17.05.2020 - 10:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadt Weiden eröffnet "virtuellen Kulturraum"

Unlängst sorgte der Wunsch nach einem Weidener Kulturhaus für Schlagzeilen. Jetzt gibt es immerhin einen Kulturraum – virtuell: Auf den Internetseiten der Stadt können sich ab sofort auch Kunstschaffende präsentieren.

Im Video zeigt Susanne Kempf ihre Arbeiten und die von zwölf weiteren Künstlerinnen aus Deutschland und Argentinien.
von Helmut KunzProfil

Die Website der Stadt Weiden ist bunter geworden. Seit vergangener Woche gibt es dort einen „Virtuellen Kulturraum“. Das grüne Licht dazu kam von Oberbürgermeister Jens Meyer. Der hatte umgehend auf eine entsprechende Anregung von Susanne Kempf reagiert.

„Wie viele andere Künstler auch musste ich Mitte März unsere MS-Ausstellung ‚Denken, Fühlen, Malen‘ vorzeitig abbrechen“, begründet sie ihre Anfrage. Nach der Ausstellung im Alten Schulhaus wäre Bamberg die nächste Station gewesen. Auch dort musste die Ausstellung wegen Corona abgesagt werden. Was tun mit den Arbeiten von Susanne Kempf und zwölf weiteren Künstlerinnen aus Deutschland und Argentinien? Die Ausstellung hat Tradition und einen hervorragenden Ruf. Schirmherren waren in den Vorjahren der Kabarettist Urban Priol, der bayerische Finanzminister Albert Füracker, die Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus Rheinland-Pfalz und der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. „Viele haben mich angesprochen, ob wir unsere Ausstellung nicht noch einmal zeigen könnten.“ Nur wie? Ein guter Freund habe ihr schließlich den Tipp gegeben, eine virtuelle Ausstellung zu gestalten.

„Ich habe am Rechner ausprobiert, ob ich das kann, und ich konnte es.“ Zunächst habe sie das Video auf ihrer eigenen Website veröffentlicht, mit der Erkenntnis: „Wer schaut sich die schon an?“ Ein paar Freunde vielleicht. Sie habe überlegt und festgestellt, dass eine Präsentation auf den Internetseiten der Kommune viel wirkungsvoller wäre und ein viel breiteres Publikum erreichen würde.

„Ich habe an den Oberbürgermeister geschrieben und angefragt, ob es nicht vielleicht möglich wäre, unter der Rubrik Kultur auf der Website der Stadt auch eine Ausstellung zu präsentieren.“ Prompt habe sie der Online-Redakteur der Stadt Weiden, Alexander Grundler, zurückgerufen, um die technische Abwicklung zu besprechen. „Am Nachmittag war mein Video im Netz.“

„Wir begrüßen es sehr, wenn Privatpersonen mit innovativen Ideen an uns herantreten“, sagt Grundler am Telefon von Oberpfalz-Medien. „Wenn etwas technisch möglich ist, tragen wir gerne unseren Teil dazu bei.“ Auch Oberbürgermeister Meyer unterstütze solche Ideen wohlwollend. „Wir haben den Vorschlag zügig und mit einfachen Mitteln umgesetzt und können unseren Usern jetzt auch einen virtuellen Kulturraum bieten.“

Gerade für Risikogruppen, die sich aktuell nicht in die Öffentlichkeit wagten, sei der Besuch dieser Website eine Bereicherung. Die Rückmeldungen seien positiv. „Unsere Seiten werden von den Leuten sehr geschätzt.“ Das wiederum bestärke das Team darin, neben der bildenden Kunst auf der Website der Stadt Weiden die komplette Kulturlandschaft abzubilden. Also auch Musik und Theater. Wichtiger Punkt dabei: „Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht.“

Kultur sei Mutmacher, sagte Grundler. „Kunst und Kultur müssen allerdings in einem engen Zusammenhang mit der Stadt Weiden stehen oder wenigstens mit der Region. Ein Kunstschaffender aus Hamburg kann auf unsere Seite nicht veröffentlichen.“

Zum virtuellen Kulturraum der Stadt

Über die Ausstellung von Susanne Kempf

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