21.12.2020 - 17:33 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Kritik: Krippenplätze in Weiherhammer trotz Alia-Neubau zu wenig?

In Weiherhammer geht es wieder einmal um Kindergartenplätze. Bei der Bedarfsanerkennung für die geplante Alia-Kindertagesstätte mit 36 Kinderkrippen- und 50 Kindergartenplätzen gibt es im Gemeinderat eine Gegenstimme.

Mit Hochdruck arbeiten die Firmen an der Fertigstellung der als nachhaltige Übergangslösung für die Kiga-Gruppe „Fuchsbau“ vorgesehenen Räume in der Grundschule.
von Siegfried BockProfil

Um eine Förderfähigkeit für die geplante Alia-Kita erreichen zu können, war Bedarfsanerkennung im Gemeinderat erforderlich. Zweiter Bürgermeister Severin Hirmer hatte in Vertretung von Ludwig Biller den Sachverhalt vorgetragen.

Andreas Solter (SPD) übte Kritik an der Art und Weise der Bestandsaufnahme. Er werde dieser Bedarfsanerkennung nicht zustimmen. Seiner Ansicht nach seien nicht ausreichend Meinungen von Fachpersonal eingeflossen. Solter betonte, dass er den Neubau der Kita schon begrüße. Nach Fertigstellung des Kiga auf dem Alia-Gelände hätte Weiherhammer insgesamt 60 Krippenplätze zu vergeben. Angesichts des geplanten Neubaugebiets mit 114 Parzellen erachte er dies als zu wenig.

Die Erzieher würden im bestehenden Kinderhaus mit ihrer Belastungsgrenze am Limit laufen. Und das, weil eine Einrichtung schlichtweg zu klein dimensioniert und Defizite in der Vergangenheit immer weiter gedrückt worden seien, sagte Solter. Er plädierte dafür, es diesmal anders zu machen und zusätzlich zu einer Bedarfsanalyse das Fachpersonal mitreden lassen. „Wir fordern noch mehr Plätze für unseren Kindergarten ein und rühmen uns aber hier im Gremium mit einem sinkenden Defizit. Das kann, wenn man logisch denkt, nicht funktionieren. Denn dies bedeutet immer Einsparung an Personal oder an Materialien, wenn man noch dazu zwei voneinander getrennte Räumlichkeiten aktuell als Kinderhausleitung betreuen muss. Ein drückendes Defizit und steigende Kinderzahlen erdrücken Kinder und Erzieher und bringen früher oder später unser Kinderhaus zum kollabieren. Darüber müssen wir alle sprechen, und deshalb der von uns im Juni beantragte Runde Tisch, in den der jetzige Kiga noch immer nicht mit eingezogen wurde“, beklagte Solter. Er meine damit auch Fachpersonal mit Schul- und Kinderhausleitung sowie Elternbeiräten. Dies werde ja schließlich auch verlangt, dass beide Einrichtungen in Zukunft eng zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten. Er sehe das als sehr wichtig aufgrund der Entwicklung der Kindsbetreuung am Ort.

„Das kann ich so nicht stehen lassen“, entgegnete der Sitzungsleiter. „Wir als Gemeinde schaffen Rahmenbedingungen für ausreichend Betreuungsplätze. Das Betreiben der Einrichtung übernimmt der Träger, die Katholische Kirchenstiftung. Bei den Besprechungen zum Thema Bedarf waren das Kreisjugendamt durch fachkundige Vertreter und die Fraktionsführer für den Gemeinderat mit eingebunden. Dabei sind die aktuell zugrunde liegenden Geburtenzahlen und die Erweiterungsplanungen im Baugebiet mit eingeflossen“, erklärte Hirmer. Drei Krippen- und zwei Kiga-Gruppen seien eine enorme Steigerung im Vergleich zu den vorhandenen Plätzen, bemerkte Hirmer. Seitens der Regierung der Oberpfalz sei der förderfähige Bedarf mit dem Vorschlag ausgereizt. Der Runde Tisch solle immer mit den Akteuren geladen und besetzt werden, die vom entsprechenden Thema betroffen seien, um eine effiziente Lösungsfindung anzustreben. So auch bei der Bedarfsanalyse, bekräftigte Hirmer.

Das geringere Kostendefizit der Kinderhäuser in der Gemeinde gehe nicht zu Lasten einer guten Betreuung, sondern werde unter anderem mit effizientem Personaleinsatz durch die Caritas-Geschäftsführung aus Regensburg erzeugt, unterstrich Hirmer. Er kündigte an, dass die umgebauten Räume in der Grundschule ab Januar für die „Fuchsbau“-Gruppe als nachhaltige Übergangslösung bezugsfertig seien. Die Kinderhaus-Geschäftsführung habe die Gemeinde informiert, dass nach jetzigem Stand die Betreuungsplätze im nächsten Kiga-Jahr ausreichen werden. Somit können alle Kinder Aufnahme finden. „Wir alle im Gemeinderat wissen eigentlich, welch hohen Stellenwert wir der Kinderbetreuung zuschreiben und wie dankbar wir dem Kinderhaus-Personal für ihre Leistungen sind. Da sollten wir keinen Zweifel aufkommen lassen“, endete Hirmer zu diesem Punkt.

Kindergarten Weiherhammer ist zu klein

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