22.01.2021 - 16:26 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Ehemaliger Gasthof "Schwarzer Bär" wird saniert

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Jahrelang war es still um den alten Gasthof am Marktplatz von Wernberg. Doch schon Ende diesen Jahres soll er in neuem Glanz erstrahlen - dann als Wohn- und Bürogebäude. Aktuell wird entkernt.

Seit Oktober läuft die Kernsanierung des ehemaligen Gasthofs Schwarzer Bär am Wernberger Marktplatz.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Es tut sich was im ehemaligen Gasthof Schwarzer Bär. Jahrelang stand das historische Gebäude am Marktplatz von Wernberg leer. Genutzt wurde es unter anderem für die Gastronomie, zwischenzeitlich war es auch als Unterkunft für Asylbewerber vorgesehen, dazu kam es aber nie. Jetzt wird das Schmuckstück aus dem 15./16. Jahrhundert kernsaniert.

Zwei Geschäftsmänner als Bauherren

Die Bauherren sind Aliye Kabakulak und Josef Gmeiner (Firma Rinovasol in Weiden). Gmeiner kümmere sich um den Umbau, Kabakulak hat das Grundstück vor etwa sechs Jahren erworben. Der 60-Jährige hat bereits mehrere Immobilien in Pressath und Weiden, zum Beispiel die Alte Post, gekauft und auch sanieren lassen. Dort kennt man ihn auch als Inhaber des Juweliergeschäfts Schmuck Kaba. Im Schwarzen Bären in Wernberg sollen neun Wohnungen von je 50 bis 75 Quadratmetern Größe entstehen, im Erdgeschoss sind Büroräume geplant, die auch als Wohnung genutzt werden können. Einige Interessenten gebe es schon, was allerdings sicher nicht einziehen wird, ist eine weitere Kaba-Schmuck-Filiale. "Wir sind schon über 60, da ist die Zeit abgelaufen etwas Neues zu eröffnen - vor allem in der aktuellen Lage", sagt Kabakulak, und meint damit die Coronapandemie und den Lockdown. "Wir versuchen uns noch über die Zeit zu retten."

Sanierung seit Oktober

Im Oktober vergangenen Jahres haben also die Sanierungsarbeiten im ehemaligen Gasthof begonnen. "Es ist stark renovierungsbedürftig. Da wurde 400 Jahre nichts mehr gemacht", hat der Pressather den Eindruck. Ein alter Wasserschaden, um den sich einer der vorherigen Besitzer nicht gekümmert hat, kommt noch oben drauf. Das Haus wird komplett entkernt und mit einer Gasheizung, neuer Elektrik, neuer Dämmung, neuem Dach und vielem mehr auf den neuesten Stand gebracht. Sanierungskosten: Circa eine Million Euro. "Die Außenansicht wird sich nicht groß verändern. Die Fassade prägt das Bild am Marktplatz und das wollen wir auch erhalten", sagt der 60-Jährige. Wenn alles glattläuft, soll das Haus Ende des Jahres bezugsfertig sein.

Kauf stand auf der Kippe

Der Weidener Architekt Jochen Kuhlemann hat Kabakulaks und Gmeiners Vorstellungen zu Papier gebracht. Wie der Schmuckhändler erzählt, seien der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister Konrad Kiener und der Marktgemeinderat von den Plänen begeistert gewesen, als diese ihnen vorgestellt wurden. Auch der Bauherr selbst ist glücklich: "Das wird ein wunderschönes Objekt." Dabei wäre der Kauf vor sechs Jahren beinahe geplatzt.

Mit dem Vorbesitzer sei sich Kabakulak zunächst nicht über den Preis einig geworden. Dass der Kauf doch noch zustande kam, ist einem großen Grundstück in Kastl bei Kemnath zuzuschreiben. Dies bot ihm der Vorbesitzer nach einer Weile zusätzlich an. "Mein Traum war es schon immer, einen Obstgarten zu haben", erzählt der Pressather, der gebürtig aus der Türkei stammt. Mit dem Gesamtpreis waren dann beide Parteien einverstanden. Vor drei Jahren legte Kabakulak schließlich seinen Obstgarten an. "Eine Oase", wie er das Grundstück selbst beschreibt.

Bis zu seinem Ruhestand will der Geschäftsmann neben dem Schwarzen Bär noch zwei weitere Immobilienprojekte stemmen: Die Erschließung von mehr als 15 Wohnungen auf dem Weidener Schnödt-Areal und die Sanierung der Alten Post in Weiden.

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Kirchenthumbach

"Das wird ein wunderschönes Objekt."

Aliye Kabakulak

In exponierter Lage: Der ehemalige Gasthof (links, grünes Gebäude) befindet sich direkt am Marktplatz.
Hintergrund:

Zeitplan der Sanierung

  • 2015/2016: Aliye Kabakulak kauft den ehemaligen Gasthof Schwarzer Bär
  • 2020: Planungen für Sanierung beginnen, Vorstellung und Genehmigung der Sanierung vor dem Marktrat
  • Oktober 2020: Sanierungsarbeiten beginnen
  • bis Ende Januar 2021: entkernen des Gebäudes
  • Innensanierung abschließen
  • ab Frühjahr 2021: Genehmigung und Anbringen des neuen Dachs, Abriss des Treppenhauses außen
  • Ende 2021: geplanter Abschluss, Gebäude bezugsfertig

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