30.09.2019 - 13:55 Uhr
WiesauOberpfalz

Ein Ton in Gottes Melodie

Markus Nees ist seit Sonntagnachmittag auch offiziell neuer Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Wiesau/Falkenberg. Installiert wurde er von Dekan Thomas Vogl aus Waldsassen, der auch gedankliche Geschenke überreichte.

von Werner RoblProfil

Gleich zwei festliche Anlässe standen am Sonntag im Terminkalender: Wiesau feierte das Patrozinium der Pfarrkirche St. Michael. Auf den Gedenktag legte man auch die Installation des neuen Seelsorgers, Markus Nees, der am 1. September die Nachfolge von Maximilian Roeb angetreten hatte. Gefeiert wurde die Amtseinführung mit einem Kirchenzug und einem anschließenden Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Danach bot sich die Gelegenheit, den neuen Geistlichen von St. Michael (Wiesau) und St. Pankratius (Falkenberg) mit einem persönlichen „Herzlich willkommen“ zu begrüßen.

Viele Fahnen wehten, der Oberpfälzer Himmel zeigte sich weiß und blau. Vereint läuteten die Kirchenglocken, als sich der Festzug, beginnend von der Grundschule, in Richtung Kirche begab. Formiert hatten sich auch die Vereine und Vertreter aus der Kommunalpolitik beider Gemeinden, um gemeinsam mit dem Waldsassener Dekan und Stadtpfarrer Thomas Vogl und einer Pfarrerabordnung Markus Nees in seine künftige Wirkungsstätte zu geleiten.

Der Empfang am Vorplatz war überaus herzlich. Begrüßt wurde Nees vom Pfarrgemeinderatssprecher Hubert Konz. „Du bist ein Ton in Gottes Melodie“, sangen die Buben und Mädchen der Kindergärten, um danach ein buntes Spalier mit gelb-weißen Fähnchen zu bilden. Mit der Aufforderung, die Kirchentüren zu öffnen, wurde Nees vom Dekan in das Gotteshaus gebeten. „Herzlich willkommen“ war auf ein großes Herz gemalt, von dem der neue Seelsorger am Altar empfangen wurde. „Ich bitte Gott um Beistand“, sprach er – bevor er die Stufen betrat - ein kurzes Gebet.

Den Altarraum füllte eine ansehnliche Zahl an Geistlichen, darunter der aus Wiesau stammende Bärnauer Stadtpfarrer Konrad Amschl. Am Altar standen zudem Pater Charles John und Ruhestandsgeistlicher Siegfried Wölfel aus Friedenfels. Eingeladen waren der evangelisch-lutherische Amtsbruder Martin Schlenk und einige Studienkollegen. Das Bild vervollständigten viele Ministranten und Fahnenabordnungen. Die Messe gestaltete der Kirchenchor musikalisch, an der Orgel spielte Jakob Schröder.

Dekan Vogl stellte eingangs fest: „Ihr Kommen ist ein Ausdruck dafür, dass Sie mit Pfarrer Nees den Weg gemeinsam gehen wollen.“ Kurz stellte er auch den Geistlichen vor, der künftig – zusammen mit Pater Charles John – in der Pfarreiengemeinschaft wirken wird. „Im Miteinander wird die Kirche lebendig und erfahrbar“, ergänzte der Waldsassener Stadtpfarrer. Die Tageslesungen wurden von Andreas Staufer aus Falkenberg und Hubert Konz aus Triebendorf vorgetragen.

„Anlässe wie heute fordern auch Geschenke“, erklärte Pfarrer Vogl in seiner Festansprache und verwies auf Attribute des Kirchenpatrons St. Michael: das Schwert, das den Erzengel auszeichnet. „Das andere ist eine Waage.“ Man brauche sie, um ausgleichend zu wirken. Es sei ein schöner Zufall, dass Nees‘ Einführung mit dem Kirchenpatrozinium zusammenfalle. „Schwert und Waage: Ich glaube, du wirst beides brauchen“, mahnte der Klosterstädter, das Schwert nicht als ein Symbol von Macht, sondern als ein Zeichen für Entschiedenheit Kraft und Klarheit anzusehen. „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“, zitierte er Paulus‘ Timotheus-Brief und empfahl auch mit Sanftmut zu wirken. Die Betonung legte Vogl besonders auf den zweiten Teil des Wortes: „Mut“, den man brauche, um eine Gemeinde Gottes zu werden.

Nach den Worten Vogls legte Pfarrer Nees sein Bereitschaftsversprechen ab. Später dankte er für die guten und wie er betonte „erfrischenden Worte“, nicht zuletzt auch für die große Teilnahme an seiner Amtseinführung. Nach gut zwei Stunden erklang ein feierliches „Großer Gott wir loben dich“.

Herzliche Grußworte:

Das Wohl der Menschen im Blick

Für die politische Gemeinde sprach Bürgermeister Toni Dutz. Rechtzeitig, um dabei sein zu können, war er aus seinem Urlaub zurückgekehrt. Als Begrüßungsgeschenk hatte er ein Exemplar der Wiesauer Chronik einpacken lassen. „Wie willkommen Sie sind, zeigt sich nicht zuletzt an der regen Beteiligung der Wiesauer und Falkenberger. Sie haben heute, wohl auch wegen ihres guten Rufes, der ihnen aus Altenstadt vorauseilte, viele bewegt.“ Kirche und Politik seien ein weites Feld, zitierte er Theodor Fontane. „Hier wirken Sie, dort wirke ich.“ Aber man habe einen gemeinsamen Nenner, stellte Dutz klar: „Allen geht es um das Wohl der Menschen. Dafür arbeiten wir gemeinsam.“ Beruf komme von Berufung. Für einen Geistlichen gelte das ganz besonders.

„Die Berufung ist eine gute Sache“, fügte der evangelische Pfarrer Martin Schlenk hinzu. „Ich könnte mir keinen schöneren Beruf für mich vorstellen“, gestand Schlenk. Man müsse jede Gelegenheit nutzen, um die Menschen mit dem Evangelium Christi vertraut zu machen, betonte der evangelische Geistliche, der abschließend hinzufügte: „Ich wünsche Ihnen, Pfarrer Nees, einen guten Anfang, eine gute Zeit und möge Gott Ihnen immer zur Seite stehen.“ (wro)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.