09.07.2020 - 11:18 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Neue Freibadtechnik senkt Energiekosten

Die Sanierung der Freibadtechnik hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Die Stadt Windischeschenbach bekommt dafür jede Menge Zuschüsse und spart obendrein an Energiekosten. Das honoriert sowohl der Freistaat als auch der Bund.

Bürgermeister Karlheinz Budnik (rechts) und Bademeister Horst Lindner freuen sich über das Zertifikat der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes. Durch den Austausch der Beckenwasserpumpen werden im Freibad Windischeschenbach 327 Tonnen CO2 eingespart.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Der Stadtrat traf sich am Mittwoch zunächst im Freibad, um die Neuerungen in der Technik zu besichtigen, die während des Winters eingebaut wurden. Bademeister Horst Lindner führte das Gremium in die großen Räume unter dem Betriebsgebäude, die normalerweise kein Badegast zu sehen bekommt. Bevor Lindner die technischen Details erklärte, informierte Bürgermeister Karlheinz Budnik über die Kosten und die Zuschüsse, die Windischeschenbach aus zwei Fördertöpfen erhalten hat. Die Erneuerung der Steuer-, Mess- und Regeltechnik sowie der Hydraulik (Gesamtkosten 200.000 Euro) unterstützte der Freistaat Bayern mit einer 40-prozentigen Höchstförderung. Außerdem gab's für den Austausch der Beckenwasserpumpen (29.000 Euro) 45 Prozent aus einem Programm der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Horst Lindner begann mit seinen Ausführungen bei dem neuen Schaltschrank, der für die Heizung zuständig ist. Die alte Heizung, die seit 1984 ihren Dienst tat, wurde schon vor einige Jahren ausgetauscht und durch drei neue Varianten ersetzt. Das Becken- und Brauchwasser kann mit Gas, durch ein Blockheizkraftwerk und durch die Absorberanlage auf dem Dach beheizt werden. Die neue Elektrik ermöglicht es den Bademeistern diese von einem Tablet aus zu steuern. "Früher mussten wir dafür immer runter in die Technik gehen", erklärte Lindner. "Jetzt greifen alle Komponenten ineinander, was deutlich energieeffizienter ist."

Mit Gas werde normalerweise nur zu Beging der Saison geheizt, um das Beckenwasser auf die nötige Temperatur zu bringen. "Meistens heizen wir mit Sonne", sagt der Freibadchef. Sollte das Wasser auf unter 26 Grad Celsius abkühlen, würde sich die Gasheizung draufschalten. Mit dem Blockheizkraftwerk wird normalerweise das Duschwassser erwärmt. Um die enorme Einsparung zu verdeutlichen, hatte Lindner im Vergleich Zahlen eines anderen Freibades aus der Region parat, das von der Größe mit dem Windischeschenbacher Bad vergleichbar sei. Die Kosten für Gas würden hier jährlich 150.000 Euro betragen. "Bei uns sind es gerademal 9000 Euro." Dazu würden auch die Beckenabdeckungen beitragen, die der Freibadförderverein finanziert hat.

Weiter ging es in das "Herzstück der Technik", wie Lindner die Wasseraufbereitung nannte. "Unser Wasser hat nahezu Trinkwasserqualität", stellt der Bademeister heraus. Doch auch hier wird mit dem effizienten Einsatz neuester Technik ordentlich gespart. Der neue Frequenzumrichter steuert die erneuerten Beckenwasserpumpen nach Bedarf, was eine Stromkostenersparnis von 60 Prozent bedeutet. Außerdem werde die Anlage dadurch weniger belastet. "Eine Investition, die sich auch langfristig bezahlt macht."

Öffnung mit Hygienevorschriften

Windischeschenbach

Horst Lindner machte dem Stadtrat deutlich: "Von der Energieeffizienz sind wir das beste Bad in der Region." Dieses Engagement belohnte das Bundesumweltministerium mit einem Zertifikat. Bürgermeister Budnik überreichte die Urkunde im Beisein des Stadtrats an den Freibadchef. "Die Stadt Windischeschenbach schützt mit dem Projekt Austausch von Beckenwasserpumpen das Klima. Insgesamt werden hierdurch 327 Tonnen CO2 eingespart", heißt es auf dem Dokument, das der Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold unterschrieben hat.

Seit der Öffnung vor ein paar Wochen besuchen Badegäste aus der gesamten Region das Freibad Windischeschenbach. "Wir hören viel Lob, auch für unseren neuen Kioskpächter", freut sich der Bürgermeister. Einen Dank richtete er auch an Thomas Wilhelm, der sich als Energieberater sehr in das Projekt mit eingebracht hat.

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