16.10.2020 - 11:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vorsitz beim Integrationsbeirat Weiden weiterhin vakant

Der Integrationsbeirat Weiden ist seit 1. Mai ohne Führung. Veit Wagner, seit 2012 Vorsitzender des Beirats, hatte sein Amt weiland nicht mehr verlängert. Nun wurde er verabschiedet.

Weder Samira Aghadadashova (links) noch Sema Tasali-Stoll (vorne Mitte) konnten die nötige Stimmenzahl auf sich vereinen. Der Vorsitz beim Integrationsbeirat Weiden bleibt bis Januar vakant. Paul Zitzmann (rechts) referierte über das "Karabu"-Projekt.
von Helmut KunzProfil

Bei einer Sitzung des Integrationsbeirats im Neuen Rathaus, bei der der ehemalige Vorsitzende Veit Wagner offiziell verabschiedet wurde, stand auch die Neuwahl eines Vorsitzenden auf der Tagesordnung. Zur Kandidatur standen Sema Tasali-Stoll und Samira Aghadadashova.

Beide erhielten jeweils die Hälfte der abgegebenen acht Stimmen. Ein zweiter Wahldurchgang versprach ebenfalls ein Patt, wie Stadtrat Hans-Jürgen Gmeiner feststellte. Und eine Doppelspitze war nicht im Sinne der Satzung. Ebenso wenig ein Losentscheid. Deshalb einigte sich die Versammlung auf eine Satzungsänderung bei der nächsten Sitzung im Dezember. Die Neuwahl solle dann im Januar erfolgen.

Auf Vorschlag von Iman Maher Khedr wird die Entscheidung dann per Briefwahl fallen, um jedem einzelnen Mitglied das Recht einzuräumen, über den neuen Vorsitz abzustimmen. Selbst Mitglieder, die krankheitsbedingt der Wahlversammlung fernblieben. Sollte sich wieder ein Unentschieden ergeben, werde das Los entscheiden. Insgesamt gehören dem Beirat zehn Personen an. Die Zahl der Stadträte wurde auf drei reduziert. Neben Tasali-Stoll und Gmeiner sitzt Maria Sponsel im Gremium.

Außerdem einigte man sich auf vier anstatt nur drei Sitzungen pro Jahr. Moderiert wurde die Versammlung von der Integrationsbeauftragten der Stadt Weiden, Susanne Reinhardt. Wagner wurde als stets ausgleichende Persönlichkeit gewürdigt. Ihm sei es stets ein Anliegen gewesen, Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen zu integrieren. Sein Motto, so Gmeiner: „Nicht reden, sondern tun.“

Wagner sprach sich für eine Vernetzung mit gleichgestimmten Gruppen aus. Er erinnerte an das Weltbürgerfest, die Aktion "Freund statt fremd", die Anti-Rassimus-Tagung und die Wochen gegen Rassismus. „Was wir zu wenig gemacht haben: Wir haben nicht den Kontakt zum Stadtrat gesucht.“ In Zukunft wäre dies aber sinnvoll, gab Wagner seinen Nachfolgern mit auf den Weg.

Paul Zitzmann von „Arbeit und Leben in Bayern“ erklärte das seit Januar laufende Integrationsprojekt „Karabu“. Das Konzept „Kein Antisemitismus und Rassismus bei uns“ widme sich schwerpunktmäßig den Themen Antidiskriminierung und Bekämpfung von Antisemitismus. Das Projekt laufe bis Dezember 2022 und werde finanziell durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert. Durchgeführt werde es von „Arbeit und Leben in Bayern“ sowie von den „Naturfreunden Weiden“. Als Standort wurde neben Weiden auch der Landkreis Neustadt gewählt und Karabu in enger Abstimmung mit beiden Kommunen realisiert.

Zielsetzung sei: Menschen mit und ohne Migrationshintergrund für Vorurteile stärker sensibilisieren. Mehr soziale Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund herzustellen und ihnen die Werte und Normen des Zusammenlebens zu reflektieren. Sowie die Stärkung eines konstruktiven Austausches und Dialogs über Unterschiede in einer pluralistischen Gesellschaft. Da sich Rassismus und Antisemitismus als eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstelle, richte sich das Projekt sowohl an Zugewanderte, als auch an die Aufnahmegesellschaft, ergänzte Zitzmann. „Schwerpunktmäßig möchte Karabu Zuwanderern sowie Personen mit Migrationshintergrund in das Projekts einbeziehen."

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Verabschiedet wurde Veit Wagner, der acht Jahre lang den Vorsitz inne hatte.
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