17.07.2020 - 11:57 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Kindergarten Weiherhammer ist zu klein – Eltern wehren sich gegen Auslagerung

Die Kinderzahlen in der Gemeinde steigen, das erst 2015 gebaute Kinderhaus St. Barbara ist schon wieder zu klein. Um die Übergangslösung wird heftig gestritten - und nun hat auch noch die Kinderhaus-Leiterin gekündigt.

Die Gemeinde will dagegen eine Gruppe des Kindergartens vorübergehend in einen kindgerecht umgebauten Kellerraum der Grundschule auslagern.
von Gabi EichlProfil

Ein Jahr lang wurde der katholische Kindergarten mit Ausnahmegenehmigung bereits überbelegt. Für das kommende Kindergartenjahr 2020/21 wurden wieder zwölf Kinder mehr angemeldet, als die Einrichtung aufnehmen kann. Der Rechtsanspruch der Eltern auf einen Platz zwingt die Gemeinde zu einer Notlösung, bis der geplante Kindergarten auf dem Alia-Gelände der Lars-und-Christian-Engel-Stiftung gebaut ist. Während die Gemeinde eine Kindergarten-Gruppe in den Keller der Grundschule auslagern will, sprechen sich die Eltern für eine Container-Lösung auf dem Gelände des Kinderhauses aus.

Im Garten des Kinderhauses St. Barbara wäre genügend Platz für eine Container-Lösung, sagen die Eltern. Die Kirche als Träger hat eine solche Lösung schon einmal genehmigt.

Es wurden mehrmals Gespräche geführt zwischen Vertretern der Gemeinde und Kindergarteneltern, im Moment sind die Fronten jedoch so verhärtet, dass eine „Elterninitiative Erweiterung Kinderhaus“ Anfang der Woche auf der Plattform change.org eine Petition gestartet hat, die bis Freitagmittag 242 Unterstützer hatte.

Zur online-Petition

Die Eltern werfen Bürgermeister und Verwaltung vor, das Problem schon jahrelang vor sich herzuschieben, wie Andrea Schmid sagt. Sie ist eine betroffene Mutter der „Fuchsbau“-Gruppe, deren Kind in die Grundschule umziehen soll. Das Kinderhaus sei von Anfang an zu klein gewesen. Es sei nicht in erster Linie die Tatsache, dass die Kinder vorübergehend in einen Kellerraum umziehen sollten, die die Eltern auf die Barrikaden treibe, so Schmid, es sei vielmehr der Umstand, dass die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und die ausgelagerte Gruppe kaum mehr in den normalen Kindergartenbetrieb mit seinem hervorragenden pädagogischen Konzept zu integrieren sei. Immerhin sei die Schule etwa 700 Meter vom Kinderhaus entfernt. Da könne man nicht einfach so zu gemeinsamen Unternehmungen hin- und herpendeln.

Zur Vorgeschichte

Weiherhammer

Kirche nicht gegen Container

Die Eltern wünschen sich deshalb eine Container-Lösung. Einer solchen hat die Diözese Regensburg auch schon einmal zugestimmt, wie Pfarrer Varghese Puthenchira auf Nachfrage bestätigt.

Bei einem Elternabend am 1. Juli hatte Bürgermeister Ludwig Biller nach stundenlanger Diskussion versprochen, die Container-Lösung noch einmal prüfen zu lassen. Schon zwei Tage später erfuhren Eltern auf Nachfrage beim Jugendamt, dass die Gemeinde die Container-Lösung verworfen habe. Die Eltern unterstellen nun, wie Schmid sagt, dass die Gemeinde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wolle: Der umgebaute Raum in der Grundschule solle nach der Nutzung durch den Kindergarten von der Grundschule für die Mittagsbetreuung genutzt werden.

"Absprachen nicht eingehalten"

Wie sehr die Fronten verhärtet sind, zeigt die Kündigung der Leiterin des Kinderhauses, Kerstin Schwarzer, die gegenüber Oberpfalz-Medien diesen Schritt bestätigt. In einem Elternbrief schreibt Schwarzer: „Das Vertrauensverhältnis mit der Gemeinde ist massiv erschüttert. Es wurden Absprachen getroffen, welche seitens der Gemeinde nicht eingehalten wurden.“

Bürgermeister Biller war diese Woche im Urlaub und für eine Äußerung nicht zu erreichen. Der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Claus Hellbach, verweist auf eine Stellungnahme in der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Im Gemeinderat wurde das Thema bisher noch nicht öffentlich diskutiert. Das wird nun am Dienstag, 21. Juli zum ersten Mal der Fall sein. Die SPD-Fraktion hatte zuletzt einen Runden Tisch gefordert mit dem Ziel, bis Ende 2021 einen bezugsfertigen Kindergarten zu haben.

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