08.05.2020 - 09:58 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Geozentrum an der KTB wartet auf Besucher

Geschlossen. Abgesagt. Verschoben. Diese drei Worte bestimmten auch den Betrieb im Geozentrum an der KTB. Doch am Montag soll es wieder losgehen. Mit einigen Überraschungen, verspricht der Leiter.

Der Bohrturm im Geozentrum an der KTB steht zurzeit symbolisch für die Verluste, die sich dort coronabedingt auftürmen. Die Mitarbeiter hoffen deswegen, dass viel Besucher kommen, wenn ab Montag wieder geöffnet ist.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Seit bald acht Wochen kommt kein Schüler, kein Ausflügler und kein Zuhörer eines Vortrags in das Museum mit Umweltstation auf den Hügel bei Naabdemenreuth. Doch am Montag, an dem normalerweise landauf, landab Museen geschlossen sind, stehen die Türen wieder offen. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagt der wissenschaftliche Leiter Dr. Frank Holzförster. "Wir haben die Zeit für Renovierungen und die Überarbeitung einzelner Ausstellungsmodule genutzt."

Ebenso arbeitet das Team intensiv an der neuen Rohstoffausstellung, die um Pfingsten herum eröffnen soll. Sie hat drei Schwerpunkte: Sand und Kies, Graphit - ein Industriemineral, das in jedem Autoreifen zu finden ist - und Seltene Erden, ohne die Handys und Laptops nicht laufen würden. All dies wird in Bezug zur Oberpfalz gesetzt, die bekanntlich das Eisenzentrum des Mittelalters war. Zudem wartet der Museumsshop mit neuem Schmuck und anderen Mitbringseln auf.

Das alles ändert nichts daran, dass das Geozentrum coronabedingt für die ersten Monate 2020 ein Minus von 40 000 Euro verkraften muss. Das liegt nicht nur am fehlenden Umsatz im Geoshop. "Unser Labor war von April bis Ende Juni komplett mit Schulklassen ausgebucht, doch es darf keine kommen", seufzt Holzförster. Rechnet man eine Klasse mit 20 Schülern bei 6 Euro Eintritt pro Kind und Labortag und vier Labortagen pro Woche, kann man nachvollziehen, wenn er sagt: "Das tut weh."

Holzförster hofft nun vermehrt auf Tagestouristen und Wanderer. Immerhin: Die fürs Frühjahr geplante Klima-Vortragsreihe soll nun von Oktober bis Advent stattfinden. In der Zwischenzeit tüftelt das Geozentrum an Ferien-Angeboten für Familien. Auch am Bohrturm will man was vom Kuchen namens "Urlaub daheim" abhaben.

Über einen Lichtblick freut sich in der Zwischenzeit Stephan Oetzinger. Der Landtagsabgeordnete ist Vorsitzender des Träger- und Fördervereins des Geozentrums. Er dankt Landrat Andreas Meier und dem Kreistag für 50 000 Euro Zuschuss. Gleiches gelte für Bayerns Umweltminister Torsten Glauber. Der habe versichert, die für 2020 zugesagten Mittel für Modellprojekte für Umweltstationen wie das Geozentrum auszubezahlen.

Wann der Förderverein seine ursprünglich am 11. Mai angesetzte Jahreshauptversammlung abhalten kann, steht noch nicht fest. Einstweilen würde sich Oetzinger über Spenden für den Verein freuen. Die seien gerade in Coronazeiten wichtig. Denn: "Das Geozentrum hat einen ganz schwierigen Sommer vor sich."

Mehr zur Geschichte der KTB

Die ursprünglich geplante Vortragsreihe im Geozentrum

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