20.07.2021 - 09:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Im Weidener Stadtrat lange umstritten: Rewe-Markt für Gärtnerei Binner

Lange nichts mehr gehört. Doch hinter den Kulissen gehen die Arbeiten weiter, um auf dem Areal der Binner-Gärtnerei an der Tachauer-Straße in Weiden einen großen Rewe-Markt zu etablieren.

Auf dem Areal der Gärtnerei Binner an der Tachauer Straße will die Rewe-Markt GmbH einen Lebensmittelmarkt errichten. Expertisen geben dem Vorhaben grünes Licht. Am Mittwoch befasst sich der Bauausschuss mit dem Discounter.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Lange nichts mehr gehört vom Discounter an der B 470. Doch hinter den Kulissen gehen die Planungen weiter, um auf dem Areal der Binner-Gärtnerei an der Tachauer-Straße einen großen Rewe-Markt zu etablieren. Am Mittwoch beschäftigt sich der Bauausschuss mit dem Thema.

Vor inzwischen zweieinhalb Jahren machten die Sprecher der großen Fraktionen von CSU, SPD und Bürgerliste noch ihre massiven Bedenken gegen das Vorhaben geltend. Es wirke sich auf die bereits bestehende Versorgungsstruktur aus. Eine entsprechende verkehrliche Anbindung über die kleine Tachauer Straße ließe sich nur schwerlich schaffen. Letztlich hatte im Februar 2019 aber nur Hans Sperrer (CSU) gegen den Discounter gestimmt.

Inzwischen nutze der Bauherr, die Rewe Markt GmbH die Zeit, um die planungsrechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen vorzubereiten, die über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geschaffen werden sollen.

Beabsichtigt ist, so ist der Tischvorlage der Stadträte im Bau- und Planungsausschuss zu entnehmen, auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Binner-Grundstück ein Rewe-Lebensmittelmarkt mit einer Geschossfläche von rund 3270 Quadratmetern samt 133 Stellplätzen. Die geplante Verkaufsfläche soll dabei etwa 2100 Quadratmeter inklusive Windfang und Backshop/Café betragen.

Die Auswirkungs- und Verträglichkeitsprüfung von Dr. Manfred Heider (Augsburg), kommt zu einem positiven Ergebnis. Durch die unmittelbare Nähe zu den Wohnsiedlungsgebieten Rehbühl und der Nähe zu Weiden-West erfülle die Ansiedlung des Rewe-Lebensmittelmarktes das im Einzelhandelskonzept seit 2010 angestrebte städtebauliche Ziel einer verbesserten Nahversorgung für diese beiden Stadtteile. Das Projekt stuft Manfred Heider als sowohl städtebaulich als auch raumordnerisch/landesplanerisch verträglich ein. Rewe habe zudem bestätigt, dass die bestehenden Standorte in Weiden aufrechterhalten werden.

Mittlerweile bestätigen auch ein Schallschutzgutachten, eine Verkehrsmengenermittlung und ein umfangreiches Verkehrsgutachten, die Verträglichkeit des Marktes. Allerdings sind auch Maßnahmen gefordert, etwa eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand auf der östlichen Grundstücksgrenze (hin zu Wohnbebauung), ein nächtliches Lkw-Anlieferverbot oder asphaltierte Fahrgasse auf den Parkplätzen.

Der Verkehrsgutachter untersuchte vor allem die Auswirkungen des neuen Marktes auf die drei Konten der Joseph-Haas- mit der Christian-Seltmann, der Tachauer Straße sowie der Pressather Straße. Mit einer Optimierung der Ampelsteuerung sowie einer zusätzlichen Fahrspur am Knoten Pressather Straße könnten Beeinträchtigungen im Verkehrsgeschehen vermieden werden.

Die Bauverwaltung selbst verweist ausdrücklich darauf, dass de Radverkehr bei diesen Verkehrsplanungen noch nicht berücksichtigt ist. Dies sei noch im weiteren Verfahren für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu behandeln.

Die Gärtnerei Binner existierte über 80 Jahre, wurde schon lange vor dem 2. Weltkrieg gegründet. Die Eigentümerin fand innerhalb der Familie keinen Nachfolger. Ihr Mann verstarb vor mehr als 17 Jahre. Das Areal war bis von wenigen Jahren an einen Gärtnermeister verpachtet.

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