11.09.2020 - 12:49 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Eigene Klärschlammpresse die beste Lösung

Bis jetzt beauftragte die Stadt Windischeschenbach eine externe Firma, um ihren Klärschlamm zu pressen. Doch nun will sie eine eigene Anlage anschaffen. Der Stadtrat gibt dazu grünes Licht.

Der Stadtrat trifft sich in der Kläranlage, um über die Anschaffung einer stationären Klärschlammpresse zu entscheiden. Infos gibt's von Günther Schwab (Vierter von rechts) vom Ingenieurbüro Zwick und Klärwärter Ingo Braun (Zweiter von links).
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Die Sitzung des Stadtrats begann am Mittwoch mit einem Ortstermin in der Kläranlage Windischeschenbach. Bürgermeister Karlheinz Budnik hieß dazu Günther Schwab vom Ingenieurbüro Zwick willkommen, der das Gremium umfassend über den Bau einer Halle mit Klärschlammpresse informierte. Bereits vor über einem Jahr hatte sich der Stadtrat schon einmal mit dem Thema beschäftigt und dazu die neue stationäre Klärschlammpresse in der Kläranlage in Krummennaab besichtigt. Schon damals waren sich die Räte einig, dass eine solche Anlage auch in Windischeschenbach gute Dienste leisten könnte.

Bis jetzt wird der Klärschlamm von Zeit zu Zeit von einem Lohnunternehmen gepresst, dass mit einer mobilen Presse in die Kläranlage kommt. Diese mobilen Anbieter sind sehr gefragt, weshalb es laut Schwab oft zu "dramatischen Engpässen" kommt. "Man muss die Firmen oft auf Knien bitten, damit sie den Auftrag annehmen", berichtete der Diplom-Ingenieur. Die Arbeit des Lohnpresser koste nicht nur Geld, sondern benötige auch Unmengen von Strom und Wasser, weil der Klärschlamm auf einmal gepresst werden müsse. Verteile sich das Pressen aufs ganze Jahr, könnte Brauchwasser verwendet und Stromspritzen vermieden werden.

Stadtrat informierte sich bereits 2019 in Krummennaab

Windischeschenbach

Eine stationäre Anlage käme der Stadt langfristig wesentlich günstiger und habe sich nach 20 Jahren amortisiert, informierte Schwab. Es sei auch mit Fördermitteln zu rechnen. Der Diplom-Ingenieur stellte den Räten zwei errechnete Varianten vor - einmal die Halle samt Anlage und Garage (353.633 Euro), einmal ohne Garage (227.698 Euro). Für das Dach in Nord-Süd-Ausrichtung ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen.

Stadtrat Thomas Wilhelm (CSU) erklärte dem Gremium, warum es sich durchaus lohnt, in eine PV-Anlage zu investieren, die vor allem Strom für den Eigenverbrauch produziert. "Eine Kläranlage benötigt rund um die Uhr Strom", sagte er. Der Eigenverbrauchsanteil liege hier bei 88,81 Prozent. Einstimmig befürwortete der Stadtrat die Anschaffung der mobilen Presse, den Bau einer Halle mit Garage und einer Photovoltaikanlage.

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