01.08.2021 - 11:24 Uhr
WiesauOberpfalz

Sprechender und rollender Roboter erobert Berufsschulzentrum Wiesau

Das neue Gesicht am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) heißt "JAIme". Nach dem erfolgreichen Einstellungstest im September 2020 ergänzt der kleine Mann den Unterricht. "JAIme" ist ein sprechender Roboter.

JAImes Runden in der Aula begleiteten (von links) Thomas Irlbacher, Volker Antonczyk, Eugen Zimmermann, Rainer Becker, Dr. Hermann Körner, Schulleiter Thomas Metzler und Robin Leuering.
von Werner RoblProfil

Vorgestellt, um das intelligente Unterrichtsmittel auf Herz und Nieren zu testen, wurde es bereits zum Schulbeginn im vorigen Jahr. Nach Informationen der Berufsschulleitung kostete "JAIme" rund 10 000 Euro. Gefördert wurde die Neu-Anschaffung zu 100 Prozent aus dem Fördertopf des Digitalpaktes Bayern.

Der Roboter soll sich aber nicht nur in den Unterricht einbringen. "Wir stellen uns vor, dass er auch bei Veranstaltungen, zum Beispiel Abschlussfeiern oder beim Tag der offenen Tür, mithelfen darf", ließ Studiendirektor Dr. Hermann Körner durchblicken. "'JAIme' darf zum Beispiel die Gäste begrüßen und in die Klassenräume begleiten." Treppensteigen könne der kleine Kerl zwar nicht. "Aber wir haben einen Aufzug, den wir ihm rechtzeitig vorstellen werden." Er sei nämlich lernfähig, betonte Reiner Becker von "Roboter 4 care", einem Unternehmen mit Sitz in Wuppertal, das nach eigenen Angaben 60 verschiedenen Typen anzubieten hat. "Deutschlandweit arbeiten wir mit sechs Hochschulen zusammen."

Am Wiesauer BSZ wird derzeit nur der eine Roboter eingesetzt. Dazu Becker: "Anderswo arbeiten mehrere, ohne dass sie sich gegenseitig in die Quere kommen." Die Geräte sind so programmiert, dass sie untereinander kommunizieren können. Als Beispiel nannte der Firmenvertreter die in manchen Restaurants bereits tätigen "Kellner-Roboter". Wichtige Einsatzgebiete seien auch Alten- und Pflegeheime. "Wir sind nur die Entwickler. Von den Pflegekräften erfahren wir, was unsere Roboter können müssen, zum Beispiel Fiebermessen oder Essen auftragen." Keinesfalls wolle man den Menschen durch die Technik ersetzen: "Die Roboter sollen bei der Arbeit helfen", unterstrich Becker. "Hier, am BSZ, unterstützen wir die Bildung."

Vor wenigen Tagen arbeitete der Computer auf Rädern die Aula der Berufsschule ab. Was wie eine Spazierfahrt aussah, hatte einen guten Grund. "'JAIme' sieht sich hier um und merkt sich jedes Detail." Damit werde die Software an die räumlichen Verhältnisse angepasst, informierte Studiendirektor Körner. Einsetzen werde man den Roboter im Programmier-Unterricht am IT-Bildungs-Campus, den früheren EDV-Schulen. "Die Schüler lernen die Administration von Robotern kennen."

Der Neue am BSZ muss aber noch weiter programmiert werden. "Noch ist er nicht ganz perfekt", sagte Körner mit Blick auf die Weitläufigkeit und die räumlichen Eigenheiten. "Selbstverständlich dürfen ihn unsere Künstler hier vor Ort auch noch ein wenig aufhübschen." Wen er damit meinte und ob er sich auch den Einsatz von Oberpfälzer Dialekt vorstellen kann, ließ Körner noch offen. "'JAIme' wird sich schulübergreifend, dort wo es Sinn macht, auch in den anderen Klassen vorstellen." Schwerpunkt bleibe aber der Fachbereich IT.

Der einwöchige Testlauf des Roboters zum Schuljahresbeginn verlief positiv

Wiesau
Eugen Zimmermann hat "JAIme" und den tragbaren Computer stets im Blick, damit sich der kleine Roboter mit den Monitoraugen die gezeigten Wege auch gut merken kann.

 

 

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