10.11.2020 - 16:19 Uhr
WiesauOberpfalz

Tiefbrunnen bei Leugas wird für eine halbe Million Euro erneuert

Die derzeit laufende Sanierung des Tiefbrunnens im Pechofener Hölzl wurde bereits vor Monaten vom Marktrat beschlossen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 500 000 Euro. Über Details berichten Mitarbeiter aus dem Rathaus und Wasserwerk.

Fachlich betreut werden die Arbeiten von der Osel Bohr GmbH, Piewak und Partner GmbH, dem Wasserwirtschafts- und Gesundheitsamt.
von Werner RoblProfil

Brunnen 7 wird die rund 140 Meter tiefe Trinkwasser-Quelle im Pechofener Hölzl genannt. Seit Mitte der 1960er Jahre versorgt sie den Markt Wiesau und dessen Gemeindeteile mit Trink- und Brauchwasser. Nach Angaben des Wasserwartes Martin Förster ist Brunnen 7 mit einer Schüttung von sechs Litern pro Sekunde eine von insgesamt drei aktiven Quellen im Gemeindegebiet. Das Vorkommen im Wald, unweit des Pechofenmodells, ist derzeit aber stillgelegt. Grund dafür sind umfangreiche Sanierungsarbeiten. Die Gemeinde investiert rund eine halbe Million Euro, um die Versorgung mit Wasser im Ort zu sichern. Die Summe wurde im laufenden Haushalt bereitgestellt.

Laut Angaben von Thorsten Meiler, technischer Angestellter im Rathaus, und Wasserwart Martin Förster muss die gesamte Abdichtung erneuert werden. Zuletzt wurden immer wieder Sandeinträge festgestellt, die die Pumpe in Mitleidenschaft zogen. „Die ständigen Reparaturen wären viel zu aufwändig.“ Daher habe man sich, um dies abzustellen, für eine Komplett-Sanierung von Brunnen 7 entschieden, ergänzt Meiler mit Blick auf den Marktratsbeschluss im Dezember vergangenen Jahres.

Bericht zum Marktratsbeschluss

Wiesau

Der Sachbearbeiter erklärt: „Der Brunnenschacht muss an gleicher Stelle neu erbohrt werden.“ In der Fachsprache ist von einer „Überbohrung“ des vorhandenen Schachtes die Rede. „Ein neuer, etwa an anderer Stelle, entsteht dadurch nicht“, unterstreicht Thorsten Meiler.

Die Sanierungsarbeiten mitten im Wald zwischen Wiesau und Leugas sind bereits angelaufen. Das in die Höhe ragende Bohrgerät wurde vor einigen Tagen von der Bamberger Osel-Bohr GmbH angeliefert und in Betrieb genommen. Ein hoher Zaun sichert die Baustelle. Nach Angaben des Wasserwartes dauern die Arbeiten bis voraussichtlich Frühjahr 2021. Gearbeitet wird nahezu hauptsächlich unter der Erde.

Parallel dazu entsteht derzeit im Gemeinde-Bauhof ein fünf mal fünf Meter großes Brunnenhaus mit Flachdach in Holzbauweise. Das Gebäude, das bislang fehlte, dient dem künftigen Schutz der Quelle und der technischen Anlagen. „Mit dem Neubau schaffen wir eine Verbesserung der Zugangsmöglichkeit zur Anlage“, informiert Thorsten Meiler. Zudem diene das Brunnenhaus dem Arbeitsschutz des Wasserwartes, beschreibt er die Vorteile. Mit den Restarbeiten, zum Beispiel dem Ausbau des "Brunnenstube" genannten Quellschachtes im Erdinnern oder der Erneuerung der elektrischen Anlagen, wurden Handwerker vor Ort beauftragt. Mit eingebunden, um den Boden und die Geologie an der Quelle zu untersuchen, war das Bayreuther Ingenieurbüro Piewak und Partner. Fachlich betreut wird das Tiefenvorhaben zudem vom Weidener Wasserwirtschaftsamt und dem Gesundheitsamt in der Kreisstadt, die beratend zur Seite stehen.

Auf ihr Wasser müssen die Wiesauer trotz des stillgelegten Brunnens derzeit freilich nicht verzichten. Aktuell versorgt wird das Gemeindegebiet durch die beiden aktiven Brunnen: Nummer 8 befindet sich auf einem Gelände zwischen Leugas und Schönhaid, Nummer 9 schüttet in der Nähe von Leugas. Zudem liefert die Steinwaldgruppe Fremdwasser aus ihren vorhandenen Quellen. Aus den restlichen Quellen 1 bis 6 rund um das Gemeindegebiet werde derzeit kein Wasser entnommen, erklärt Martin Förster.

Während der Sanierungsarbeiten kommt es auf dem Feld- und Forstweg entlang der Quelle zu unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen. Thorsten Meiler versprach, darüber stets zeitnah zu informieren.

Hier ein Abriss über die Geschichte der Wiesauer Wasserversorgung

Wiesau
Mit der Inbetriebnahme des Bohrgerätes, geliefert von der Bamberger Fachfirma Osel GmbH, starteten die Sanierungsarbeiten im Pechofener Hölzl.
Die derzeit laufenden Bohrarbeiten werden voraussichtlich bis Frühjahr 2021 dauern.
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