26.03.2021 - 12:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Do-it-yourself-Haarschnitt verbunden mit Appell zur Geschäftsöffnung

Schnipp, schnapp und die Haare sind ab. Der Weidener Einzelhandelssprecher Tobias Sonna hat das in Coronazeiten erstmals selbst gewagt und damit einen Appell an die Politik verbunden.

"Für das erste Mal gar nicht so schlecht", meint Tobias Sonna zu seiner selbst fabrizierten Frisur, wenngleich die Haare um einiges kürzer wurden als geplant.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Mit Vorher-, Nachher-Bildern und einem Foto der Haare, die er gelassen hat, zeigt sich Einzelhandelssprecher Tobias Sonna auf seinem Facebook-Account. Nach dem Aufstehen am 21. März noch mit langer Mähne, zum Schluss mit der selbst kreierten Frisur. Verbunden ist sein Post mit einem Appell an die Politik, die Öffnung auch für den Einzelhandel generell zu ermöglichen, nicht nur für ausgewählte Geschäfte.

Der Anlass für den Griff zur Schere war laut Sonna ganz pragmatisch. "Meine bisherige Friseurin hat leider aufgehört." Außerdem wollte er schon immer mal ausprobieren, wie es ist, sich selbst die Haare zu schneiden. In Zukunft wird er auf jeden Fall wieder zum Friseur gehen, wenn er einen neuen gefunden hat, betont er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Nicht nur, weil er zum Beispiel die Kopfmassage genieße, sondern auch, weil er in das Hygienekonzept der Friseure vertraue.

"Aber", so schreibt er in seinem Facebook-Post weiter: "Jetzt mal Hand aufs Herz liebe Politiker(innen). Wer von Ihnen war in der letzten Zeit beim Friseur? Gleichzeitig glauben Sie aber anscheinend, dass ein Besuch im Museum oder beim regionalen Einzelhändler selbst mit Terminvereinbarung nicht möglich ist. Der eine darf öffnen, der andere nicht. Verstehe dies, wer möchte. Gerecht ist etwas anderes.

Nutzen Sie die kommenden Wochen! Sorgen Sie:

  • 1. für Impfstoff!
  • 2. für noch mehr Impfstoff‼️
  • 3. für einen fairen Wettbewerb, indem Sie sich für eine echte, für eine gerechte Öffnungsperspektive einsetzen. Click & Meet, unabhängig von einem Inzidenzwert, wäre ein erster Schritt."

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Er möchte keinesfalls Neid auf Kollegen schüren, betont Sonna. Die Ungleichbehandlung allerdings sei ihm unverständlich. "Dieser Regel-Wirrwarr ist sehr chaotisch. Artikel, die es bei Einzelhändlern in der Innenstadt gibt, dürfen im Baumarkt verkauft werden. Aber bei uns darf kein Kunde rein." Dennoch gibt er die Hoffnung nicht auf, dass eventuell nach Ostern zumindest "Click & Meet" für die bisher geschlossenen Geschäfte möglich werde. Das würde bedeuten, dass einzelne Kunden unter entsprechenden Hygienevorkehrungen wieder in die Läden dürften.

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Voraussetzungen für eine stärkere Öffnung dürften allerdings vorherige Schnelltests der Kunden sein. Ein Gespräch zwischen Vertretern der Stadt, des Gesundheitsamtes und des Einzelhandels habe dazu bereits stattgefunden. "Ganz einfach wird das sicher nicht", fürchtet Sonna. Schließlich kämen die Kunden nicht nur aus Weiden, sondern aus dem gesamten Umland. Somit wären also zahlreiche Tests nötig. Das bereite ihm noch Bauchschmerzen.

Zurück zur neuen Frisur. Wie zufrieden ist er damit? "Naja. Es ist schon kürzer geworden als geplant, weil ich erst die rechte Seite geschnitten habe, dann links, dann war's rechts wieder zu lang." Auch der Schnitt am Hinterkopf sei nicht so gelungen, räumt Sonna ein. Insgesamt findet er jedoch: "Für das erste Mal gar nicht so schlecht." Unabhängig davon dürfe aber nächstes Mal wieder ein Fachmann oder eine Fachfrau ran.

"Der eine darf öffnen, der andere nicht. Verstehe dies, wer möchte. Gerecht ist etwas anderes."

Tobias Sonna

Tobias Sonna

 

 

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