner und eine Abordnung der Soldatenkameradschaft 1873 Neustadt/WN all der Menschen, die in den Nachkriegsjahren in Wöllershof, damals Versehrten-Krankenhaus, gestorben sind und auf dem eigens angelegten Friedhof beigesetzt wurden.

Höher erinnert daran, dass viele der hier beerdigten Menschen an der Ostfront gekämpft hatten, die in den letzten Kriegstagen nicht mehr weit von hier entfernt war. Viele der Verwundeten seien nicht mehr nach Hause zurückgekehrt und hätten in Wöllershof ihre letzte Bleibe gefunden. Umso wichtiger sei es, derer zu gedenken, die fern ihrer Heimat gestorben seien.

Exner sagt, heute noch erreichten ihn Anfragen von Familienangehörigen der hier begrabenen Menschen, die meisten davon aus Ungarn. Die Hinterbliebenen seien „sehr froh und glücklich“, wenn sie erführen, dass es ein Grab mit Namen gebe und ihre vermissten Großväter eine würdige Bestattung erfahren hätten. Auch die Berichte über die jährliche Gedenkfeier auf dem Versehrtenfriedhof stießen bei den Nachfragenden auf sehr positive Resonanz.

Zwei Trompeter gaben der Gedenkstunde einen würdigen Rahmen.

 

 

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