16.02.2021 - 16:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Umfrage in Weiden: Was nehmen Sie sich für die Fastenzeit mitten in der Coronapandemie vor?

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Viele Menschen nutzen diese 40 Tage bis Ostern, um auf Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten. Doch wie halten es die Weidener? Und welche Rolle spielt die Coronapandemie in Sachen Verzicht?

Eine Glasschale voller Süßigkeiten: ab Aschermittwoch tabu?
von Helmut KunzProfil

Die Fastenzeit startet in dieser Woche. Eine Umfrage unter bekannten Weidenern zeigt: Wollen die Menschen noch verzichten, oder haben sie wegen der Coronapandemie bereits mit genug Entbehrungen zu kämpfen?

Ewald Zenger

Ewald Zenger.

„Ich glaube nicht, dass das Thema Fastenzeit für mich wichtig ist oder jemals in meinem Leben wichtig war“, erklärt Stadtjugendpfleger Ewald Zenger. „Vielleicht noch als junger Mensch, als ich sehr katholisch war. Aber das ist lange, lange her. Ich finde, dass Fasten nur dann einen vernünftigen Grund hat, wenn man das aus religiösen Gründen tut. Biologisch und medizinisch halte ich das für einen Unsinn. Ich bin ein Genussmensch.“ Während des Lockdowns ertappe er sich immer wieder dabei, dass er zu viel auf der Couch liege.

Lothar Höher

Lothar Höher.

„Ich weiß noch nicht genau, was ich mache“, sagt Bürgermeister Lothar Höher. „Irgendetwas mache ich auf jeden Fall, irgendwas lasse ich weg. Ich werde mit meiner Frau besprechen, was am einfachsten sein wird. Wahrscheinlich werde ich weniger essen, bestimmt werde ich aber weniger Süßigkeiten naschen." 40 Tage halte er seinen Vorsatz dann nicht durch. "Ich fange Aschermittwoch an und werde ihn dann drei bis vier Wochen durchziehen. Weil ich jeden Abend daheim bin, trinke ich natürlich derzeit mehr Rotwein als sonst. Wäre ich auf Terminen, würde ich Wasser trinken."

Roland Richter

Roland Richter.

„Ich habe inzwischen jegliches Zeitgefühl verloren, ich weiß nicht mehr, wann welcher Tag ist“, betont SPD-Chef Roland Richter. „Ich habe mir überhaupt nichts vorgenommen. Ich komme mir vor, wie in einer Dauerfastenzeit.“ Was er sich aktuell vorwirft: „Ich habe im Lockdown weniger Sport gemacht, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Der ist auf der Strecke geblieben. Ich habe während des Lockdowns überhaupt alle Sachen, die Spaß machen, nur noch auf Sparflamme gefahren. Aber so geht’s uns ja allen.“

Dekan Johannes Lukas

Dekan Johannes Lukas.

"Es geht ja in der Fastenzeit darum, dass man auf etwas verzichtet, dass man wieder zum Eigentlichen zurückfindet", glaubt Dekan Johannes Lukas. "Einschnitte durch Corona zähle ich jetzt da nicht dazu. Das ist uns ja aufgezwungen und Fasten soll freiwillig sein." Zum einen, um den Kopf wieder frei zu bekommen. "Zum anderen, um Gott wieder mehr Raum in meinem Leben zu geben." Verzichten heiße, dass man sich einzelne Sachen heraussuche. "Das kann Essen sein, kann Trinken sein. Das muss jeder für sich selber entscheiden. Ich muss mich wieder mehr bewegen."

Sonja Balk

Sonja Balk.

"Ich habe mir nichts vorgenommen", erzählt die Regisseurin der "Lustigen Konrader" Sonja Balk. "Wir leben einigermaßen, vielleicht sogar zu gut. Aber wieso sollten wir uns gerade jetzt, in Coronazeiten noch stark einschränken? Die einen kommen klar, die anderen nicht." Man sollte sich auch mal was gönnen. "Außerdem sind wir brave Leute und tun keinem was. Würde ich mir etwas vornehmen, würde ich das ohnehin nicht durchhalten. Das einzige auf das ich vielleicht während der Fastenzeit verzichten sollte, sind meine täglichen Betthupferln, das ich abends brauche. Die lass ich vielleicht weg."

Reinhold Wildenauer

Reinhold Wildenauer.

"Fastenzeit habe ich eigentlich fast das ganze Jahr über", ist Bürgermeister Reinhold Wildenauer überzeugt. "Ich nehme mir nichts vor. Höchstens, dass ich mich weiterhin so verhalte, wie bisher. Ich trinke ja praktisch keinen Alkohol und esse auch nicht übermäßig viel. Deshalb habe ich auch keine guten Vorsätze oder Fastenaktionen, die ich in den kommenden Wochen einhalte. Das habe ich auch noch nie gemacht und fühle mich trotzdem wohl dabei." Er werde versuchen, weiterhin Sport zu treiben. "Meine Muse suche ich im Lockdown in meiner Musik. Derzeit spiele ich Klarinette, Saxophon und Kontrabass."

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