24.09.2019 - 12:35 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Riesentruppe übt im Kinderhaus

Sirenen heulen. Im Haus St. Elisabeth brennt es. Das spricht sich in Windeseile herum. Wenn sechs Feuerwehren ausrücken und die Neustädter mit der Drehleiter durch den Ort brettern, muss etwas Schlimmes passiert sein.

von Rita KreuzerProfil

Doch Entwarnung. Es war nur eine Übung, die Leiterin Hannelore Haberzett angeregt hatte. 140 Aktive von Feuerwehr und Rettungsdienst beteiligten sich. Pünktlich um 19.01 Uhr hat der Brandmelder in einem der drei Wohnhäuser angeschlagen. Die Windischeschenbacher Wehr war mit ihrer Schnelleinsatzgruppe und der Betreuungsgruppe um 19.10 Uhr vor Ort. Es folgte der Atemschutztrupp. Denn es hieß, vier Jugendliche werden vermisst.

Einsatzleiter Christian Sperber hatte zusätzlich die Wehren aus Neuhaus, Dietersdorf, Naabdemenreuth, Bernstein und Neustadt verständigt. Zudem brausten die Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes mit vier Rettungswagen, die Unterstützungsgruppe und die Helfertruppe aus Windischeschenbach und aus Erbendorf zum Kinderheim. BRK-Einsatzleiter Marco Rappl platzierte die Fahrzeuge vor dem Hauptgebäude, in sicherem Abstand zum Brandherd.

Inzwischen drangen die vier Atemschutzträger in das mit Disconebel verrauchte Haus ein. Aus dem oberen Stockwerk quoll der „Rauch“ aus den Fenstern. Die Atemschutzträger fanden die vier vermissten Jugendlichen, bargen sie und übergaben sie vor dem Haus an die Rettungskräfte des BRK. Inzwischen haben die Feuerwehrmänner auch die Ursache des Feuers gefunden: In der Gemeinschaftsküche einer Wohngruppe hatte es eine Verpuffung gegeben.

Mittelerweile stand die Schlauchleitung, die entlang der Drehleiter nach oben geführt wurde. Doch der Wasserdruck reichte nicht aus. Die Männer mussten zusätzlich einen Druckverstärker einbauen und legten zwei Leitungen zur 400 Meter entfernten Waldnaab. Dort entnahmen sie mit zwei zusätzlichen Rohren Wasser für die Brandbekämpfung.

Kommandant André Stessmann schrieb seine Beobachtungen fleißig mit, notierte alle wichtigen Anordnungen und Anforderungen und hörte den Funk ab. Inzwischen war auch Bürgermeister Karlheinz Budnik herangeeilt, der mit der Leiterin des Hauses die Übung besprach. Nach 40 Minuten war das Feuer lokalisiert, die Verletzten in die bereitstehenden Krankenwagen verbracht, das Gebäude ventiliert und vom Nebel befreit worden. Die Floriansjünger konnten ins Feuerwehrhaus einrücken. Dort wartete eine Brotzeit auf sie.

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