28.07.2021 - 12:05 Uhr
WiesauOberpfalz

Symbolischer erster Spatenstich für Kulturbahnhof Wiesau

Das Innere des künftigen Kulturbahnhofs Wiesau wird derzeit entkernt. Mit einem symbolischen Spatenstich startete die Sanierungsbaustelle jetzt auch offiziell. In zwei Jahren soll alles fertig sein und wieder Leben einkehren.

Offizieller Spatenstich am Bahnhof: Im Bild (vorne von links) Bauleiter Siegfried Weiß, Zweiter Bürgermeister Michael Dutz, Veronika und Florian Sirch (Geschäftsführer der Firma Karl Roth Baumeister GmbH in Wunsiedel), Uwe Reil und Dr. Emil Lehner (SHL Architekten), Bürgermeister Toni Dutz, Hubert Schmid (Vertreter der Regierung) und Dritter Bürgermeister André Putzlocher.
von Werner RoblProfil

Beim offiziellen ersten Spatenstich am 1882 errichteten und zuletzt leerstehenden Bahnhofsgebäude in Wiesau sprach Bürgermeister Toni Dutz von einem „historischen Tag an einem historischen Ort“. Beim Festakt an der Baustelle betonte das Wiesauer Gemeindeoberhaupt in Anwesenheit vieler Gäste: „Ich bin froh darüber, dass wir heute hier stehen dürfen.“ Dankbar wandte er sich an den Leitenden Baudirektor und Sachgebietsleiter Städtebau bei der Regierung der Oberpfalz, Hubert Schmid: „Ohne die Förderung der Regierung hätten wir die Sanierung des Bahnhofs – das zweite Wahrzeichen Wiesaus neben der Kreuzbergkirche – niemals verwirklichen können.“

Klare Forderungen

Im Namen des Landkreises und in seiner Eigenschaft als Stellvertreter des Landrats betonte er: „Mehr und mehr erkennt auch der Landkreis die überörtliche Bedeutung des im italienischen Stil erbauten historischen Gebäudes, aus dem ein Kulturbahnhof entstehen wird.“ Erneut forderte er eine finanzielle Unterstützung des Landkreises ein. „Ich hoffe auf eine baldige positive Entscheidung des Kreistages.“ Noch aber sei der Prozess „Förderung für Wiesau“ nicht abgeschlossen, bedauerte Toni Dutz. Ein mahnendes Wort richtete das Gemeindeoberhaupt an die Deutsche Bahn AG: „Wenn der Verkehr von der Straße auf die Schienen verlagert werden soll, dann müssen die Bahnvertreter tätig werden.“ In diesem Zusammenhang forderte Dutz attraktive Verbindungen und einen deutlich verbesserten Fahrplan für Wiesau in den Abend- und Nachtstunden.

„Ankommen, wieder wegfahren und verweilen. In diese Richtung bewegen wir uns jetzt“, fasste Dutz mit Blick auf laufende Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes zusammen. Abschließend bedankte er sich beim Vertreter der Regierung der Oberpfalz, Hubert Schmid, für die „großartige Unterstützung“, die es dem „kleinen Ort Wiesau“ möglich machte, die Maßnahme voranzutreiben. Diese sei für den Ort von besonderer Wichtigkeit. „Alle zogen an einem Strang. Ich bedanke mich dafür.“

Angereist sei er mit dem Zug, berichtete Hubert Schmid. „Ich war überrascht, wie angenehm man – ohne Stau, ohne Stress und ohne ein einziges Mal umsteigen zu müssen - von Regensburg nach Wiesau fahren kann.“ Seit nunmehr 50 Jahren unterstütze man die Kommunen bei der Stadt- und Ortssanierung, um mit Mitteln der Städtebauförderung den gesellschaftlichen Strukturwandel zu meistern. „Gerade in der Oberpfalz haben sich inzwischen viele Gemeinden sehr zum Positiven entwickelt“, unterstrich Schmid. Für die Stadtsanierung gebe es kein Patentrezept, beleuchtete er die spezifischen Schwächen und Stärken und die damit verbundenen „unterschiedlichen Probleme“. Dem Wiesauer Bahnhof komme eine besondere Bedeutung zu.

10,2 Millionen Euro

Schmid erinnerte an anderer Stelle an den Bau der Eisenbahn vor über 100 Jahren. „Wiesau wurde zum Eisenbahnknotenpunkt.“ Das markante Bahnhofsgebäude war – so Schmid – für die Ortsentwicklung maßgeblich. Mit Blick auf das Baustellenende in voraussichtlich rund zwei Jahren folgerte er: Man solle sich hier wohlfühlen und einen guten Eindruck mitnehmen. „Außerdem soll der vom Markt Wiesau 2013 erworbene Bahnhof - im Mittelpunkt des Landkreises - für die Gemeindebürger zu einem kulturellen Treffpunkt und zu einem Ort der Begegnung werden.“ Die Kosten, um die Maßnahme umzusetzen, bezifferte Hubert Schmid auf rund 10,2 Millionen Euro. Aus der „Förderoffensive Nordostbayern“ wurden für den Bahnhof in Wiesau rund 3,7 Millionen Euro bewilligt.

Wiesau werde ein gutes Stück nach vorne gebracht, hob Dr. Emil Lehner hervor. Der Fachberater und Stadtplaner (SHL Architekten) aus Weiden schob nach: „Wir bauen hier für die Bürger und für alle Altersschichten.“ Emil Lehner freute sich auf den „spannenden Tag, wenn alles fertig ist“. Diesen Tag werde man, hoffentlich ohne Corona, zünftig feiern, versprach Bürgermeister Toni Dutz. „Der erste Schritt ist gemacht.“ Erneut und mit deutlichen Worten forderte Dutz die barrierefreie Umgestaltung der Bahnsteige und deren Zugänge: „Die Gemeinde Wiesau erwartet, dass Bund, Land und Bahn AG in dieser Sache tätig werden.“

Kürzlich gab es einen symbolischen Spatenstich im interkommunalen Gewerbegebiet Wiesau

Wiesau
Die Baustelle wurde vor wenigen Tagen eingerichtet. Die Arbeiten sind bereits im vollen Gange.
Im Namen der Regierung der Oberpfalz sprach der Leitende Baudirektor Dr. Hubert Schmid (rechts). Mit im Bild (von links) Dritter Bürgermeister Andrè Putzlocher und Rathauschef Toni Dutz.
Das Bahnhofsgebäude ist bereits von einem Gerüst umgeben. Erster Schritt ist die Entkernung des Innenbereichs.

„Alle zogen an einem Strang. Ich bedanke mich dafür.“

Bürgermeister Toni Dutz

 

 

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