30.06.2020 - 12:17 Uhr
WiesauOberpfalz

Debatte um mobilen Dorfladen in Schönhaid

Der mobile Dorfladen der Steinwald-Allianz soll auch in Schönhaid halten. Fragt sich nur, wann. Schließlich will man dem ansässigen Bäcker keine Konkurrenz machen.

Den Halt des rollenden Dorfladens in Schönhaid sieht FW-Marktrat Franz Dürrschmidt (Zweiter von rechts) mit sehr kritischen Augen. Seine Fraktionskollegen äußerten sich zum Thema nicht.
von Werner RoblProfil

Laut einer bereits abgeschlossenen Umfrage, die der Markt Wiesau vor wenigen Wochen startete, wünschen sich 88,3 Prozent der befragten Schönhaider, dass der Dorfladen auch in ihrem Ort Station macht. Wie Bürgermeister Toni Dutz in der Marktratssitzung anklingen ließ, äußerten sich dazu rund 54 Prozent der angesprochenen Dorfbewohner, die man gebeten hatte, einen Stimmzettel auszufüllen.

Das eindeutige Votum veranlasste den Bürgermeister, beim Geschäftsführer der Steinwald-Allianz, Martin Schmid, einen Halt in Schönhaid anzuregen. Im Gespräch erfuhr Dutz, dass ab 1. August eine Fahrplan-Neuregelung geplant sei und Schönhaid mit einbezogen werden könne. Mit Rücksicht auf die dort ansässige Bäckerei habe er jedoch auf eine Anfahrts- und Verkaufszeit möglichst nach 14.30 Uhr, wenn möglich sogar erst um 15 Uhr gedrängt, erläuterte der Bürgermeister. Zudem habe er ein Rotationssystem angeregt, wonach die Zulieferer – im Fall Schönhaid die Bäckerbetriebe – als Anbieter wechseln sollten, damit jeder Handwerker zum Zuge käme. Die Entscheidung, mit welchen Lieferanten man zusammenarbeite, sei aber Sache der Steinwald-Allianz, stellte Dutz klar.

Dass eine zugesagte Bürgerversammlung in Schönhaid zum Thema Dorfladen nicht gehalten und das angeregte Rotationssystem nicht in die Praxis umgesetzt wurden, ärgerte FW-Marktrat Franz Dürrschmidt. Von der Befragung per Stimmzettel, statt eines Dialoges, zeigte er sich nur wenig überzeugt.

Toni Dutz sah in der Befragung jedoch eine sinnvolle Möglichkeit, die Bürger anzusprechen. "Die Schönhaider Bäckerei braucht sich doch nur bewerben“, machte er seine Einwände gegenüber Dürrschmidts Argumentation geltend. „Warum müssen Backwaren von Reuth oder Erbendorf nach Schönhaid gekarrt werden, wo sie doch schon vorhanden sind?“, beharrte Dürrschmidt. Das Waren-Angebot der dortigen Bäckerei sei durchaus geeignet, auch den Dorfladen zu bestücken.

Der Freie Wähler brachte die öffentlichen Gelder für den mobilen Dorfladen ins Spiel. „Aus diesem Grund sollte die Belieferung auch öffentlich ausgeschrieben werden“, forderte er eine Gleichbehandlung aller Lieferanten. „Nach Corona und seinen Auswirkungen, dann nämlich, wenn für die Steinwald-Allianz die unterstützenden Gelder vielleicht wegfallen, gibt es den mobilen Dorfladen und die Schönhaider Bäckerei nicht mehr“, mutmaßte Dürrschmidt.

„Die Diskussion führt doch an den Fakten vorbei“, schaltete sich CSU-Fraktionssprecher Michael Dutz ein. Hier gehe es doch um die Grundversorgung. „Wenn eine Belieferung gewünscht wird, dann muss man sich doch auch an die Steinwald-Allianz wenden“, betonte Michael Dutz. Die weiteren Modalitäten seien nicht Aufgabe der Marktgemeinde, sprach er von einer „Luftdiskussion“.

„Wenn meine Befürchtungen eintreten, haben wir in zwei Jahren weder eine Schönhaider Bäckerei noch einen mobilen Verkaufswagen“, beharrte Dürrschmidt. Zu Wort meldete sich schließlich Marktrat Benjamin Lauton von der SPD. „Mit der mit Dutz und Schmid getroffenen Regelung, dass der Dorfladen nach 15 Uhr in Schönhaid hält, hätte der Bäckermeister kein Problem“, ließ er aus gesicherter Quelle anklingen. Damit fand die Debatte ein schnelles, aber doch überraschendes Ende.

Der mobile Dorfladen kommt an vielen Stationen gut an:

Triebendorf bei Wiesau

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