12.03.2020 - 12:27 Uhr
WiesauOberpfalz

EDV-Schulen nun Informatik-Campus

Den Auftakt beim Tag der offenen Tür in den EDV-Schulen macht stets ein Rundgang mit den Gästen aus der Kommunalpolitik. Beeindruckt vom Angebot zeigen sich aber auch die zahlreichen Besucher, die sich beraten und informieren lassen.

Geballte Information bot der Tag der offenen Tür an den EDV-Schulen in Wiesau. Schulleiter Thomas Metzler (Zweiter von rechts) erklärte die Details und verriet auch, wo die Fachvorträge stattfinden.
von Werner RoblProfil

Rund 120 Gäste aus dem gesamten Landkreis, aber auch von weiter her nutzten die Informationsveranstaltung, um sich von der Vielfalt des Aus- und Fortbildungsangebotes ein genaues Bild zu machen. Die EDV-Schulen nennen sich künftig Informatik-Campus, verriet Studiendirektor Hermann Körner, der zusammen mit Schulleiter Thomas Metzler die Gäste, darunter Bürgermeister Toni Dutz und stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, durch die Räume im zweiten und dritten Neubau-Obergeschoss führte.

Die Schulbezeichnung ändere sich, was aber bleibe, sei die fundierte Aus- und Fortbildung, um die Fachschüler für IT-Berufe fit zu machen. Dafür sorgten nicht nur die versierten Pädagogen am Informatik-Campus. Der Landkreis Tirschenreuth hat als Sachaufwandsträger in den zurückliegenden Jahren viel Geld in die Hand genommen, um die in Nordbayern größte Ausbildungsstätte ihrer Art auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Schulleitung verwies auf einige Beispiele. 2019 wurde in einem Klassenraum eine kleine Produktionsstraße eingerichtet, um die Weiterverarbeitung von Handyschalen nachzuahmen. Die softwaregesteuerte Anlage wurde von der Esslinger Firma Festo geliefert. Der Landkreis stellte dafür rund 83 000 Euro bereit. Finanziert wurde die Einrichtung durch das Förderprogramm "Kompetenzzentrum für berufliche Schulen".

Moderne Musterprozesse

Dazu gehört auch eine Fischer-Technik-Betriebsautomation, die mit den bekannten Kunststoffsteinen arbeitet. "Dahinter verbergen sich moderne Musterprozesse", erklärte Körner. "Wir arbeiten hier im Modell. So laufen aber auch die Steuerungen in den Produktionsbetrieben ab." Daneben entdeckte man eine "Kuka-Schutzzelle", die seit einigen Jahren hier ihren Dienst verrichtet. Den Wert bezifferte die Schulleitung auf rund 23 000 Euro. "Damit lernt man, Betriebsabläufe zu programmieren." Genutzt wird die Robotik-Anlage von angehenden Produktionstechnologen und Informationstechnikern im zweiten Lehrjahr. Insgesamt stellte der Freistaat zuletzt etwa 225 000 Euro Verfügung, um den Informatik-Campus komplett ausstatten zu können.

Selbst programmiert

Im Zimmer 206 ist der sogenannte "Action-Raum" untergebracht. Dort wird eine Idee des Freiburger Fraunhofer-Instituts in die Tat umgesetzt. "Wir möchten den 15- bis 16-Jährigen das Programmieren näherbringen", informierte Hermann Körner von der Schulleitung. Zu sehen war ein ruckelndes Roboterfahrzeug, das sich seinen Weg suchte und dank der Sensoren auf Farben reagierte. "Programmiert wurde das denkende Auto von uns", erklärte der angehende Informatikkaufmann Johannes Wolf. "Das Schwierigste daran ist es, versteckte Fehler zu finden", fügte Körner hinzu. "Am besten erkennt man sie im Vorfeld", mahnte der ständige Vertreter der Schulleitung. "Oft scheitert es nur an der falschen Uhrzeit oder am Datum."

"Jedes Jahr verlassen uns rund 60 Absolventen." Die Nachfrage nach ausgebildeten IT-Fachleuten sei "gigantisch", informierte Körner im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "Mehr als 100 Firmen fragen permanent nach, um ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen, die aus unserer Schule kommen." Der Pädagoge sprach von einer "positiven Atmosphäre" in der Bildungsanstalt. Um den Informationstag vorzubereiten und zu gestalten, war die Schülermitverwaltung wieder bereit, Freizeit zu opfern. Begleitet wurde der Vormittag von Fachvorträgen, Führungen und Fachbeispielen, in die man die Besucher einband. Zudem erklärte Hermann Körner: Man sei ständig auf der Suche nach engagierten Schülern, um sie erstklassig aus- beziehungsweise fortzubilden. "Die Berufsaussichten sind hervorragend."

Silke Huber (links) erklärte Schulleiter Thomas Metzler, Toni Dutz, Alfred Scheidler und Hermann Körner (von rechts) das verkleinerte Modell einer Produktionsstraße, wo Handyschalen geprüft bzw. aussortiert werden.
Erneut stieß der Tag der offenen Tür auf großes Interesse. Von der Ausstattung überzeugten sich auch Bürgermeister Toni Dutz (Zweiter von rechts) und stellvertretender Landrat Alfred Scheidler (Vierter von rechts). Durch die Räume führten Schulleiter Thomas Metzler (rechts) und Hermann Körner (Fünfter von links).
Der Tag der offenen Tür an den EDV-Schulen (künftig Informatik-Campus) findet alle Jahre statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Schülermitverwaltung.
Probesitzen und -arbeiten war nicht nur erlaubt. Die Unterrichtseinheiten zum Hineinschnuppern wurden von den Fachschülern auch begleitet.
Das kleine Fahrzeug dreht seine Runden selbstständig. Es orientiert sich an den Farben, die die Fachschüler zuvor programmiert hatten, um Richtung, Halt und Weiterfahrt zu bestimmen.
Trotz des schulfreien Samstags wurde in den Klassenzimmern fleißig gearbeitet, um den Informatik-Campus vorzustellen.
Die Veranstaltung findet regelmäßig statt. Organisiert wird sie von der Schülermitverwaltung.

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