07.05.2021 - 13:24 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Über 1100 Unterschriften zum Erhalt der Gebäude Kommt jetzt ein Bürgerbegehren zur Schule?

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Im Stadtrat fiel die Entscheidung über den Neubau der Windischeschenbacher Schule äußerst knapp aus. Klar ist die Meinung der Bürger: Viele wollen zu diesem Thema ein eigenes Kreuzerl setzen.

Wolfgang Schick übergibt 1170 Überschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Schulgebäude in Windischeschenbach.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

1170 Unterschriften hat die parteiübergreifende Interessengemeinschaft (IG) Bürgerbegehren "Erhalt der bestehenden Schulgebäude" im Rathaus abgegeben. "Das sind etwa ein Drittel der rund 3500 Wahlberechtigten der Stadt", betont Wolfgang Schick. "Bei circa 33 Prozent der Wahlberechtigten sollte dies ein deutliches Zeichen an die Stadt sein."

In erster Linie geht es den Initiatoren um den Erhalt und die Sanierung der Schulgebäude. Besonders im Blick haben sie das ortsbildprägende lange Schulhaus aus den 50er Jahren. "Hier sind die Klassenzimmer groß", sagt Schick und denkt an ausreichend Platz für Präsenzunterricht unter den momentanen Pandemiebedingungen. "Der Beton-Skelett-Bau aus den 70er Jahren ist hervorragend geeignet, um flexible Lernlandschaften zu entwickeln", lautet die Vorstellung für das weitere Gebäude.

Schick brachte den Ordner im Namen der IG zu Bürgermeister Karlheinz Budnik und Geschäftsleiter Markus Kindsgrab. "Die Übergabe erfolgte sachlich nüchtern", beschrieb Schick die nur wenige Minuten dauernde Aktion. Die Unterschriften hatten er, Daniela Sauer und Eugen Schimmel mit drei Mitstreitern innerhalb einer Woche eingeholt. Alle Beteiligten sind politisch in der Stadt engagiert, gehören entweder den Grünen, den Freien Wählern oder der CSU an. Nur von der SPD ist niemand vertreten. Allerdings ist kein Stadtrat beteiligt. Der wäre sonst vorbelastet und dürfte dann im Gremium nicht mit über diese Sache abstimmen.

"Was zu Windischeschenbach gehört, ist angelaufen worden", berichtet Schick. Die IG war sowohl in der Stadt und in Neuhaus als auch in den Ortsteilen von Bernstein bis Naabdemenreuth, von Gleißenthal bis Dietersdorf unterwegs. "Wir sind insgesamt sehr positiv aufgenommen worden und überrascht von der Resonanz auch in den Ortsteilen." Bei Leuten, die zur Unterschrift sagten "Nein, wir sind komplett für einen Neubau", gab es keine langen Diskussionen "Wir sind lieber weiter, um neue Unterschriften zu sammeln."

Die Aktion an sich und auch die Zahl der Unterzeichner hätten ihn wenig überrascht, sagte Bürgermeister Budnik. Die Stadt hat jetzt vier Wochen Zeit, die Listen zu prüfen, doppelte Unterschriften oder die von nicht Wahlberechtigten auszusortieren. Der Stadtrat entscheidet in der folgenden Sitzung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Dann legt die Stadt einen Termin für die Abstimmung fest, die innerhalb von drei Monaten erfolgen muss.

"Das Bürgerbegehren mit der Bundestagswahl zusammenzulegen, fällt flach", weiß Budnik. Für das Schulprojekt gebe es noch keinen Zeitplan, der sich nun verzögere. Eigentlich wäre die Verwaltung jetzt mit der Ausarbeitung der ersten Vergaben beschäftigt. Doch dem Rathauschef ist auch klar, dass hier zunächst Stillstand herrscht. "Die Pausentaste ist gedrückt." Es sei wirtschaftlich unsinnig, hier weiterzuarbeiten, wenn man nicht wisse, wie die Entscheidung ausgehe. Laut Machbarkeitsstudie geht es um Kosten von rund 18 Millionen Euro für einen Neubau, eine Generalsanierung für 20 Millionen Euro oder eine Teilsanierung um 21 Millionen Euro.

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Hintergrund:

Argumente der Interessengemeinschaft

  • Die Bauten sind sanierungsfähig
  • Sanierung und Erhalt gewährleisten nachhaltige Nutzung und Gestaltung einer zukunftsfähigen Schullandschaft
  • Schulabriss zerstört ortsbildprägende Gebäude

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