26.11.2019 - 17:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Sozialausschuss begrüßt Konzept für Wohnungslose

Dass ein Neubau der Obdachlosenunterkunft in der Schustermooslohe nötig ist, stand für alle Mitglieder im Sozialausschuss außer Frage. Nur CSU-Stadträtin Stefanie Sperrer warf erneut die Kostenfrage auf.

Die alten Häuser in der Notunterkunft sollen möglichst bald einem Neubau weichen. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Sozialausschusses aus.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

"Die neue Unterkunft soll menschenwürdig sein, aber kein Luxushotel", betonte die Stadträtin. Grundsätzlich sei die CSU dem Projekt gegenüber, das in der Stadtratssitzung vergangene Woche eingehend vorgestellt wurde (wir berichteten), positiv eingestellt.

Über das Konzept zur Wohnungslosenhilfe informierte Evi Fink von der zuständigen Fachstelle der Stadt das Gremium. Dabei standen die pädagogischen Aspekte im Vordergrund. "Die Vorteile der Zentralisierung überwiegen", sagte sie. So sei nicht nur die pädagogische Betreuung der Personen einfacher zu handhaben. Da die Liegenschaft der Stadt gehöre, könne sie bei einer zentralen Einrichtung auch leichter alles steuern und - falls nötig - leichter beschützend oder regulierend eingreifen.

Die pädagogische Arbeit sei wichtig, denn "steter Tropfen höhlt den Stein und kann etwas bewirken". Dank der neuen Satzung sei die Stadt insgesamt handlungsfähiger geworden. Die Bewohner selbst seien durch das noch junge Baugebiet in der Schustermooslohe außerdem nicht mehr so isoliert wie früher.

"Wir wollen das Projekt jetzt anpacken", versicherte Bürgermeister Lothar Höher. Um keine Fehler zu begehen, habe der Stadtrat das Grobkonzept aber zwecks Konkretisierung in den Sozial- und den Bauausschuss verwiesen. "Sie haben alle Fragen beantwortet, die bei der SPD aufgetaucht sind", sagte SPD-Stadtrat Florian Graf. Fink hatte zum Beispiel erklärt, es sollte auch möglich sein, Familien in der Unterkunft aufzunehmen, was - dank der "Initiative" - ohnehin selten der Fall sei.

Sollte doch einmal eine Familie nach einer Zwangsräumung in die Unterkunft kommen, regte Stadtrat Josef Gebhardt an, die Kinder nicht aus ihrer angestammten Schule zu nehmen. Er bat die Verwaltung, hier nach einer entsprechenden Lösung zu suchen. Grundsätzlich sei es "erfreulich, dass wir bei diesem Thema endlich an diesem Punkt angelangt sind", sagte Gebhardt. "Wenn wir für Tierschutz Geld aufwenden, müssen wir auch für diese Menschen Geld aufbringen." Diese Verknüpfung lehnte Bürgermeister Lothar Höher ab. "Die Notunterkunft steht in keinerlei Konkurrenz zum Tierheim. Fest steht, wir brauchen beides."

In den vergangenen 20 Jahren ist es der "Initiative" laut Vorsitzender Ursula Barrois fast immer gelungen, Familien vor der Obdachlosigkeit zu bewahren. Zur Unterkunft selbst erklärte sie: "Jetzt ist es Zeit für ein modernes Konzert, und das ist ein modernes Konzept." Der Verein verfüge über ein tolles Team und engagierte Helfer, mit denen sich dieses Projekt gut angehen lasse. Was den befürchteten Luxus betrifft, verwies sie auf Österreich. Das Beispiel belege, dass es Menschen gar nicht "zu gut" gehen könne. Im Gegenteil: "Nur wenn es ihnen gut geht, können sie auch wieder auf die Beine kommen."

Begeistert äußerte sich Pfarrer i.R. Hans-Peter Pauckstadt-Künkler über das geplante Projekt: "Ich finde, das ist überfällig, und es ist toll, dass es jetzt auch kommt".

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.