08.09.2020 - 09:40 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Kabarett "aber witzig"

„Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“ Dieses Bonmot von Erich Kästner durchzog die Vorpremiere des neuen Programms „aber witzig“ von Kabarettist HG. Butzko.

Der Kabarettist in voller Aktion. HG. Butzko präsentiert eine Vorpremiere seines neuen Programms „aber witzig“.
von Redaktion ONETZProfil

In der Vergangenheit hatte der mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnete Gelsenkirchner HG. Butzko bereits acht Auftritte bei Futura ’87 auf der Bühne im Obergeschoss der Mehrzweckhalle. Diesmal musste man coronabedingt in den großen Raum ausweichen. War dieser am Freitagabend mit rund 60 Zuhörern noch gut besucht, so verloren sich am Tag darauf die 25 Gäste fast auf den im vorgeschriebenen Abstand aufgestellten Einzel-, Zweier- oder Mehrfachstühlen, was aber die Qualität der Darbietung nicht beeinträchtigte.

HG. Butko servierte ein zweimal 45-minütiges Nonstop-Programm, das immer wieder zu süffisantem Schmunzeln oder auch befreiendem Gelächter führte und am Schluss mit großem Applaus bedacht wurde. Auf der spartanisch mit Stehtisch und Barhocker ausgestatteten Bühne agierend verlangte er unausgesprochen von seinem Publikum ein bestimmtes Vorwissen und die Bereitschaft zum Mitdenken. Ausdrucksstark in Wortwahl und Stimmimitation, aber auch mit nonverbalen Kommunikationsmitteln wie Mimik, Gestik und Körperhaltung überbrachte er seine hintersinnigen Gedanken in einer Mischung aus lustigen Gags, Infotainment, gezielter Nachdenklichkeit und bewusster Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen.

Der erste Teil des Programms war geprägt von der Corona-Pandemie, die er aus verschiedenen Blickwinkeln hinterfragte. Gesundheitsminister Jens Spahn als „Bonsai-Orban“ bekam ebenso sein Fett weg wie Virologe Christian Drosten, Bill Gates oder die WHO als „weltweit handlungsunfähige Oberdeppen“. Nach der Pause schilderte Butko seine Eindrücke von seiner neuen Wohnstätte Berlin, einer Stadt, welche die Kapitulation draufhabe und in der „nischd passiert“, und insbesondere seine Erfahrungen in einer dortigen Klinik, die in eine zwar humorvolle, doch harsche Kritik am deutschen Gesundheitswesen mündeten.

Fazit: Wenn der Motor der Kultur nach verordneter Sendepause auch noch mit nur verminderter Drehzahl läuft, so bleiben doch die Hoffnung und der Wunsch auf weiter zunehmende Veranstaltungen, auch in unserer Region. Der Kleinkunstbühne Futura’87 ist zu danken. HG. Butzko und seine Künstlerkollegen, deren Nöte er in der Zugabe verdeutlichte, haben es allemal verdient.

Das Futura-Programm im Herbst

Windischeschenbach
Der Kabarettist in voller Aktion. HG. Butzko präsentiert eine Vorpremiere seines neuen Programms „aber witzig“.
Der Kabarettist in Aktion. HG. Butzko präsentiert eine Vorpremiere seines neuen Programms „aber witzig“.
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