09.07.2020 - 10:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden beim Wirtschaftswachstum Schlusslicht: IHK-Gremium weiß Rat

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Beim Wirtschaftswachstum hängt im Zehn-Jahres-Vergleich keiner in der Oberpfalz so weit hinterher wie Weiden. Das sagen die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts. Aber was sagen Wirtschaftsvertreter?

Beim Wirtschaftswachstum hängt im Zehn-Jahres-Vergleich keiner in der Oberpfalz so weit hinterher wie Weiden.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Die Zahlen des Landesamtes für Statistik, die Weiden als Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum in der Oberpfalz ausweisen, will der Geschäftsführer des IHK-Gremiums Nordoberpfalz nicht anzweifeln. "Wir arbeiten selbst mit diesen Zahlen, sie sind unerfreulich, aber das Ergebnis ist nunmal so, wie es ist", erklärt Florian Rieder. Es besagt, dass innerhalb der Oberpfalz Weiden von 2008 bis 2018 den geringsten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit am wenigsten Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatte. Mit einem Plus von 19,5 Prozent belegt die Max-Reger-Stadt bayernweit nur Rang 91 von 96 und rangiert damit in der Oberpfalz als Schlusslicht. Zum Vergleich: Der Landkreis Neustadt/WN findet sich mit einem Zuwachs von 50,1 Prozent bereits auf Rang 14, der Landkreis Tirschenreuth auf Rang 25 (plus 46,4 Prozent). Doch woher kommt's?

Weiden beim Wirtschaftswachstum das Schlusslicht: Das sagen die Zahlen

Weiden in der Oberpfalz

Weiden litt überproportional

"Weiden hat einfach unter dem Strukturwandel überproportional stark gelitten", erklärt Rieder, der dem IHK-Gremium Nordoberpfalz mit fast 40 Führungskräften von regionalen Unternehmen aus Weiden sowie den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth vorsteht. Mittlerweile fände sich das produzierende Gewerbe, das Wertschöpfung im Sinn des BIP generiere, vor allem in den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth. Rieder nennt etwa Maschinen- und Anlagenbauer. "Dafür ist in Weiden die Einzelhandelszentralität extrem hoch", betont er. Zudem sei Weiden als Oberzentrum extrem wichtig mit seinen schulisch, kulturell und medizinisch hervorragendem Angebot und dürfe schon deshalb nicht in eine Ecke gestellt werden: "Unternehmen kennen keine kommunalen Grenzen. Allein schon beispielsweise beim Kampf gegen den Fachkräftemangel." Die Lösung liegt deshalb für den Geschäftsführer des IHK-Gremiums nahe.

Lösung liegt in Zusammenarbeit

"Als IHK-Gremium sehen wir die Zukunft der Wirtschaftsregion nur in der Gemeinschaft der Landkreise und des Oberzentrums, in die jeder seine jeweiligen Stärken einbringt", erklärt Rieder und sagt weiter: "Das postulieren wir als Mantra gegenüber den Kommunen seit einem Jahr und fordern die bessere Zusammenarbeit ein." Stünde doch die gesamte Region Nordoberpfalz in einem wirtschaftlichen Wettbewerb. "Und wenn diese Region noch besser nach außen wirken soll, brauchen wir eine noch stärke Zusammenarbeit." In der Wirtschaftsförderung etwa oder beim Standortmarketing, findet Rieder Beispiele.

Neues Gewerbegebiet kann produzierende Zweige fördern

Derweil bleibe Weiden an sich aber nicht untätig: "Der relativen Schwäche des produzierenden Gewerbes in Weiden versucht man ja nicht zuletzt durch die Entwicklung des Gewerbegebietes Weiden-West IV entgegenzuwirken." So würden zumindest die Rahmenbedingungen geschaffen, um den Wirtschaftszweig der Produktion vor Ort zu stärken.

Nur gemeinsam sind das Oberzentrum Weiden und die Landkreise Neustadt/WN sowie Tirschenreuth stark, sagt Florian Rieder. Deshalb fordert der Geschäftsführer des IHK-Gremiums hier eine stärke Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene.
Hintergrund:

Das ist das IHK-Gremium Nordoberpfalz

Das IHK-Gremium Nordoberpfalz vertritt laut eigenen Angaben die wirtschaftlichen Interessen in Weiden sowie in den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth gegenüber der regionalen Politik. Es unterstützt zudem die Vollversammlung der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim bei ihren Aufgaben. Das Gremium setzt sich aus den Führungskräften der Unternehmen zusammen. Alle fünf Jahre wird von der Wirtschaft das Gremium neu gewählt. Jede Branche stellt entsprechend ihrem regionalen Gewicht eine bestimmte Anzahl von Vertretern. Die Branchen Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen, Gastgewerbe, Industrie, Energie, Bau, Kredit-, Versicherungs- und Verkehrsgewerbe sind vertreten. Florian Rieder ist der Geschäftsführer des Gremiums, Bernd Fürbringer von der Franz Kassecker GmbH der Vorsitzende.

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