03.08.2020 - 15:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener findet Hilferuf auf Zettel an Bankautomat

"Brauche ganz dringend Hilfe, ich werde gefangen gehalten HILFE", stand auf einem Zettel, den ein Weidener am Sonntagmittag an einem Geldautomaten gefunden hatte. Er rief die Polizei.

An einem Bankautomaten wurde am Sonntagmittag ein handschriftlich geschriebener Hilfeaufruf gefunden.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Der Bankkunde hatte den auf einen Überweisungsträger handgeschriebenen Hilferuf am Sonntag gegen 12.30 Uhr an einem Geldautomaten in einer Weidener Bank gefunden. "Brauche ganz dringend Hilfe, ich werde gefangen gehalten HILFE" stand darauf. Der Finder alarmierte deshalb die Polizei.

Diese ermittelte unter anderem mit Hilfe von Videoaufzeichnungen in der Bank zwei Tatverdächtige, einen 35-jährigen Mann und eine 37-jährige Frau. Diese gaben gegenüber der Polizei an, dass es sich bei dem Zettel "nur" um einen Spaß ihrerseits handle. Eine Gefahrenlage lag offensichtlich nicht vor.

Die Polizei verstand den Spaß nicht und erstattete Anzeige. Polizeisprecher Thomas Fritsch erläutert: "Im konkreten Fall werden die beiden Tatverdächtigen wegen einer Straftat nach dem Strafgesetzbuch, einem Vergehen des Vortäuschens einer Straftat, zur Anzeige gebracht." Dies könne mit einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden.

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Hintergrund:

Schlechte "Scherze" können böse enden

Polizeisprecher Thomas Fritsch sagt, schlechte "Scherze" wie der falsche Hilferuf am Bankautomaten kämen im Zuständigkeitsbereich der Weidener Polizeiinspektion nicht häufig vor. Er informiert, was Einsätze wie diese auslösen, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist und was die Täter erwarten können.

  • Ein vermeintlicher Hilferuf oder die Vortäuschung einer Straftat lösen bei der Polizei Ermittlungen aus, die je nach Sachlage umfangreich sein können. Sie erfüllen in der Regel den Tatbestand eines Strafgesetzes.
  • Der Verursacher muss mit einer Strafanzeige und einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen.
  • Für den Täter kann so etwas in jedem Fall teuer werden: Die Polizei prüft, ob der Einsatz dem Verursacher in Rechnung gestellt werden kann.
  • Wer auf einen Hilferuf stößt, sollte sich an die Polizei wenden (Notrufnummer: 110 oder jede Polizeidienststelle). Diese leitet alle erforderlichen Schritte ein und überprüft die Ernsthaftigkeit eines solchen Schreibens.
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