26.01.2021 - 19:33 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Der Markt Wernberg-Köblitz taktet seine "Baustellen" ein

Die prägenden Projekte dieses Jahres sind konkret, aber noch mit dem Wort Planung verbunden. Doch Sporthalle, Aufwertung des Ortsteils Unterköblitz oder Gestaltung des Filetstücks "Schöner-Wiese" brauchen Vorlauf - und Fördergelder.

Ein Architektenwettbewerb soll Ideen zur Gestaltung des Schöner-Areals und der dazugehörigen alten Mühle liefern.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Eine überschaubare, detaillierte Finanzplanung ist für Bürgermeister Konrad Kiener das A und O für einen realistischen Haushalt. In einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien beschreibt er den Spagat, notwendige Projekte anzupacken und zugleich den Abbau von Schulden - über neun Millionen Euro - nicht aus den Augen zu lassen. Er gelingt nur, wenn staatliche Förderquellen effektiv genutzt werden.

Am 6. Februar geht der Marktrat in der TSV-Halle in Klausur, dann soll ebenfalls noch im Februar der Haushalt 2021 im Marktrat festgezurrt werden. Das ist dann auch das Zeitfenster, in dem schon Basisdaten existieren: Über Schlüsselzuweisungen, Einkommenssteuerzuteilung, Vorausbescheide an Gewerbesteuerzahlungen. Ausgaben und Einnahmen sowohl für das Haushaltsjahr als auch für den Fünf-Jahresplan werden festgelegt und möglichen Veränderungen kontinuierlich angepasst.

Bürgermeister Kiener nennt die Themenkomplexe: Neben dem Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Paul-Schiedt-Straße wird heuer das Regenüberlaufbecken Wernberg Süd auf den neuesten Stand gebracht. Das macht Sinn: Die vier Regenüberlaufbecken können dann so miteinander korrespondieren, dass die Regen- und Schmutzwasserfachten sinnvoll getaktet an die Kläranlage abgegeben werden können. So ist man auch für Starkregenereignisse besser gewappnet.

Hohe Förderung

Aufgrund der bisherigen Investitionen in die Abwasserentsorgung gibt es für Wernberg-Köblitz bei 1,6 Millionen Investitionssumme rund 600 000 Euro Förderung aus dem "RZWas"-Topf. Und alles, was so eingespart werden kann, braucht letztlich nicht an Gebühren auf die Bürger umgelegt werden. Kiener nennt auch noch eine anstehende Kanalbaumaßnahme in Saltendorf, die Wasserleitung Glaubendorf-Schwarzberg, die Überplanungen in der Neunaigener Straße. "Wir hätten noch genug", meint Kiener, "doch alles auf einmal geht nicht."

Nach vielen Jahren wird es nun konkret in Sachen Sporthalle: Staatliche Zuschüsse machen es möglich. Sie entsteht neben der Schule. Der Fahrplan in diesem Jahr: Eckdaten und Detailkonzept für den Förderantrag einreichen, die Ausschreibungsunterlagen fertig machen.

Neues Baugebiet

Was Wernberg-Köblitz ebenso dringend braucht, ist ein neues Baugebiet, damit sich weiter junge Familien ansiedeln. "Wir haben ein florierendes Gewerbegebiet, bauen ständig an unserer Infrastruktur", meint Kiener. Dass mache nur Sinn, wenn sich auch Familien hier ein Zuhause schaffen können". Nur mit einer aktiven Siedlungspolitik könne dem prognostizierten Bevölkerungsschwund für die nördliche Oberpfalz entgegen gewirkt werden. Bei Bauplätzen "haben wir eine Riesennachfrage", so Bürgermeister Kiener. Für ein neues Baugebiet besteht Abgabebereitschaft. Was die Größenordnung anbelangt, sind jedoch nun Abstimmungsgespräche mit der Regierung der Oberpfalz zu führen.

Den Ortsteil Unterköblitz aufwerten

Wernberg-Köblitz

Wernberg-Köblitz möchte auch mit städtebaulicher Attraktivität punkten. Ein Architektenwettbewerb wird Ideen zur Gestaltung des Schöner-Areals in der Wernberger Ortsmitte bringen. Parkähnliche Gestaltung, Park- und Wohnraum, Vorschläge zur Gestaltung und Nutzung der alten Mühle sind gefragt. "Perspektivisch" wäre hier auch ein "Platzhalter" für ein neues Rathaus angedacht, eine Ergänzung mit der alten Mühle. Im Zuge des Programms "Innen statt Außen" - mit Übernahme von 80 Prozent der förderfähigen Kosten - werden sich dazu Fachleute in einem Wettbewerb Gedanken machen.

Bahnsteg unverzichtbar

Dann ein Schwenk in den Ortsteil Unterköblitz, der städtebauliches Sanierungsgebiet werden soll. Straßensanierungen, die Aufwertung von Plätzen und Flächen würden mit dem entsprechenden Förderprogramm angepeilt. Konrad Kiener wirft dabei auch ein Auge auf den Steg über die Bahngleise. Der Unterhalt kleiner schienengleicher Bahnübergänge sei bekanntlich aus der Kostenlast der Kommunen genommen worden, doch wie sieht es mit dem Neubau eines Stegs nach einer Elektrifizierung aus? Was kommt auf die Kommune zu? Kann so etwas in einer Ortsteilsanierung abgefedert oder ganz untergebracht werden? Sicher sei, dass Wernberg-Köblitz nicht auf den Steg als Verbindung der Ortsteile, für Schüler, Kirchgänger und für Einkäufe verzichten werden kann.

Auch die Ortsteile putzen sich heraus: In Neunaigen sollen in diesem Jahr gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft die Planungsleistungen für die einfache Dorferneuerung festgeschrieben werden.

Offene Ganztagsschule

Auf der Agenda der Gemeinde steht auch das Thema Schule: Die mit staatlichen Mitteln geförderte offene Ganztagsschule wird realisiert. Sie ist auf fünf Gruppen mit je 25 Kindern ausgelegt. Die Räume entstehen im C-Bau. Hier sind auch "Regenerierküche" und Kinderrestaurant untergebracht. Ein kleiner Anbau ist erforderlich und die Kleinsporthalle neben der Schwimmhalle wird zur Bewegungshalle. Apropos Bewegung: Heuer wird ebenso die Sanierung des Schulsportplatzes im Zuge des Förderprogramms Kip-S in Angriff genommen.

Konrad Kiener schwebt dann noch ein Familienweg um die Burg vor. Gedanken müsse man sich auch um E-Mobilität und Carsharing machen. Alles in allem: Ein sportliches Pensum für die Marktgemeinde Wernberg-Köblitz.

Schöner-Grundstück: Behutsam mit Filetstück umgehen

Wernberg-Köblitz
Hintergrund:

Der Fahrplan beim Sporthallenbau

  • Für die neue Sporthalle neben der Schule kann bis zu drei Millionen Euro Förderung ausgeschöpft werden. Dann beträgt der Eigenanteil 4,1 Millionen Euro.
  • Bei der Obersten Baubehörde sind Eckdaten und Detailkonzept einzureichen, parallel geht der Bauantrag ans Landratsamt. In der zweiten Jahreshälfte sollen die Ausschreibungsunterlagen erstellt werden.
  • Ziel wäre eine Ausschreibung Ende dieses Jahres, die Vergabe Anfang 2022 und ein Baubeginn im Frühjahr 2022.
  • Das bisherige Raumkonzept wird beibehalten, an der Fassade können sich noch Details ändern.

 

 

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