07.07.2020 - 09:30 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Erfolgreiche Premiere für virtuelle Bürgerversammlung

67 Bürger erleben die erste digitale Bürgerversammlung in Wernberg-Köblitz. Bürgermeister Konrad Kiener informiert dabei unter anderem über die finanzielle Lage der Kommune und wirft einen Blick auf anstehende Großprojekte.

Bürgermeister Konrad Kiener präsentierte seine Zahlen, Fakten und Maßnahmen zum ersten Mal in einer "digitalen Bürgerversammlung" auf dem Bildschirm
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Da die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Bürgerversammlung nicht zulassen, lud die Marktverwaltung zur ersten digitalen Bürgerversammlung ein. Um teilnehmen zu können, brauchte man einen PC und etwas Computerkenntnisse. Über die Homepage der Marktgemeinde und eine App ging es über einen Zugangscode zur virtuellen Bürgerversammlung. Über das Mikro konnte jeder mitsprechen und etwa Fragen stellen.

In einer übersichtlichen Präsentation gab Bürgermeister Konrad Kiener einen ausführlichen Überblick über aktuelle Themen, Zahlen und Projekte des Haushalts 2020 sowie einen Ausblick auf die künftigen Jahre.

Zunächst bedankte sich Kiener bei allen, die sich angesichts knapper Schutzausrüstung bei der Gruppe „Solidarität Wernberg“, der Diakonie und anderen Liefer- und Hilfsangeboten engagiert haben. Er gab dann einen Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Schuldenstand sowie den Zusammenhang mit Steueraufkommen, Schlüsselzuweisungen. Besonders beleuchtete er auch den starken Gewerbesteuerrückgang seit 2016 von etwa vier Millionen auf etwa eine Million Euro.

Bürgerversammlung 2019: Hier der Artikel

Wernberg-Köblitz

Aktuelles Großprojekt sei die Schaffung der Voraussetzungen für eine offene Ganztagsschule mit Regenerierküche, Mensa, einem Aufzug zur Barrierefreiheit, neuen Tischen und Stühlen sowie die Sanierung der kleinen Turnhalle mit einer entsprechenden Förderung durch die Regierung der Oberpfalz. Dabei seien die niedrigen Schülerzahlen in der Mittelschule unverändert und die Übertrittsquoten hoch.

Letzte Rate im Jahr 2021

Ein großes Thema seien auch die Investitionen in die Wasserversorgung. Nach der Erneuerung der Wasserleitung von Feistelholz nach Diebrunn stehe die Planung von Glaubendorf nach Schwarzberg an. Die letzte Rate für den Hochbehälter Fischberg in Höhe von zehn Prozent wird laut Kiener erst im Frühjahr 2021 verschickt. Durch die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer werden zur Vereinfachung weiterhin sieben Prozent berechnet, bei der Endabrechnung werde dann rückwirkend mit fünf Prozent für 2020 abgerechnet.

Weiter gab Kiener einen Ein- und Ausblick auf den Straßenunterhalt, wo es nach Wegfall der Ausbaubeiträge durch die Anlieger nur noch etwa 40000 Euro pro Jahr Förderung geben wird.

Mit relativ wenig Aufwand, aber großer Wirkung könne die geplante Dirt-Bike-Bahn verwirklicht werden. Nach dem Bundesförderprogramm erfolgt der Breitbandausbau für die Ortsteile Oberndorf, Friedersdorf, Rattenberg, Schwarzberg, Gröbmühle und weitere Einzelanwesen. Ansonsten bauten die Anbieter weiter eigenwirtschaftlich aus.

Viele Großprojekte

An Großprojekten stehen an: Neubau einer Sporthalle, Sanierung Jugendheim, Entwicklung Grundstück Schöner mit Architektenwettbewerb und Fördermöglichkeit durch den Freistaat Bayern sowie das „Einfache Dorferneuerungsverfahren“ Neunaigen.

Beim Süd-Ost-Link müsse unbedingt ein ausreichender Abstand zu den Ortschaften Deindorf, Woppenhof und vor allem Losau eingehalten werden, betonte das Marktoberhaupt. Ein großes Problem stelle weiterhin der Umbau des Stegs am Bahnhof Wernberg dar. Eine Beteiligung der Gemeinde in Höhe von einer Million Euro sei nicht hinnehmbar. Ein Gespräch mit der Bahn über die Finanzierung und die Barrierefreiheit sei noch ausstehend.

120 unbebaute Bauplätze

Kiener gab auch einen Überblick über die Erweiterungen im Industriegebiet West II. Nachdem eine Anfrage zur Ausweisung von Bauplätzen von Anton Kummert vorlag, nahm er Stellung zu diesem Thema. Es gebe in der Gemeinde 120 unbebaute Bauplätze, aber keine freien der Gemeinde. Er verhandle seit zwei Jahren ohne Ergebnis mit Grundstücksbesitzern zur Ausweisung eines neuen Baugebiets, manche wollen gar nicht abgeben, andere einen höheren Verkaufspreis. Nach heutigem Stand könnte es bis Herbst 2021 einen Bebauungsplan für bis zu 20 Bauparzellen geben. Anton Kummert schlug in der Aussprache vor, mit manchen Besitzern noch einmal zu verhandeln.

Martin Pfab fragte nach dem Lärmschutz in der Bahnhofsstraße im Zuge der Bahn-Elektrifizierung. Dieser sei laut Kiener vom damaligen Minister Dobrindt zugesagt worden. Pfab beklagte die zu schwachen Internetleitungen, worauf der Bürgermeister auf die Anbieter verwies.

Dieser Gebäudeteil (C-Bau) der Schule bekommt für die offene Ganztagsschule im Erdgeschoß eine Regenerierküche, eine Mensa und einen Aufzug.

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