15.07.2021 - 15:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Streit um seltenen Hund vor Weidener Landgericht geht weiter

Zu keiner gütlichen Einigung kam es in dem Zivilprozess, in dem ein Hundezüchter aus dem Landkreis Neustadt/WN mehr als 30.000 Euro von einem Mann aus Baden- Württemberg fordert. Es geht um einen wertvollen Hund und dessen Nachkommen.

Seit der American Bulldog wieder in der Heimat ist, hat er schon wieder Nachkommen gezeugt.
von Autor RNSProfil

Ein Züchter aus dem Landkreis Neustadt fordert mehr als 30.000 Euro von einem Mann aus Baden-Württemberg. Der soll sich den American Bulldog des Landkreisbürgers erschlichen und den Hund zur Zucht verwendet haben.

Mittlerweile sitzt nicht nur der Mann, der sich den Hund mit der sehr begehrten Farbe „Merle“ erschlichen hatte, auf der Beklagtenbank, sondern auch die Frau, die den American Bulldog gekauft und diesen dann ihrem Freund zum „Zuchtsprung“ überlassen hatte. Außerdem wird ein Strafverfahren auf sie zukommen, da sie in einem vorangegangen Gerichtstermin falsch ausgesagt hatte.

Richter Peter Werner warnte den aggressiv auftretenden Beklagten, dass auch die Anstiftung zur Falschaussage bestraft werden könnte. Dieser verweigerte sich jedoch jeglichen Entgegenkommens, das Rechtsanwalt Dr. Lutz Rittmann als Vertreter des Oberpfälzer Züchters angeboten hatte. Dieser sah das Hauptanliegen des Prozesses als erfüllt an, nämlich dass er seinen Hund zurück erhalten hat.

Der streitgegenständliche Hund, den die Frau dem Baden-Württemberger überlassen hatte, nachdem sie ihn unter Vorspiegelung falscher Angaben gekauft hatte, ist mittlerweile wieder beim Züchter im östlichen Landkreis Neustadt/WN. Im Neckar-Odenwald-Kreis hatte er jedoch sieben Nachkommen gezeugt, von denen ein Welpe nach dem Kaufvertrag dem Oberpfälzer zugestanden hätte.

Nach Aussage des Beklagten und der Zeugenaussage seiner jetzigen Verlobten seien jedoch alle Welpen verstorben. Die Hündin ihres Verlobten habe, nach einem Kaiserschnitt, Nachblutungen gehabt, weswegen man abends zu einem Tierarzt gefahren sei. Dort sei einer der Welpen verstorben. Ein anderer und fünf weitere seien bereits vorher verstorben, sagte die 33-Jährige aus Hannover.

Unstreitig ist, so auch Rechtsanwältin Tanja Lehrmann (Mosbach/ Neckar-Odenwald-Kreis), Vertreterin der Frau, die sich unter falschem Namen den Rüden erschlichen hatte, dass der Hund Eigentum des Oberpfälzers ist. Rechtsanwalt Hanns Christian Bayer (Weiden) beantragte die Abweisung der Klage. Richter Peter Werner wird nun entscheiden. Das Urteil soll am 4. August verkündet werden.

Der Vorbericht zum Hundeprozess

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Worum geht's im Hunde-Prozess?

  • Züchter aus Landkreis Neustadt/WN verlangt vor Landgericht Weiden Geld und seinen Hund zurück
  • Landkreisbürger hatte wertvollen "American Bulldog" in sehr seltener Farbe "Merle" im Internet zum Verkauf angeboten
  • Rüde sollte als Familienhund, nicht als Zuchthund verkauft werden; deshalb wohl kein Verkauf an aggressiv auftretenden Mann aus Baden-Württemberg
  • "Strohfrau" des Kaufinteressenten soll sich Kauf des Rüden erschlichen haben
  • Mitte 2020: Aufforderung an Frau, Hund an Neustädter Züchter zurückzugeben
  • Beschuldigter soll angeblich sieben Welpen für je 4000 Euro verkauft haben
  • Streitwert: 32.800 Euro

 

 

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