07.08.2020 - 17:41 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

An Weihern teils die Hölle los

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Die Hitzewelle rollt. Heiß her geht es aber schon lange am Badeweiher in Weiherhammer – die Wasserwacht spricht von einem Riesenandrang. Ist überall an den Weihern der Region so viel los?

Viele Besucher baden am Freitag im Gaisweiher bei Flossenbürg. Aber Handtuch an Handtuch liegen die Menschen nicht.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Martin Tafelmeyer, Vorstand der Wasserwacht Weiherhammer, wollte kürzlich mit seinen Vereinskollegen am Badeweiher in Weiherhammer nach längerer Pause wieder gemeinsam Zeit verbringen. Der Corona-Lockdown hatte nämlich auch die Wasserwacht dazu gezwungen, ihr Training erst einmal pausieren zu lassen. Doch die Freude währte nicht lange. "Ein Wahnsinn" sei das dort gewesen, "richtig erschreckend".

Was ist passiert? Es sei so viel los gewesen, sagt Tafelmeyer, dass Gäste teilweise sogar in dritter Reihe am Weiher gelegen hätten. Manche Autos hätten gar so wild geparkt, dass es keine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge gegeben habe. Absolut gefährlich sei das im Notfall.

Am Badesee in Weiherhammer war es am Freitagmittag vergleichsweise ruhig. Viele Badegäste kennen das anders.

Auch dem Bürgermeister aus Weiherhammer, Ludwig Biller, ist bekannt, dass sich dort "viele Leute aufhalten und wild parken". Er sagt, dass das nicht mit der Corona-Pandemie zusammenhänge. "Auch vorher war da viel los." Der Weiher sei in Privathand, "es ist kein ausgewiesener Badesee, sondern ein Baggerweiher." Biller habe deshalb keinen Einfluss auf die Zahl der Badegäste und wisse, dass viele Leute aus dem Umland dorthin kommen.

Viele Freibäder bleiben heuer geschlossen

Weiden in der Oberpfalz

Mehr als sonst am Gaisweiher

Doch nicht nur nach Weiherhammer zieht es die Badegäste. Auch am Gaisweiher ist viel los. Am Freitagnachmittag, einem der bislang wärmsten Sommertage in diesem Jahr, ist die Liegewiese am Gaisweiher zwar gut besucht, aber nicht überfüllt. Vor allem Familien mit kleinen Kindern sind dort, die sich am Kinderwasserpark tummeln - mit ausreichend Abstand. Auf der Internetseite ist die Rede von einem "hohen Besucheraufkommen".

Besucherandrang am Gaisweiher am Freitagnachmittag. Viele Badegäste nutzen den warmen Sommertag am Freitagnachmittag.

Bürgermeister Thomas Meiler sagt: "Es sind schon deutlich mehr Besucher da als sonst, aber aufgrund der Länge und Größe des Weihers ist das gut händelbar." Die Badegäste können sich gut auf den Wiesen rund um den Weiher verteilen, Platzprobleme gebe es bislang nicht. Und das, obwohl noch keine Besucherbeschränkung gelte. Dazu trägt vielleicht auch bei, dass Mitarbeiter am Gaisweiher die Corona-Auflagen regelmäßig prüfen: Es gibt Durchsagen, und Mitarbeiter kontrollieren Mindestabstand sowie Maskenpflicht.

Für den Campingplatz, sagt Meiler, gebe es "viel mehr Anfragen als sonst". Dieses Wochenende sei der Platz sogar ausgebucht, genauso wie die Übernachtungsfässer, eine noch relativ neue Attraktion am Gaisweiher. "Nicht üblich" sei das, sagt Meiler. Doch er hat dafür eine simple Erklärung: Onlineanmeldungen und weniger Campingstellplätze wegen der Hygienevorlagen. Gibt es von vornherein schon weniger Plätze sind diese dann auch schneller belegt. Corona spiele auch eine Rolle, weil "viele Leute machen heuer Urlaub zu Hause, das merken wir natürlich auch".

Die Wasserwacht mahnt zur Vorsicht

Amberg

Rußweiher: nicht überrannt

Der Besucheransturm beim Rußweiher in Eschenbach blieb bislang aus. Maximal 750 Personen dürfen sich dort aufgrund der Hygienevorschriften aufhalten, sagt Marcus Gradl, Bürgermeister von Eschenbach. An einem Tag seien einmal knapp über 700 Gäste auf dem Gelände gewesen. Sonst sei es dort aber generell ruhiger. "Am Donnerstag waren um die 300 Besucher am Weiher." Leicht höher als in den Vorjahren lägen die Zahlen vielleicht, so genau könne Gradl das aber nicht sagen.

Badeweiher Gaisweiher Weiherhammer Rußweiher

"Ich bin aber sehr zufrieden, dass die Leute das Angebot gut annehmen, uns allerdings nicht völlig überrennen." Das Gelände sei weitläufig, es gebe genügend Parkmöglichkeiten. An anderen Seen würde es da schon anders ausschauen. Dass der Rußweiher bisher nicht überrannt wird, liege laut Gradl auch daran, dass viele Leute auch an anderen Seen im Umland baden würden. "Ich denke, das verläuft sich dann einfach."

Info:

Wasserwachten mahnen zur Vorsicht

Weil viele Personen heuer ihren Urlaub coronabedingt zu Hause verbringen müssen, mahnen die lokalen Wasserwachten zur Vorsicht. Zwei Punkte sind ihnen besonders wichtig:

  • Niemals alleine schwimmen: Dieser Punkt ist für den Neustädter Vorstand Wolfgang Siebert besonders wichtig. Denn: "Wenn man alleine im Wasser ist und man verletzt sich oder hat einen Herzinfarkt, bemerkt das im schlimmsten Fall niemand."
  • Gesunder Menschenverstand: "Nicht als ungeübter Schwimmer in trübes Gewässer gehen", sagt Vorstand Josef Ott aus Eschenbach. Weil die Sicht auf den Boden nicht klar sei, sehe man auch keine steilen Abhänge.

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