10.05.2020 - 14:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtrat Weiden: Männlich, 54 und gern mit Doktor-Titel

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Mit Veit Wagner, Alois Schinabeck und Josef Gebhardt sind drei sehr erfahrene über 70-Jährige aus dem Stadtrat Weiden ausgeschieden. Verjüngt hat sich das Gremium nach der Kommunal trotzdem nicht. Im Gegenteil.

Der Jüngste im Bunde ist mit 34 Jahren ein Mann und Neuling im Stadtrat Weiden: Landtagsabgeordneter Christoph Skutella (FDP).
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

So bunt wie noch nie kommt er daher, der "neue" Weidener Stadtrat, wenn er sich an diesem Montag, 13. Mai, zur konstituierenden Sitzung im Gustl-Lang-Saal der Max-Reger-Halle trifft. Zumindest sagt das die Statistik.

Gruppierungen

Der Stadtrat ist bunter denn je: Neun verschiedene Gruppierungen reichten ihre Wahlvorschläge ein – alle kamen zum Zug. Neben den Platzhirschen CSU (14 Sitze; +/- 0), SPD (10 Sitze, -6), die Grünen (4, +1), die Bürgerliste (4, -1), Freie Wähler (2, +1), FDP (2, +1) sind mit gleich zwei Vertretern neu dabei die AfD (+2), die Linke (+1) und die ÖDP (+1).

Neulinge

Es gibt 11 neue Gesichter im Weidener Stadtrat. Das ist weniger frisches Politblut als noch 2014. Damals schafften es zwei Neulinge mehr ins Gremium. Von den aktuell 11 "Neuen" ist keiner Sozialdemokrat. Dafür finden sich in allen anderen acht Gruppierungen neue Vertreter. Bei der CSU, den Grünen und der AfD schnuppern jeweils gleich zwei Kandidaten erstmals Weidener Stadtratsluft.

3 der 11 Neulinge sind übrigens weiblich: Maria Sponsel (CSU) sowie Sonja Schuhmacher und Laura Weber (Grüne). Die "neuen" Männer im Stadtrat sind der unterlegene OB-Kandidat Benjamin Zeitler (CSU), Jürgen Meyer (Bürgerliste), Bernhard Schlicht (Freie Wähler), Manfred Schiller und Karl Schmid (beide AfD), Landtagsabgeordneter Christoph Skutella (FDP), Ali Zant (Die Linke) sowie Helmut Schöner (ÖDP).

Frauenanteil

Der Frauenanteil steigt – allerdings nur dorthin, wo er 2008 schon war. 2014 startete das Gremium mit 9 Frauen in die Legislaturperiode. Nun treten 11 Frauen ihr Stadtratsamt an (27,5 Prozent). Genauso viele wie bereits 2008. Zum Vergleich: 2002 waren es nur 7, die den Sprung ins Kommunalparlament geschafft haben.

Am weiblichsten kommen die Grünen daher. Drei von vier grünen Stadträten sind Frauen. Konkret stehen der langjährigen Stadträtin Gisela Helgath nun OB-Kandidatin Sonja Schuhmacher sowie Laura Weber bei. Fraktionssprecher bleibt der Mann in der Runde, Karl Bärnklau.

Ebenfalls ordentlich: Bei der SPD ist jeder zweite Stadtrat weiblich. Konkret sind 5 der 10 mit rotem Parteibuch Genossinnen. Allesamt wissen sie, wie's läuft: Denn Hildegard Ziegler, Sabine Zeidler, Gabriele Laurich, Sema Tasali-Stoll und Brigitte Schwarz sind altgediente Rätinnen.

Die CSU bleibt eine Männerdomäne. Von 14 Räten sind mit Stefanie Sperrer, Dagmar Nachtigall und Neuling Maria Sponsel nur drei Frauen. Dabei ist dank Maria Sponsel der Frauenanteil bei den Schwarzen schon stark gestiegen. Er liegt nun zwar bei nicht mal einem Viertel, aber damit eben um fast ein Viertel höher als bei den anderen sechs Gruppierungen, die ohne eine einzige Frau ihr Bestes geben müssen: Freie Wähler, AfD, FDP, die Linken oder die ÖDP.

Altersdurchschnitt

Die Gesellschaft wird immer älter, der politische Vertreter Weidens auch. Der durchschnittliche Stadtrat hat aktuell 54 Jahre auf dem politischen Rückgrat, 3 Jahre mehr als noch 2014, ganze 5 Jahre mehr als 2008.

In der Einzelbetrachtung schaut die AfD mit durchschnittlich 69,5 Jahren richtig alt aus. Der ÖDP-Vertreter Helmut Schöner ist ein Einzelkämpfer und 68 Jahre, der Einzelkämpfer Ali Zant ist 20 Jahre jünger und bringt so die Linke als jüngste Gruppierung in Stellung. Deutlich über 60 kommen auch die Freien Wähler daher, die im Schnitt 66,5 Jahre sind. Das Gros der Gruppierungen ist schlicht über 50. Das heißt in der Einzelbetrachtung aufsteigend, die SPD kommt durchschnittlich auf 51,1 Jahre, die CSU auf 52,14, die FDP auf 53,5, die Bürgerliste auf 53,75 und die Grünen mit 54,75 Jahren auf fast Mitte 50. Letzteres ist im Vergleich zur vergangenen Wahlperiode beachtlich: Da lag der grüne Altersschnitt zwölf Lenze höher bei 62.

Die jüngsten Stadträte

Der Jüngste im Bunde ist mit 34 Jahren ein Mann und Neuling im Gremium: Landtagsabgeordneter Christoph Skutella (FDP). Mit ihm haben nur noch drei weitere Mitglieder eine 3 vorne: von den Grünen Laura Weber (35) dicht gefolgt von CSU-Vertreterin Maria Sponsel (36), dem zweiten Mann in der 30er-Runde CSU-Fraktionschef Benjamin Zeitler (38, CSU) sowie die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Hildegard Ziegler (39).

Den „Alterspräsidenten“ stellt mit großem Abstand die AfD mit Stadtrats-Neuling Karl Schmid (rechts)-

Die Ältesten im Stadtrat

Den Alterspräsidenten stellt mit großem Abstand die AfD mit Stadtrats-Neuling Karl Schmid. Der Arzt im Ruhestand und Weltrekordhalter im 4x100-Meter-Lauf (M75) ist 81 Jahre alt. Dagegen sind Reinhold Wildenauer (FDP) und Alois Lukas (CSU), die alten Hasen im Gremium, mit jeweils 73 Jahren junge Hüpfer. Ebenfalls über 70, und damit mit extra viel Lebenserfahrung ausgestattet, ist der 71-jährige Metzgermeister Hans Sperrer (CSU).

Doktor-Titel im Vormarsch

Ein Doktor ist noch lange kein Arzt. Aber ein Doktor scheint einen Schlag bei den Wählern zu haben. Denn im Stadtrat gibt es immer mehr Räte mit dem entsprechenden Titel. Aktuell sind es sieben. Die meisten Doktores mit drei von zehn Stadträten hat übrigens die SPD in ihren Reihen: Dr. Matthias Loew (Arzt), Dr. Sema Tasali-Stoll (Frauenärztin) und Dr. Matthias Holl (Schulleiter) sind alles altgediente Stadträte. Anteilig toppt die Bürgerliste die SPD allerdings locker. Mit Professor Dr. Theordor Klotz (Chefarzt der Urologie) und Dr. Christian Deglmann (Unternehmer) haben 50 Prozent der BL-Stadträte augenscheinlich eine akademische Laufbahn absolviert. Mit einem Neuling in ihren Reihen zieht die CSU nach: Dr. Benjamin Zeitler (Unternehmer) aber ist der einzige Stadtrat in den schwarzen Reihen mit Titel. Dieses Alleinstellungsmerkmal hat auch Dr. Karl Schmid (Arzt im Ruhestand) bei der AfD.

So sieht der neue Weidender Stadtrat aus

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