27.10.2019 - 16:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Versöhnung über den Gräbern: Sammelaktion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Politiker und Soldaten eröffneten am Samstagvormittag in der Fußgängerzone die diesjährige Sammelaktion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Bundeswehr und Politik sammelten am Samstag für die Kriegsgräberfürsorge in der Innenstadt.
von Helmut KunzProfil

Es ist wieder Zeit für die Sammelbüchse. Erstmals führe Oberstleutnant Sven Zickmantel das Kommando bei der Aktion. Er lobte die Weidener Bürgerschaft, welche die Bundeswehr mit offenen Armen empfange. „In anderen Städten ist das nicht so.“ Die Politik wurde von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger angeführt.

Stabsfeldwebel Michael Koller teilte die Sammlergruppen ein, die sich eineinhalb Stunden lang mit ihren Sammelbüchsen durch die Weidener Innenstadt zogen. Der Volksbund feiert heuer sein 100-jähriges Jubiläum. 1919 wurde er nach den Ersten Weltkrieg gegründet. Der gemeinnützige Verein besitzt einen humanitären Auftrag.

Sein Motto: „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.“ Erfasst, erhalten und gepflegt werden Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Ausland, aber auch in Deutschland. Gearbeitet wird im Auftrag der deutschen Bundesregierung. Wichtigste Rechtsgrundlage sei die Genfer Konvention sowie zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen und Vereinbarungen.

Zwei Millionen Gräber gepflegt

Gepflegt werden zwei Millionen Kriegsgräber auf über 800 Friedhöfen. Deutsche Kriegsgräber gibt es in mehr als 100 Ländern der Erde. Der Volksbund ist seit dem politischen Umbruch auch in den Ländern des ehemaligen Ostblocks tätig. Die Kriegstoten aus verstreuten Grablagen werden auf großen zentralen Friedhöfen bestattet. Der Volksbund hilft Angehörigen bei der Suche nach den Gräbern und der Klärung der Kriegerschicksale. Er bietet interessante Reisen in über 20 Länder an. Er führt seit 1953 jährlich 3000 junge Menschen an den Kriegsgräbern zusammen. Sie helfen in internationalen Workcamps in Deutschland und dem Ausland bei der Pflege der Gräber. Und er unterstützt die Friedenerziehung in den Schulen und unterhält fünf Jugendbegegnungsstätten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien und an der deutsch-polnischen Grenze in Usedom. Der Volksbund finanziert die Arbeit zum allergrößten Teil aus freiwilligen Mitgliedsbeiträgen und Spenden der Bürger.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.