05.01.2021 - 13:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Realschulen: Stadtratsmehrheit will Neubau

Die Vorentscheidung ist gefallen: Bei den Weidener Realschulen läuft es auf einen Neubau hinaus. Darauf lässt ein gemeinsamer Antrag von CSU, Bürgerliste und FDP/Freie Wähler schließen. Allerdings stellen sie eine wichtige Bedingung.

So würde der Mittelpunkt des neuen Gebäudes aussehen.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Neubau oder Generalsanierung? Eigentlich sollte der Stadtrat in der letzten Sitzung des Jahres am 21. Dezember über das Großprojekt der Hans- und Sophie-Scholl-Realschule entscheiden. Weil aber ausschweifende Diskussionen zu erwarten waren und die nicht zur Coronalage passen, tauchte das Top-Thema gar nicht erst auf der Tagesordnung auf. Jetzt fiel dennoch eine Vorentscheidung: CSU, Bürgerliste und Ausschussgemeinschaft FDP/Freie Wähler bringen den einen gemeinsamen Antrag ein, wonach ein "Neubau der Realschulen fokussiert umzusetzen" sei. Voraussetzung sei, dass die Stadt das Projekt solide finanzieren kann.

Damit ist klar, wohin die Reise geht. Zusammen stellen die drei Fraktionen mit insgesamt 22 Mitgliedern die Stadtratsmehrheit. Vor allem die CSU-Fraktion trat bisher für eine Generalsanierung ein, während die SPD zuletzt im Bauausschuss für den Neubau stimmte. Bei den Christsozialen und ihren Antragspartnern sorgte offenbar vor allem die veränderte Haltung der Schulleitungen, die vor kurzem erstmals für einen Neubau plädierten, für ein Umdenken. Dies sei "ein wichtiger neuer Aspekt", betonen die Antragssteller. Zudem zeigte Planer Wolfgang Obel (Obel-Architekten, Donauwörth) im Bauausschuss klare Vorteile dieser Lösung im Vergleich zu einem sanierten Gebäude auf.

Die Diskussion im Bauausschuss

Weiden in der Oberpfalz

"Jedoch wurde in der Sitzung die wesentliche Frage der Finanzierbarkeit nicht dargestellt bzw. geklärt", bedauern CSU, BL und FDP/FW in ihrem Antrag. Sie erinnern daran, dass es noch bei den Haushaltsberatungen geheißen habe, der "Neubau der Realschule in einem Zug" sei kaum darstellbar. "Gerade deshalb, und da es sich bei diesem Projekt um die größte Investition der Periode handeln wird, ist eine solide Finanzierung in diesen unsicheren Zeiten Grundvoraussetzung für eine seriöse Entscheidung." Die Kosten eines Neubaus werden mit 56,9 Millionen Euro veranschlagt. Die Gesamtbauzeit würde vier Jahre betragen.

"Aufgrund der neuen Fakten soll der Neubau der Realschulen unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit am bestehenden Standort weiterverfolgt werden", fordern die Fraktionen. Die Verwaltung soll dazu einen soliden Finanzierungsvorschlag vorlegen – und auch eine mögliche Umsetzung etwa über ein PPP-Modell ("Private Public Partnership", ein Finanzier geht in Vorleistung) prüfen. Den Antrag stellen CSU, BL und FDP/FW für die nächste Stadtratssitzung am 25. Januar. Architekt Obel soll dabei nochmals in einem Vortrag die Varianten Neubau und Generalsanierung präsentieren – falls es bis dahin die Coronalage erlaubt.

Hintergrund:

Die beiden Varianten

  • Generalsanierung: Die "Türme" rechts und links würden generalsaniert und mit einem neuen Mitteltrakt verbunden. Gesamtbaukosten: 62,43 Millionen Euro. Gesamtbauzeit: 7 Jahre.

  • Neubau: Kompaktes dreigeschossiges Gebäude westlich neben der Sporthalle.
    Gesamtbaukosten: 56,9 Millionen Euro. Gesamtbauzeit: 4 Jahre. Dazu Betriebskostenersparnis. Die Stadt könnte das freie Grundstück des ehemaligen Standorts verwerten.

Sport- und Schwimmhalle der Realschulen wurden saniert

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