25.03.2020 - 11:48 Uhr
WiesauOberpfalz

IT-Unterricht per Videokonferenz

Aufgrund der Coronapandemie bleiben die Schulen weiter geschlossen. Der Unterrichtsausfall betrifft auch das Berufliche Schulzentrum in Wiesau. Für eine Fachklasse ging es aber trotzdem weiter.

Die außergewöhnliche Schulstunde leitete Martin Betz aus seinem Büro in Fuchsmühl. Zugeschaltet waren die Schüler der Fachklasse.
von Werner RoblProfil

Lernen aus Distanz - per Videokonferenz. Das ist eine der Lösungen, die der IT-Campus (früher EDV-Schulen) seinen Fachinformatikern und Informatikkaufleuten der ersten Klasse anbot, um den unterbrochenen Unterricht - wenn auch nur bedingt - fortzuführen. Mit dem besonderen Einfall beteiligte sich der Fuchsmühler Pädagoge Martin Betz an der Ideenfindung, um den schulischen Lehrstoff auch weiterhin zu vermitteln.

Der EDV-Lehrer folgte damit auch einer ausdrücklichen Empfehlung des Schulleiters Thomas Metzler, der darum gebeten hatte, mit den Schülern während der erzwungenen Schulschließung in Kontakt zu bleiben. "Um sie mit Unterrichtsmaterial zu versorgen, wählte ich den modernen und wegen der Technik zeitlich aber befristeten Unterrichtsweg", betont Betz mit Blick auf die angebotene Internet-Schulstunde am Wochenbeginn. Am späten Sonntagnachmittag wurde bereits ein Testlauf gefahren, der bis auf ein kleines Tonproblem störungsfrei verlief.

Kostenfreie App

Anderntags wurde per E-Mail zur ersten Schulstunde eingeladen, um die daheim gebliebenen Schüler danach freizuschalten. Verwendet wurde die Plattform "Zoom". Die Software werde in der auf 40 Minuten beschränkten Basisversion kostenlos zur Verfügung gestellt und in der Praxis bereits von vielen Firmen genutzt, so Betz. Die Schüler mussten lediglich eine kostenfreie App installieren. Außerdem stand, um mit den Mitschülern beziehungsweise dem Lehrer in Kontakt zu treten, ein im System integriertes Chat-Programm zur Verfügung. Anders als gewohnt saß man nicht hinter Schulbänken. Stattdessen waren Lehrer und Schüler an der Monitor-Randleiste per Video zu sehen. Daneben "hing" die Schultafel als Bildschirmfenster. Um den Unterrichtsstoff gemeinsam abarbeiten zu können, benötigte man neben einem PC mit Tastatur und Maus auch ein Mikrofon und eine Kamera.

"Auf diese Art und Weise wurde es mir ermöglicht, die Schüler trotz der krisenbedingten Zwangspause in den Unterricht zu holen", kommentiert Martin Betz die moderne Schulstunde inmitten der Wohnung. Unterstützt wurde der Pädagoge am IT-Campus Wiesau von seinem Kollegen Studiendirektor Edgar Wagner, der den berufsschuleigenen Cloud-Server fachgerecht einrichtete, um damit die Aufgabenstellungen und Lösungen auszutauschen.

Positive Resonanz

"Es funktionierte tadellos", freut sich Martin Betz über die gelungene Umsetzung eines vorerst noch zweitägigen Unterrichts mit dem Thema Web-Programmierung beziehungsweise Zugriff auf PHP-Datenbanken. Nach der "Schulstunde" befragte Martin Betz die künftigen IT-Fachleute, wie es ihnen gefallen habe. "Die Resonanz war durchwegs positiv", zieht Martin Betz Bilanz. "Einige gestanden, dass der Unterricht sehr entspannt war", fügt Betz hinzu. Manch einer der Befragten habe auch durchblicken lassen, dass er am Schreibtisch eine Tasse Kaffee bereitstehen hatte. Ein Schüler bat: "Auch wenn die Coronakrise vorbei ist, können wir das öfter machen."

Über seine weiteren Beweggründe, zum Unterricht per Videokonferenz einzuladen, informiert Martin Betz im Gespräch mit Oberpfalz-Medien: "Ich bleibe mit den jungen Leuten in Verbindung." Zudem könne er so auch in neue Themen einführen, unterstreicht der Pädagoge den anderen positiven Effekt, im Dialog Schüler-Fragen gleich beantworten zu können.

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