15.07.2021 - 14:41 Uhr
WeidingOberpfalz

Bei Günter Bock sind Fledermäuse willkommen

Im Dunkeln sehen sie mit den Ohren, und auf der Jagd zeigen sie sich als wahre Luftakrobaten: Fledermäuse üben auf viele Menschen eine Faszination aus. Eine spezielle Plakette weist Günter Bock aus Weiding als Freund dieser Tiere aus.

Diese Aufnahme zeigt eine Mopsfledermaus, die heuer zur "Fledermaus des Jahres" gekürt wurde. Auch Tiere dieser Art sind in Weiding schon entdeckt worden.
von Externer BeitragProfil

Fledermäuse sind bei ihm schon lange gern gesehene Gäste, nun bekam Günter Bock aus Weiding eine Urkunde samt Plakette verliehen, auf denen es ebenfalls heißt „Fledermäuse willkommen“. Die Anregung für die Auszeichnung kam, wie aus einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Schwandorf hervorgeht, vom ehrenamtlichen Fledermausbetreuer Rolf Dorn.

Auf seinem Naturland-Hof in Weiding hatte der Landwirt Günter Bock immer wieder zahlreiche Fledermäuse beobachtet. Um für die nächtlichen Jäger ein Domizil zu schaffen, hat er zwei große Fledermauskästen am Stall angebracht. Fledermausbetreuer Rolf Dorn hat im Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus“ hier mit einem Batcorder, einem Gerät zum Erfassen von Fledermausrufen, verschiedene Arten nachgewiesen. In Weiding flatterten sogar die gefährdete Mopsfledermaus sowie Rauhhaut-, Zwerg- und Mückenfledermäuse durch den Abend.

Auch die Übungsplätze in Grafenwöhr und Hohenfels bieten Fledermäusen Lebensraum

Grafenwöhr

Meist werden die kleinen Flugakrobaten wegen ihrer versteckten Lebensweise gar nicht bemerkt. Der Nachteil dabei: Bei Sanierungen werden ihre Quartiere häufig unwissentlich zerstört. "Moderne Bau- und Sanierungstechniken lassen keine Spalten, Ritzen und Hohlräume mehr zu", heißt es in der Pressemitteilung. Das Quartiernetz der Fledermäuse weist daher immer mehr Lücken auf.

Die heimischen Fledermäuse ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnentieren. Dabei kann beispielsweise eine Zwergfledermaus bei nächtlichen Jagdflügen über 500 Fluginsekten in einer Stunde erbeuten. Auch die Falter des Eichenprozessionsspinners fallen in ihr Nahrungsspektrum. Um auf die heimlich lebenden Tiere aufmerksam zu machen und ihre Wohnungsnot zu lindern, hat das Landesamt für Umwelt vor einigen Jahren die Aktion „Fledermäuse willkommen“ ins Leben gerufen. Mittlerweile sind 1200 Plaketten dieser Initiative in Bayern vergeben worden.

Die Aktion "Fledermäuse willkommen" setzt sich für den Erhalt bestehender Quartiere und macht sich für die Schaffung neuer Unterkünfte stark. Diese ließen sich schon durch einfache konstruktive Maßnahmen bei der Gestaltung von Bauwerken verwirklichen. Ebenfalls im Blickpunkt ist eine nachträgliche, fledermausfreundliche Gestaltung bereits sanierter Bauwerke und Neubauten.

Bei Fragen rund um die Fledermäuse helfen die ehrenamtlichen Fledermausbetreuer im Landkreis weiter. Die Übersicht über die für die jeweilige Gemeinde zuständige Betreuungsperson ist auf der Homepage des Landkreises Schwandorf zu finden. Dazu im Suchfeld (rechts oben auf der Startseite) den Begriff „Fledermausbetreuer“ eingeben.

Über die Aktion "Fledermäuse willkommen".

Weitere Informationen rund um die Mopsfledermaus

Birgit Simmeth, Gebietsbetreuerin beim Naturpark Oberpfälzer Wald, würdigte das artenschutzfachliche Engagement von Günter Bock. Sie überreichte die Plakette "Fledermäuse willkommen".

 

 

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