18.03.2021 - 16:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Thrillerzeit rund um Weiden: Bald laufen Kameras für "Schweigend steht der Wald"

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Es wird ernst: Bald nach Ostern beginnen die Dreharbeiten zum nächsten Kinofilm in der Region. Zuvor muss das Produktionsteam aber noch Einiges abklären. Unter anderem bei den Schauplätzen.

Romantisch steht der Wald bei Diepoltsreuth. Nicht mehr lange, dann wird er als Filmkulisse ein unheimliches Gesicht zeigen. Die Dreharbeiten werden derzeit intensiv vorbereitet.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Vom 19. April bis 22. Mai hat die Produktionsgesellschaft "Poison Film" aus Berlin Zeit, den Roman "Schweigend steht der Wald" von Wolfram Fleischhauer in einen Spielfilm zu verwandeln. Das haben Regisseurin Saralisa Volm und ihr Mann, Produzent Patrick Volm-Dettelbach, mit ihren Geldgebern so ausgemacht. Dazu gehört die Filmförderung Bayern, die den geplanten Thriller mit 350 000 Euro unterstützt. Daneben sind das Bundeskulturministerium sowie Arte, ARD und ZDF mit an Bord.

Geht alles glatt, ist die Geschichte um eine junge Forstpraktikantin, die lange zurückliegenden Morden auf die Spur kommt, 2022 auf einem Festival, danach im Kino und später auf öffentlich-rechtlichen Kanälen im Fernsehen zu sehen.

Saralisa Volm verspricht alles, was Nackenhaare in die Höhe treibt: "Es wird geschossen, es wird geflohen, es gibt Leichen, Stunts und tote Tiere." Haudrauf-Action soll aber nicht das Hauptmerkmal sein. Vielmehr erzählen Zeichen auf dem Waldboden und die Natur der Hauptdarstellerin einige Geheimnisse, welche die Stimmung unheimlich machen. Daher wünschen sich die Regisseurin und Kameramann Roland Stuprich im April möglichst bewölkte, neblige Tage. "Und genau für eine Stunde muss dann die Sonne rauskommen." Nach der Witterung und dem Zeitplan der Schauspieler richtet sich der Dreh. Es werden also nicht chronologisch die Szenen aus Skript und Romanvorlage abgefilmt.

Kleine Gruppen und Coronatests

Der Vorteil der vielen Außenaufnahmen: Sie sind relativ coronasicher. Das rund 50-köpfige Team soll sich in Gruppen (Cluster) aufteilen, die sich möglichst nicht begegnen. Zudem wird jeden Tag aufs Neue getestet. Ein Produktionsbüro im Weidener Westen ist als Hauptquartier bereits angemietet. Regisseurin und Produzent sind für drei Monate in die Stadt gezogen. Die vier Kinder sind an Weidener Schulen angemeldet. Einer der wenigen Vorteile an der Pandemie, sagt Saralisa Volm: "Sie könnten ja zurzeit in Berlin auch kaum Freunde treffen."

Bevor die erste Klappe fällt, bekommt die Crew noch einen Oberpfälzisch-Kurs von Ramasuri-Moderator Markus Pleyer. "Er hat alle Rollen eingesprochen. Die Schauspieler arbeiten jetzt an ihrem ou oder am Niat", erklärt Saralisa Volm. Die Oberpfalz ist also nicht nur Kulisse, sondern soll auch im Film eine Rolle spielen. Schließlich geht Einiges in der Handlung auf die Zeit des KZ Flossenbürg zurück. Die Gedenkstätte selbst wird auf der Leinwand nicht zu sehen sein, dafür andere bekannte Landmarken der Region: der Doost, die Stützelvilla, Eslarn, Floß, das Hallenbad Neustadt und Weiden.

Hauptdarstellerin noch geheim

Die Besetzung ist fast komplett. Dafür ist Stefanie Maile verantwortlich. Sie hat unter anderem für "Wackersdorf" gecastet. Mehr wird noch nicht preisgegeben. Aber: Die Rolle der Protagonistin Anja Grimm übernimmt ein bekanntes Gesicht, verrät die Regisseurin. "Es war bereits auf ARD, ZDF und Netflix zu sehen." Ein Großteil der Schauspieler kommt aus Bayern und Österreich, nicht zuletzt wegen der Klangfarbe in der Stimme.

Bevor der erste Mime vor die Kamera tritt, leisten die "Poison"-Leute Basisarbeit. Mit Forst- und Naturschutzbehörden sprechen sie ab, wo im Wald mal gegraben und wo ein Auto nächtens für eine Szene rasen darf. Auch das Gesundheitsamt ist eingeschaltet, ferner kommunale Stellen, weil mal eine Straße gesperrt werden muss. Das alles orientiert sich eng an der Romanvorlage. Bis auf den Handlungsort. Der ist bei Wolfram Fleischhauer die Gegend um Waldmünchen.

Hintergründe zur Verfilmung von "Schweigend steht der Wald"

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Weitere Schauplätze gesucht

  • Die Handlung spielt 1999/2000: Forstpraktikantin Anja Grimm kommt in die Oberpfalz. Kurz danach wird in dem Wald, wo 20 Jahre zuvor ihr Vater spurlos verschwand, ein Mann erhängt aufgefunden. Anjas Anwesenheit zieht weitere mysteriöse Todesfälle nach sich, die mit einem mörderischen Dorfgeheimnis zu tun haben.
  • Gesucht werden noch zwei Kulissen: kleine Einliegerwohnung/Dachzimmer oder Fremdenzimmer in privatem Wohnhaus, Baujahr 1960-1995, am besten mit Dusche oder Duschkabine im Zimmer, möbliert. Gut wäre Atmosphäre mit Nadelfilz, Holzvertäfelung, Mansarde, Kochnische. Drehzeit 5 Tage.
  • Polizeibehörde oder andere Verwaltung: Gebäude mit älterer Büroausrüstung (Computer, Holzschreibtische), gerne auch Leerstand.
  • Für Straßenszenen bemühen sich die Filmleute um alte Autos aus der Zeit Mitte der 1990er Jahre bis etwa 2000.
  • Wer so etwas anzubieten hat oder etwas dazu im Raum Weiden weiß, wird gebeten, eine E-Mail zu schreiben an: motive[at]schweigendstehtderwald[dot]de
Die Berliner Regisseurin Saralisa Volm kennt die Region rund um Weiden inzwischen recht gut. Eine Szene ihrer Romanverfilmung will sie am Doost spielen lassen.

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