08.06.2021 - 16:21 Uhr
WiesauOberpfalz

Neuer Kindergarten in Wiesau: Ein Ort zum Austoben und Wohlfühlen

Der künftige Kindergarten an der Andreas-Thoma-Straße in Wiesau wird von der Ziegler-Group gebaut. Im Marktrat stellte Architekt Sebastian Keck die Entwurfsplanung und das Konzept vor. Das Gremium zeigte sich angetan und gab grünes Licht.

Die Grafik zeigt eine 3D-Ansicht des neuen Kindergartens an der Andreas-Thoma-Straße.
von Werner RoblProfil

Seit Februar ist bekannt, dass die Ziegler-Group in Wiesau den benötigten dritten Kindergarten bauen wird. Einige Zeit danach stand mit dem BRK-Verband auch der Träger der Einrichtung fest, die auf einem 3200 Quadratmeter großen Grundstück der Gemeinde an der Andreas-Thoma-Straße errichtet wird. In der jüngsten Marktratssitzung am Montag wurden nun die Entwurfsplanung und das Konzept des derzeit noch namenlosen Kindergartens präsentiert.

„Dass sich die Firma Ziegler engagiert, ist nicht selbstverständlich“, betonte Bürgermeister Toni Dutz und informierte, dass die Entwürfe und das Konzept mit den zuständigen Fachstellen – Jugendamt Tirschenreuth und Fachbereiche Bau und Fachpädagogik bei der Regierung der Oberpfalz – bereits abgestimmt worden seien. Eingebunden waren laut Dutz auch die Fördergeldgeber. „Der Entwurf wurde in enger Zusammenarbeit mit dem künftigen Träger, dem BRK-Kreisverband, erarbeitet“, unterstrich der Bürgermeister bei der Sitzung in der Schulturnhalle.

„Zukunftsfähig und modern“

Architekt Sebastian Keck von der Ziegler-Group legte 3D-Ansichten und eine Grundrisszeichnung des künftigen Kindergartens vor und ging näher auf das sogenannte Reggio-Konzept (siehe Infokasten unten) ein. Letzteres sei „zukunftsfähig und modern“. Die Anlage aus mehreren Gebäuden werde eine Art Marktplatz aufweisen, den Keck als Piazza bezeichnete. Zudem werde es einen „schönen Vorplatz“ geben, der für Entschleunigung sorgen könne. Ziel müsse es sein, dass die Kinder gerne in den Kindergarten gehen.

Keck versprach eine Reihe „kleiner Schmankerl“, auf die sich die Kinder und das Personal freuen dürften. Als ein „Herzstück“ beschrieb er die zentrale Küche, die zum gemeinsamen Kochen einladen solle. Wenn möglich, könnten hier auch die Eltern mit ins Boot geholt werden.

Weitere Stellflächen

„Von Berufswegen spielt das Baumaterial Holz eine besondere Rolle“, erklärte Keck zur Bauausführung. Trotz der bereits bestehenden Parkplätze entlang der Andreas-Thoma-Straße sollen im Bereich der neuen Kindertagesstätte weitere drei Stellflächen geschaffen werde. Auf dem Dach des Kindergartens, der im Frühjahr 2022 fertiggestellt sein soll, wäre auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage möglich, wie der Architekt weiter ausführte.

„Man merkt, dass man sich Gedanken gemacht hat. Das kommt dem Wohl der Kinder zugute“, kommentierte Zweiter Bürgermeister Michael Dutz (CSU). Verwaltungs-Geschäftsleiter Thomas Weiß erinnerte daran, dass nach dem Erteilen des Zuschlags an den Investor im Februar schon Mitte März mit den Planungen begonnen worden sei. „Jetzt stehen wir vor der Genehmigung. Das sucht seinesgleichen“, staunte Weiß. „Mir gefällt auch das Engagement des BRK“, betonte Bürgermeister Toni Dutz. „Die Akzeptanz, was die neue Einrichtung anbelangt, wird umso größer, wenn diejenigen, die darin arbeiten dürfen, bereits in der Planungs-Frühphase mit eingebunden werden.

Einstimmige Beschlüsse

Über die Genehmigung des Entwurfs und den Bauantrag wurde gesondert abgestimmt. In beiden Fällen gab es ein einstimmiges Votum der Gemeinderäte. „Ich hoffe auf eine rasche Genehmigung, damit der Neubau beginnen kann“, bemerkte Dutz anschließend zur anstehenden Weiterreichung der Unterlagen an das Landratsamt Tirschenreuth.

Zuvor hatte sich das Gremium mit dem Punkt „Anerkennung des Bedarfs einer neuer Kindertagesstätte mit Krippenbereich“ beschäftigt. Bürgermeister Toni Dutz hatte hierbei zu bedenken gegeben, dass man mit einem weiterhin steigenden Bedarf rechnen müsse. Dutz verwies im diesem Zusammenhang auf die Ausweisung eines neuen Wohngebietes am Kreuzberg sowie die Schaffung von zusätzlichen Bauflächen in Rathausnähe. Rechnen müsse man auch mit weiteren Industrie- und Gewerbeansiedlungen, so Dutz weiter.

Kapazitäten ausgeschöpft

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Kapazitäten im Haus für Kinder „Sankt Elisabeth“ bereits ausgeschöpft seien. Im Kindergarten „Sankt Josef“ werde mit einer Ausnahmegenehmigung gearbeitet. Letzteres sei auch beim Kindergarten „Sankt Rita“ in der Nachbargemeinde Falkenberg der Fall. „Vorübergehend können daher dort keine Wiesauer Kinder betreut werden“, berichtete Dutz und betonte: „Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre wird der Ganztagesanspruch für Schulkinder unter 14 Jahren für einen weiteren Bedarf sorgen.“

Im Frühjahr 2020 habe die Marktgemeinde Wiesau deshalb eine Bedarfsumfrage gestartet. „Zusammenfassend kann man sagen, dass in Wiesau ein dringender Notwendigkeit an zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen gegeben ist“, so Dutz. „Im Krippenbereich sind das 24 und im Kindergartenbereich bis zu 50 Plätze, die künftig benötigt werden.“ Der kalkulierte Mehrbedarf an Plätzen wurde von den Markträten anerkannt und einstimmig befürwortet.

"Von Berufs wegen spielt das Baumaterial Holz eine besondere Rolle."

Architekt Sebastian Keck zum Projektentwurf

"Ich hoffe auf eine rasche Baugenehmigung, damit der Neubau beginnen kann."

Bürgermeister Toni Dutz

Im Februar gab die Marktgemeinde den Investor bekannt

Wiesau
Hintergrund:

Das Reggio-Konzept

  • Herkunft des Begriffes: Von den Kindertagesstätten in der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia.
  • Grundidee: Die Verteilung von Nutzungseinheiten (Krippe, Kindergarten, Küche, Speiseraum usw.) auf jeweils eigene, jedoch durch eine überdachte Piazza verbundene Häuser.
  • Pädagogisches Konzept: Eine Vielzahl an Räumen soll die Kinder zu verschiedenen Aktivitäten anregen.
  • Architektonische Besonderheiten: Ein kleiner Hof für Veranstaltungen und ein kleiner Dachgarten, der für ältere Kinder über Galerien zugänglich ist.
  • Wohlfühlatmosphäre: Große Fenster zum Garten und Oberlichter in der Decke der Piazza sorgen für viel Sonnenlicht. Die Kinder können sich in den verschiedenen Bereichen und in alle Richtungen austoben.

 

 

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