05.07.2021 - 18:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadt Weiden bittet Bürger um Entscheidung zur barrierefreien Innenstadt

Das Wort der Weidener hat diesmal Gewicht. Sie entscheiden am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung in der Max-Reger-Halle mit, wie die Barrierefreiheit der Innenstadt erreicht und wo rollstuhlfreundliche Platten verlegt werden sollen.

Vom Max-Reger-Park hoch zur Judengasse: Ohne fremde Hilfe sind die Steigungen von keinen Rollifahrer zu bewältigen. Auch hier fordert die Untersuchung "barrierefreie Innenstadt" eine grundsätzliche Änderung. Die Vorschläge über wesentliche Verbesserungen stehen am Mittwochabend im Mittelpunkt der Bürgerversammlung.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Das "gespaltene Granitpflaster" und die breiten, tiefen Fugen stellen die Stadt vor besondere Herausforderungen. Zumindest auf einem Streifen soll dieses Pflaster zwischen den Toren sowie auf den Zubringern (in vier Gassen) durch große Platten ersetzt werden. Auf der Suche nach der optimalen, aber auch finanzierbaren Lösung muss die Stadt noch einen steinigen Weg gehen. Denn noch sich die Vorstellungen und Wünsche von Behinderten, Gastronomie und Geschäften nicht deckungsgleich.

Insgesamt acht Varianten werden die Planungsbüros SEP Stadtentwicklung (München) und Planwerk Stadtentwicklung (Nürnberg) aus ihrem Konzept "Barrierefreie Innenstadt - Weiden für Alle" am Mittwoch, 7. Juli, um 18 Uhr in der Max-Reger-Halle in der mit Spannung erwarteten Bürgerversammlung vorstellen und anschließend mit den Weidenern diskutieren. Die Gäste dürfen abschließend mit einem "Pickerl" entscheiden, welche Variante verwirklicht werden soll, erklärt Stadtsprecherin Roswitha Ruidisch.

Für die Bürgerversammlung sind aufgrund der Corona-Regeln und "logistischer Probleme in der Halle" nur rund 100 Teilnehmer zugelassen. Platz fehlt, weil am Donnerstag in der Halle weitere Abschlussprüfungen geschrieben und die Tischreihen vorbereitet werden müssen. Die Stadt will zumindest jedoch sicherstellen, dass alle Weidener teilnehmen können. Angemeldet haben sich auch Ortsfremde, die sich informieren möchten. Die Verantwortlichen überlegen sogar, falls viele Besucher heimgeschickt werden müssen, einen zweiten Termin für die Bürgerversammlung anzusetzen. Eine Übertragung ins Internet ist wegen der Datenschutzgrundverordnung und der Gemeindeordnung nicht möglich, bedauert Ruidisch nach der Abklärung mit dem Landessdatenschutzbeauftragten. "Wir hätten gerne einen Livestream angeboten."

Bei den bereits eingereichten Fragen geht's zum Beispiel um die künftige Vereinbarkeit von Auto-, Radfahr-, Fußgänger- und Behindertenverkehren, um weitere Behinderten-Parkplätze, um notwendige "konsumfreie Flächen und Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt". Wochenmarkt-Beschicker, Gastrobetriebe und Einzelhandel sorgen sich bereits um Umsatzverluste während der Umbauzeit.

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Weiden in der Oberpfalz

Ein erstes Stimmungsbild gibt's im Bau- und Planungsausschuss

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Die wichtigsten Varianten

  • Variante A: Barrierefreie Platten entlang der Häuser (Schwerpunkt Erreichbarkeit), Wochenmarkt wie bisher, Läden und Gastronomie sind barrierefrei erreichbar; teilweise Freischank im Baumhain (Unterer Markt)
  • Variante B: Barrierefrei Hauptachse (Schwerpunkt Durchwegung von Tor zu Tor auf einer Seite); Wochenmarkt und Freischankflächen wie bisher
  • Variante C: Barrierefreie Doppelachse (Erweiterung von Variante B), Durchquerung der Altstadt auf zwei bequemen Achsen; alles andere bleibt wie bisher
  • Variante D: Barrierefreie Seitenbereiche erleichtern Durchquerung der Altstadt und Erreichbarkeit der Geschäfte und Gastronomie; Marktszenario 1: Wochenmarkt geteilt auf Oberen- und Unteren Markt; Freischankflächen Oberer Markt werden zur Mitte in Baumhain verlagert; Marktszenario 2: Wochenmarkt in drei Abschnitten; Freischanknutzung zur Platzmitte orientiert; Marktszenario 3: Markt in zwei Abschnitten, am Unteren Markt Orientierung zum Baumhain; Verlagerung der Freischankflächen auf die heutigen Fahrspuren
  • Variante E: Barrierefreie Seitenbereiche und eine Hauptachse im Süden mit linearer Marktaufstellung (Mischform aus B/D): Wochenmarkt von "Tor zu Tor"; Verlagerung der nördlichen Freischankflächen in den heutigen Fahrbereich; unveränderte Sondernutzung auf der Südseite. (Planung SEP Stadtentwicklung, München, und Planwerk Stadtentwicklung, Nürnberg)

 

 

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