11.07.2019 - 11:29 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Stadt will Klärschlamm selber pressen

Bis jetzt kümmert sich eine Firma um den Klärschlamm. Das ist auf Dauer keine Lösung. Der Stadtrat Windischeschenbach sucht in der Kläranlage in Krummennaab nach Alternativen.

Der Krummennaaber Klärwärter Roland Beyer (Mitte) erläutert dem Stadtrat aus Windischeschenbach die Vorteile einer stationären Klärschlammpresse.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Klärschlamm zu entsorgen, wird für die Stadt immer schwieriger. Bis jetzt ist der Windischeschenbacher Klärschlamm gesammelt worden. Zwei Mal im Jahr kam eine externe Firma in die Klärlage, um jeweils zwei Wochen lang mit einer mobilen Anlage den Schlamm zu pressen. Doch die Firmen, die Lohnpressung anbieten, sind sehr gefragt und haben nicht immer Zeit. Es kann schon mal passieren, dass die Stadt in Zugzwang gerät, weil die Schlammbehälter voll sind. Das kann auch Auswirkungen auf die Betriebssicherheit der Anlage haben. All diese Probleme könnte man mit dem Kauf einer eigenen stationären Klärschlammpresse umgehen.

Deshalb machten sich die Mitglieder des Stadtrats auf den Weg nach Krummennaab, wo sie von Bürgermeister Ulrich Roth und Klärwärter Roland Beyer in der nagelneuen Kläranlage in der Trautenberger Au empfangen wurden. Roth kennt die Klärschlamm-Problematik nur zu gut, denn auch Krummennaab stand vor der Entscheidung, weiter Lohnpressen zu lassen oder eine eigene Anlage zu bauen. Krummennaab hat sich für die zweite Lösung entschieden. "Das ist eine reine Bleistiftrechnugn", sagte Roth. 30.000 bis 40.000 Euro koste es jährlich, ein Fremdunternehmen zu beauftragen. Eine eigene Anschaffung amortisiere sich irgendwann. Krummennaab habe sich außerdem für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes entschieden, in dem die neue Kläarschlammpresse untergebracht ist.

Roland Beyer erklärte der Windischeschenbacher Abordnung die Funktionsweise der neue Anlage. Wenn der Polder voll sei, werde gepresst. Die Anlage kann 3 bis 4 Kubikmeter Klärschlamm in der Stunde verarbeiten. Der entwässerte Schlamm bröckelt in drei Container, das Wasser wird in den Abwasserkreislauf zurückgeführt. Der gepresste Schlamm wird der thermischen Verbrennung zugeführt. Ein größerer Vorteil gegenüber einer mobilen Presse sei die Tatsache, dass alles fest installiert ist. "Mit Polymer ist nicht zu spaßen", sagte der Klärwärter. "Mit Schäuchen kann immer ein Problem auftreten und wenn dann etwas passiert, ist die Misere groß."

Der Stadtrat entschied sich nach einiger Diskussion schließlich einstimmig, das Ingenieurbüro Zwick mit einem Bauentwurf zu beauftragen. Laut ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten für eine stationäre Schlammpresse samt Gebäude auf 450.000 bis 550.000 Euro. Um in den Genuss von Zuschüssen zu kommen, muss vorher ein Bauentwurf eingereicht werden.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.